Dr. Martin Spohr
Eutergesundheitsdienst der TSK Baden-Württemberg;
Juni 2016

Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts werden Alternativen zur herkömmlichen Einstreu in Milchviehställen erprobt. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Nutzung von Pressrückständen aus der Gülle- oder Gärsubstrat-Separation. Im englischen Sprachraum werden Begriffe wie „recycled manure solids“ (RSM) oder „green bedding“ verwendet, im deutschen Sprachraum ist der Begriff „Feststoffeinstreu“ gebräuchlich. Hinter diesen Begriffen verbergen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und Bearbeitungsverfahren.

 

Im folgenden werden wesentliche Punkte zu dieser Thematik beschrieben.

Die vier Workshops zu "Ursachenfindung bei erhöhter Keimzahl in Milchgewinnungsanlagen" wurden von den Beratern gut angenommen

Ein Rückblick von Ingrid Model - AG Hygiene

Die Teilnehmer des Workshops beim Praxisteil im Versuchsbetrieb Grub, November 2015 (Foto: M. Kühberger)

Die veränderte Umrechnung der Keimzahlzählwerte am Bactoscan seit 1. Januar 2015  erinnerte viele Berater an das Erfordernis, sich zum Thema Keimzahl auf den aktuellen Wissensstand zu bringen. Das Interesse war so groß, dass mittlerweile der 4. von der WGM organisierte Workshop zu dem Themenbereich durchgeführt wurde.

Ein Nachbericht zum Workshop "Keimzahlberatung" ist zwischenzeitlich im Allgäuer Bauernblatt erschienen (siehe Anhang, Wiedergabe mit Genehmigung des Verlags):

WGM-Fachgruppe „Melken und Melktechnik“
Hans-Jürgen Rudovsky, Februar 2015

Einleitung

Die Melkanlagenforschung und -entwicklung ist bestrebt, das Sekretionspotential der Kühe möglichst vollständig und euterschonend zu nutzen. In hohem Maß wird der Milchertrag mit von einer stabilen Eutergesundheit bestimmt. Einerseits ist der Melkprozess von den physiologischen Eigenheiten der Kühe abhängig, andererseits eng mit physikalischen Gesetzen der Melktechnik verbunden. Dies betrifft speziell die Milchejektion und den Melkablauf, insbesondere die Bildung des Nachgemelks.
Kontrovers wird gegenwärtig über die Höhe des vertretbaren, im Euter verbleibenden Nachgemelks, die Notwendigkeit seiner Gewinnung und die Höhe der Abschaltpunkte diskutiert.