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Wissenschaftlichen Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V.
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Zum richtigen Einstellen einer
milchflussgesteuerten -Abnahmeautomatik beim Melken
AG Melken und Melktechnik
Das richtige Einstellen einer Abnahmeautomatik beim Melken von Kühen wird häufig genug als eine
komplizierte Geschichte dargestellt! Warum eigentlich? Gilt es doch eigentlich nur, Technik und Tier
richtig aufeinander abzustimmen.
Grundsätzlich werden zwei verschiedene Gruppen von Milchflussüberwachungen eingesetzt. Die erste
Gruppe umfasst Geräte die den Milchfluss direkt beim Melken erfassen und direkt das Unterschreiten
voreingestellter Grenzwerte anzeigen.
Die zweite Gruppe umfasst Geräte, die den Milchfluss einer Kuh über die Füllung eines feststehenden
Volumens errechnet, dann mit Einstellungen abgleichen und dann erst eine Reaktion anzeigen. Die Information
bezieht sich also nicht direkt auf den vorliegenden Milchfluss, sondern kommt mit einer
leichten Verzögerung zustande.
Die jeweiligen Funktionsweisen erklären auch die Unterschiede beim Melken zwischen den beiden
Techniken. So ist in der ersten Gruppe bei nachlassendem Milchfluss sofort das Aufblinken des
Leuchtmelders als Reaktion der Abnahmegeräte zu sehen wohingegen bei der zweiten Gruppe einige
Sekunden durch Rechenprozesse vergehen, bis der Leuchtmelder ausgelöst wird.
Für beide Gruppen wird die Überprüfung des Melkablaufes gleich gestaltet. Maßgebend hierfür ist das
Milchabgabeverhalten einer Kuh, d.h. ihr Milchflussprofil.
Arbeitsweise einer milchflussgesteuerten Abnahmeautomatik
Bei genauer Betrachtung des Milchflussprofils fällt sofort auf, dass bei nicht richtig stimulierten Kühen
schon in der ersten Melkminute der Milchfluss deutlich nachlässt (Bimodalität). Bei milchflussgesteuerten
Abnahmen stellt dies in sofern ein Risiko dar, weil ein solcher Einbruch das frühzeitige Melkende
bedeuten kann! Es darf es aber auf keinen Fall zu einem zu frühen Melkende kommen! Die alleinige
Forderung, nur richtig angerüstete Tiere zu melken reicht nicht aus, auch die Technik der Milchflussüberwachung
muss Sicherheiten bieten.
Daher wird beispielsweise bei einigen Fabrikaten direkt nach dem Drücken der Starttaste am Melksteuergerät
eine Überbrückungszeit, bzw. Sperrzeit gestartet, bei der die Milchflussüberwachung
ausgesetzt ist. Damit wird verhindert, dass milchflussgesteuerte Abnahmen bei einem Einbruch des
Milchflusses zu Melkbeginn, verursacht durch mangelnde Stimulation, nicht sofort das Melkzeug abnehmen.
Diese Überbrückungszeit ist oft variabel einstellbar, weil unterschiedliche Tierarten individuelle
Einstellungen verlangen:
Bei Kühen wird mit 60 bis 90 Sek., bei Schafen und Ziegen mit 30 bis 60 Sek. gearbeitet.
Nach Ablauf der Überbrückungszeit wird nun die Intensität des Milchflusses bei den meisten Fabrikaten
durch eine elektrische Widerstandsmessung kontrolliert. Dabei wird das Medium Milch als leitende
Verbindung zwischen zwei Elektroden benutzt. Variabel Widerstandseinstellungen ergeben dabei einen
Schwellenwert, der einem bestimmten Milchfluss, z. B. 300 Gramm pro Minute, entspricht. Diese Einstellungen
sind heute auf den elektronischen Steuerkarten der Abnahmegeräte fest vorgegeben. SoInformationen
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mit erleichtern sie ein schnelles Einstellen und sorgen für exakte Werte an jedem Melkplatz einer Anlage.
Reißt beim Melken die leitende Verbindung in den Milchflusssensoren zwischen den Elektroden aufgrund
des aktuell zu geringen Milchzuflusses ab, wird dies von der Elektronik erkannt und als Milchmangel
gewertet. Deutlich sichtbar blinkt jetzt die Signalleuchte am Melkplatz im Sekundentakt und
signalisiert der Melkperson: "Hier befindet sich ein Tier in der Ausmelkphase". Wenn der Melker
noch Hilfestellung geben will, muss er in dieser Phase des Melkens zum Tier gehen. Ansonsten wird in
Kürze das Melkzeug automatisch vom Euter abgenommen.
Die Anzahl der Blinksignale zur Anzeige des bevorstehenden Melkende ist nach den Wünschen und
Erfordernissen des Melkpersonals oft individuell einstellbar. Da in dieser Phase aber kaum noch Milch
fließt, darf sie nicht zu lang eingestellt werden. Diese Zeit ist purer Stress für das Tier und hat negativen
Einfluss auf die Zitzenkondition.
Bei 2-mal täglichem Melken haben sich hierbei Zeiten von 5 bis max. 15 sec. bewährt.
Während der Milchmangelzeit kann es vorkommen, dass der Milchfluss kurzfristig wieder über den
eingestellten Schwellenwert ansteigt. Sofort erlischt das Blinksignal. Die Zeiten des bisher festgestellten
Milchmangels gehen aber nicht verloren! Die Elektronik ist mit einem Zeitspeicher versehen, der
die bisher ermittelte Milchmangelzeit bzw. Blinkdauer aufzeichnet. Fällt der Milchfluss im Anschluss
wieder ab, so wird die erneut anlaufende Milchmangelzeit zu der bereits registrierten Zeit
summiert.
Ist die auf der Steuerkarte vorgewählte Milchmangelzeit insgesamt erreicht, schaltet die Elektronik
des Melksteuergerätes auf Melkende.
Dabei wird die Vakuumversorgung zum Melkzeug im Milchflusssensor geschlossen und anschließend
der Abnahmezylinder des Melkplatzes auf die Funktion Melkzeugabziehen gesteuert.
Für eine schonende Abnahme kann die Abnahme zeitversetzt mit der Vakuumabsperrung angesteuert
werden. Diese Zeit wird Abnahmeverzögerung genannt. Damit wird gewährleistet, dass sich erst das
Vakuum innerhalb des Melkzeugs durch das Eindringen von atmosphärischer Umgebungsluft genügend
abbaut, bevor durch Zug des anziehenden Abnahmezylinders das Melkzeug sanft vom Euter abgenommen
wird. In dieser Phase leuchtet der Leuchtmelder andauernd ohne Unterbrechung und zeigt
somit an, die Kuh ist fertig, das Melken wurde beendet.
Die Melkperson wird folglich zeitaktuell über die laufenden Vorgänge informiert. Das kann das nahende
Melkende sein, aber auch Fehler, die während des Melkens auftreten und zum Beispiel zu einer „unlogischen
Melkzeit“ führen. In diesem Zusammenhang ist unsere Grundannahme, dass die Melkung
einer Kuh länger als 180 Sek. dauert. Kürzere Melkzeiten werden beispielsweise durch abgefallene
Melkzeuge und damit ein nicht ordnungsgemäßes Melkende verursacht oder entstehen bei Melkunwilligkeiten
der Kühe, d.h. es fließt keine Milch (z.B. Brunst). Im Fall einer solchen "unlogischen Melkzeit"
blinkt der Leuchtmelder in einer erhöhten Frequenz, die deutlich von den üblichen Signalen zu
unterscheiden ist. Diese erhöhte Frequenz bedeutet immer, dass hier direkt etwas kontrolliert werden
muss.
In Kombination mit einem „Kick Off Sensor“ wird das Abschlagen eines Melkzeuges genauso registriert.
Hierbei wird die Position der Absperrmembrane im Milchflusssensor ständig überwacht. Durch
einen plötzlichen Lufteinbruch bei einem abfallenden Melkzeug kommt es im Milchflusssensor jetzt zu
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einer stärkeren Bewegung der Abschaltmembrane. Das veranlasst die Elektronik, die Vakuumzufuhr
zum Melkzeug sofort zu unterbrechen, um den Lufteintrag in das Melksystem zu minimieren. Gleichzeitig
signalisiert auch hier der Leuchtmelder durch schnellere Blinkfrequenz: "Hier ist etwas passiert,
Kontrolle erforderlich."
So werden wichtige Informationen beim Melken direkt am Standplatz der Tiere durch den Leuchtmelder
am Melksteuergerät angezeigt. Sie helfen, den Melkablauf sicherer und effektiver zu gestalten.
Auch hier sind abweichende Signalisierungen in den Programmen der Hersteller vorhanden, die insgesamt
aber das gleiche Ziel verfolgen. Ratsam ist aber in jedem Fall Änderungen im Programmablauf
nur in Zusammenarbeit mit einem autorisierten Servicevertreter vorzunehmen und zu dokumentieren!
Milchflussabtastung bei Milchmengenmessungen
Milchmengenmessungen errechnen zum Teil die Milchflussintensitäten und sind daher etwas träger in
der Reaktionszeit. Hier muss erst ein Differenzvolumen durch den Milchzufluss gefüllt werden. Erst
mit dem Vorliegen der dazu benötigten Zeit kann der konkrete Milchfluss sehr exakt berechnet und danach
die Abnahme des Melkzeugs veranlasst werden.
Daher dürfen die Milchmengenmessgeräte etwas „schärfer“ (mit einem höheren Schwellenwert) eingestellt
werden, damit das Melkende nicht zu lange auf sich warten lässt.
Einstellungen der Abnahmeautomatik für 2-mal tägliches Melken
Bei einem 2-mal täglichen Melken wird ein gutes Ausmelken erwartet.
In den letzten Jahren haben die Kühe durch die Zucht auf bessere Euterqualitäten aber auch ein deutlich
besseres Melkverhalten erlangt. Dazu spielt sicherlich auch die abnehmende Nutzungsdauer der Kühe
eine weitere Rolle, ältere Kühe mit einem größeren Zisternenvolumen im Euter brauchen eben etwas
länger beim Melken, weil die letzten Melkminuten häufig mit einem geringen Milchfluss ablaufen und
die Viertel ungleichmäßig das Melken beenden. Gleichzeitig ist auch festgestellt worden, dass gerade
bei niedrigem Milchfluss die Belastung der Zitzen und des Eutergewebes am höchsten ist. Häufig ist
eine solche Einstellung dann auch die Ursache für einen erhöhten Zellgehalt in der Milch! Das sind
dann auch die Gründe, warum die Einstellung der Abnahme von 200 ml Milch pro Minute heute nicht
mehr akzeptiert wird! Moderne Milchrassen benötigen Schwellenwerte von mindestens 200 ml/min,
auch bei nur 2-maligem Melken pro Tag! Es kann sogar richtig sein, hier die Einstellung auf über 300
ml/min einzustellen. Das entscheidet sich durch eine Melkbeobachtung. Wer beim Melken feststellt,
dass das Melkzeug eigentlich bei zu niedigem oder keinem Milchfluss zu lange am Euter verweilt, der
sollte sowohl den Schwellenwert wie auch die Milchmangelzeit so einstellen, dass das Melkzeug nur so
kurz wie möglich am Euter verbleibt! Individuelle Milchflusskurven, ermittelt mit dem Lactocorder,
sind für die Schaltpunktfindung außerordentlich hilfreich.
Einstellungen der Abnahmeautomatik für 3-mal tägliches Melken
Bei 3-mal täglichem Melken kann und muss auf ein intensives Ausmelken verzichtet werden. Hier gilt
es die Verweildauer des Melkzeugs am Euter auf ein Minimum zu reduzieren. Andernfalls werden die
Zitzen und das Euter zu sehr durch Vakuumeinwirkung der Melkmaschine geschädigt.
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Melkzeugabnahmen in Verbindung mit Nachmelktechniken
Werden Melksteuergeräte zusammen mit Nachmelktechniken eingesetzt, gilt es ebenfalls besondere
Einstellungen zu berücksichtigen.
Mit diesen Techniken wird bei nachlassenden Milchflüssen in der Abstiegsphase und Ausmelkphase
das Melkzeug belastet und leicht, wie früher vom Melker von Hand praktiziert, nach unten gedrückt.
So werden Räume im Zisternenbereich des Euters gestreckt und das Auslaufen der Milch in die Zitzenzisterne
erleichtert. Speziell bei älteren Kühen mit mehr als 2 Laktationen macht sich eine solche Technik
positiv bemerkbar. Sie beschleunigt den Ausmelkvorgang und erhöht damit die Anzahl gemolkener
Kühe pro Stunde in einem Melksystem. Aber nicht nur das! Durch die kürzere Melkzeit der Kuh
kommt es zu einer kürzeren Verweildauer des Melkzeugs am Euter und damit einer geringeren Gewebebelastung.
Die negativen Auswirkungen des Vakuums auf Euter und Zitzen werden somit reduziert.
Folglich wirkt sich dies positiv auf die Zitzenkondition und Eutergesundheit aus. Zudem bringt diese
Technik bei problematischen Tieren mehr Sicherheit hinsichtlich des Ausmelkens und das in einer kürzeren
Melkzeit! Auch dieser Aspekt fördert mittelfristig die Eutergesundheit.
Nachmelktechniken müssen reagieren, bevor der Zitzengummi beim Melken an der Zitze ganz nach
oben an die Euterbasis geklettert ist. Nur so lässt sich ein optimaler Milchfluss über eine möglichst lange
Zeit mit einem guten Ausmelken erreichen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass dazu die
Druckbelastung des Melkzeugs bei 800 bis 1.000 ml Milchfluss pro Minute beginnen muss. So wird
die noch melkmaschinenverfügbare Milch schnell und zügig ermolken, und der Milchfluss steigt kurzfristig
wieder etwas an. Wenn er danach wieder sinkt, bedeutet dies: "Das Euter ist leer!" Jetzt muss die
Abnahmeautomatik sofort reagieren!
Beachte aber immer, dass vor einer Verstellung der Schwellenwerte für die Abnahme die „Nachmelk-
Zugkraft“ auf das Melkzeug geprüft werden muss. Pneumatische und mechanische Baugruppen unterliegen
einem Verschleiß, der bei Nichtbeachtung zu Fehleinstellungen führt.
Für die Einstellung bedeutet das:
Der Schwellenwert für den Milchfluss muss deutlich höher und die Milchmangelzeit deutlich kürzer
gewählt werden als in einer Melkanlage ohne Nachmelktechnik!
Zu niedrige Schwellenwerte und zu lange Milchmangelzeiten würden sich negativ auf die Zitzenbeschaffenheit
auswirken und zu einem erheblichen Mastitisrisiko führen. Warum?
Die Nachmelktechnik optimiert das Milchflussprofil und sorgt dafür, dass die sonst lange Ausmelkphase
deutlich verkürzt wird. Werden die Zeiten nicht angepasst, arbeitet das Melkzeug über die gesamte
Dauer am Euter, obwohl am Ende gar kein Milchfluss mehr vorhanden ist. Die Druckverhältnisse in
Zitze und Euter führen hier zu schädlichen Gewebereizungen, was häufig schon deutlich durch entsprechende
Veränderungen an der Zitzenspitze von außen zu sehen ist. Damit wird das Eindringen von
krankmachenden Keimen in das Euter und in gereizte Drüsenbereiche innerhalb des Euters gefördert.
Gerade aber das soll verhindert werden!
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Empfehlung zur Einstellung der Schwellen- und Abnahmewerte
Bei 2 x täglichem Melken sollte der Schwellenwert für die Nachmelktechnik bei ca. 800 bis 1.200 ml
eingestellt werden. Gleichzeitig muss die Abnahme der Melkzeuge auf eine Schwelle von mind. 250 ml
erhöht und die Blinkzeit auf max. 5 sec. reduziert werden!
Bei 3 x täglichem Melken sollte der Schwellenwert für die Nachmelktechnik aufgrund der geringeren
Milchmenge im Euter und des dann ehr einsetzenden Kletterns der Melkbecher noch etwas höher auf
dann 1.000 bis 1.500 ml eingestellt werden. Zudem ist auch jetzt die Abnahmeschwelle aufgrund des
häufigeren Melkens pro Tag und der Vermeidung eines zu intensiven Ausmelkens auf Werte von größer
300 ml mit ebenfalls max. 5 sec. Blinkdauer einzustellen!
Firmenspezifische Bedingungen sind dabei jedoch stets zu beachten!
Was kann beim Melken gesehen werden?
Milchflussgesteuerte Abnahmen werden in der Grundeinstellung meist mit einem Schwellenwert von
250 ml/min ausgeliefert. Kombiniert wird dieser Schwellenwert mit einer Blinkzeit/Milchmangelzeit
von 15 sec. In der Regel können milchbetonte Rassen so ohne Probleme gemolken werden. Soll der Effekt
der Abnahme überprüft werden, so ist eine Melkbeobachtung zwingend notwendig!
Generell gilt: Die Melkroutine muss stimmen!
1. Ausreichendes Anrüsten der Tiere.
2. Das Melkzeug nur an trockene Zitzen ansetzen; ein zu frühes Klettern der Zitzengummis an den
Zitzen führt zu einem schlechten Ausmelken der Tiere.
3. Das Melkzeug muss während des Melkens richtig positioniert sein, so dass keine negativen
Kräfte über die langen Schläuche auf das Melkzeug einwirken. Die Melkzeugmasse soll
gleichmäßig auf alle Viertel verteilt sein.
4. Die Einstellung einer Abnahme ist nicht auf das Melken problematischer Tiere auszurichten,
sondern an normal melkende Tiere anzupassen!
In jedem Bestand gibt es ungünstige Euterformen oder auch schlecht melkende Tiere. Diese können einen
Anteil von 5 bis 10% am Gesamtbestand haben. Wir empfehlen solche Tiere in der Stellung "manuell"
zu melken und zudem am Melkende durch die Melkperson individuell zu kontrollieren. Wird die
Einstellung der Abnahme gezielt auf eine Problemgruppe vorgenommen, besteht die Gefahr, dass innerhalb
von wenigen Wochen der gesamte Bestand an normal melkenden Kühen vermolken wird, weil
die Verweilzeit des Melkzeugs am Euter für diese Tiere zu lang ist.
Wenn nun eine Überprüfung stattfindet, so sollte in der Ausmelkphase und direkt bei der Abnahme der
Melkzeuge eine Kontrolle des Euters erfolgen. Änderungen niemals von nur einem beobachteten Tier
abhängig machen! Es muss ein repräsentativer Querschnitt des gesamten Bestandes gesehen und bewertet
werden. Dazu sind sowohl junge Tiere, frisch abgekalbte wie aber auch altlaktierende und ältere
Tiere zu kontrollieren.
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Als erstes ist festzustellen ob überhaupt noch Milch zum Zeitpunkt der Abnahme fließt.
Melkt vielleicht nur noch ein Euterviertel oder hat der Milchfluss komplett ausgesetzt?
Wie lange dauert es in dieser Phase, bis der Leuchtmelder durch Signale (Blinken u.Ä.) den Ausmelkbereich
signalisiert wird?
Hat man beim Melken das Gefühl, dass die Reaktionen der Melksteuergeräte nicht mit dem aktuellen
Milchfluss beim Melken in Einklang zu bringen ist (zu frühes Abnehmen oder zu späte Reaktionen auf
nachlassenden Milchfluss) so ist zuerst die Technik genauestens zu prüfen. Eine falsche Position der
Sensoren oder Beläge bei fehlerhafter Reinigung in den Milchflusssensoren können in diesem Zusammenhang
für Falschmessungen verantwortlich sein.
Nach der Überprüfung der Technik folgt eine Kontrolle direkt am Tier. Eine optische Kontrolle der
Zitze gibt hier viele wichtige Informationen: Eine nahezu unveränderte Zitze lässt vermuten, dass der
Melkablauf ohne Probleme verlaufen ist. Ist hier das Tier trotzdem nicht richtig ausgemolken, so muss
die Einstellung der Abnahmegeräte geprüft werden. Eine Anpassung des Schwellenwertes wird Abhilfe
schaffen.
Ist ein deutlicher Ring an der Euterbasis zu erkennen und auch zu fühlen, wurde in diesem Zusammenhang
der Milchfluss durch zu frühes Klettern des Zitzengummis an der Zitze „abgeklemmt“. Das Problem
eines schlechten Ausmelkens ist in diesem Fall nicht an der Abnahmeautomatik zu suchen,
sondern in der Melkzeugzusammenstellung. Entscheidend ist, wie viele Kühe der Herde davon betroffen
sind. Da ein Zitzengummi immer ein Kompromiss für die gesamte Herde darstellt, kann das im
Einzelfall immer mal wieder auftreten. Der Anteil der Tiere sollte allerdings unter 5-10% der Tiere einer
Herde liegen.
Ab wann spricht man eigentlich von einem unzureichenden Ausmelken und wie viel Tiere eines
Bestandes sollten geprüft werden?
Aus internationalen Empfehlungen sind zur Überprüfung des Ausmelkgrades (G. Mein) folgende Maßstäbe
anzulegen:
für 2-mal tägliches Melken:
• Aus jeder Zitze einer Kuh sollten nicht mehr als 3 volle Milchstrahlen zu ermelken sein. Die durch
Handmelken ermittelte Milchmenge sollte 250ml pro Kuh nicht überschreiten.
• Bei einer Herdengröße bis 100 Kühe sind mind. 20 Kühe oder 80 Euterviertel zu prüfen. Dabei sollten
nicht mehr als 20% der Euterviertel eine Restmilchmenge von mehr als 100 ml aufweisen.
für 3-mal tägliches Melken:
• Die durch Handmelken ermittelte Milchmenge sollte 500ml pro Kuh nicht überschreiten.
• Bei einer Herdengröße bis 100 Kühe sind mind. 20 Kühe oder 80 Euterviertel zu prüfen. Dabei sollten
nicht mehr als 20% der Euterviertel eine Restmilchmenge von mehr als 200 ml aufweisen.
Festzuhalten bleibt, dass die Grundlage für ein gutes Melkergebnis immer eine richtig auf das Melken
vorbereitete Kuh bildet! Eine gute Milchflussüberwachung kann zwar Melkfehler nicht komplett ausbügeln,
sie kann aber Sicherheiten einbauen, damit das Melken noch vergleichsweise erfolgreich
durchgeführt wird.
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Wichtig ist weiterhin, dass dem sich ständig durch züchterische Bemühungen nach höherer Leistung
und besserer Euterqualität veränderndem Tiermaterial insofern Rechnung getragen wird, dass die bei
Einbau der Melkanlage gefundene Einstellung in den Folgejahren immer wieder an die neuen Verhältnisse
angepasst wird.
Die Technik ist heute bei den meisten Fabrikaten variabel einstellbar und kann damit auch jederzeit auf
die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse kommender Kuhgenerationen angepasst werden! Wir
brauchen es daher nur zu tun!
Genaue Kenntnisse der Programmabläufe und die Spezifik der Programme der einzelnen Hersteller und
auch deren Typenvielfalt sind die Voraussetzung für eine optimales Zusammenspiel von Tier, Maschine
und Melker und damit von ertrag und Eutergesundheit.
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Zu hoher Zellgehalt in der Herdensammelmilch -
wie kann geholfen werden?
AG Melken und Melktechnik unter Mitarbeit v. K.Wendt
In der aktuellen Milchqualitätsbewertung wird die Anzahl an somatischen Zellen in der
Herdensammelmilch mit maximal 400.000 Zellen pro ml Milch angegeben. Steigen die
Untersuchungsergebnisse über diesen Level, kommt es für den Milcherzeuger sofort zu Abzügen vom
Milchgeld und bei Überschreitung des Grenzwertes von 3 Monaten zur Liefersperre. Die Milch darf
dann, entsprechend der Milch-Verordnung, so lange nicht
mehr an die Molkerei geliefert werden, wie der Zellgehalt
über 400.000 Zellen pro ml Milch liegt. Kann der
Landwirt durch 2 repräsentative Milchproben im Abstand
von 4 Tagen nachweisen, dass der Zellgehalt wieder unter
diesen Grenzwert gefallen ist, so wird die Milch von der
Molkerei wieder angenommen.
Das sind für den Landwirt natürlich hohe Verluste. Neben
diesen direkten, administrativen Verlusten tritt mit dem
Ansteigen des Zellgehaltes eine individuelle Verringerung
des Milchertrages jeder erkrankten Kuh auf. Von noch
höheren Verlusten, wie den in der Tabelle angegeben, wird aus Versuchen berichtet. Die Milcherzeuger
sind daher daran interessiert, diesen Grenzwert nicht zu überschreiten. Anders als bei einem hohen
Keimgehalt lässt sich aber der
Zellgehalt in der Milch nicht so
schnell wieder senken.
Denn, somatische Zellen unterliegen
einem breiten Ursachenspektrum, wie
es die nebenstehende Tabelle zeigt. In
dessen Folge treten in der Regel
Erkrankungen des Drüsenbereiches
des Euters auf. Allein sich auf die
Melkanlage und die Melkroutine zu
konzentrieren führt zu ungenügenden
Ergebnissen. Haltungs- und
Fütterungsbedingungen sind ebenso
zu beachten und in die Beratung mit
einzubeziehen. Einfache Kontrollen
der Fütterungsfaktoren, wie
sensorische Prüfung des Futters
(Geruch, Konsistenz) und Lagerung,
sowie Krippenpflege und
Kotbeschaffenheit lassen relativ gut nicht maschinenbedingte Ursachen erkennen. Mit steigender
Milchleistung erlangen diese Faktoren zunehmendes Gewicht für subklinische und klinische
Eutergesundheitsstörungen.
Die Erkrankungen müssen behandelt, gleichzeitig aber deren Ursachen erkannt und beseitigt werden.
Erst dann kann es mittel- bis langfristig wieder zur Gesundung und zur Normalisierung der Ergebnisse
Zellzahlen(Mio/ml)
Milchverlust (%)
0,1 – 0,2
0,2 – 0,5
0,5 – 1,0
1,0 – 5,0
5,0 – 10,0
> 10,0
-
4
9
14
30
>30
Milchzellgehalt – Einflussfaktoren
physiologisch
pathologisch
Rasse
Alter
Laktationsstadium
Melkfrequenz
Milchleistung
Hormone (Brunst)
Futterumstellung
Stress (Klima, Temperatur)
genetische Faktoren
Melkschäden
Futterschäden
Mangelzustände
Stoffwechselstörungen
Allgemeinerkrankungen
Infektionen
Intoxikationen
Arzneimittel
Haltungsmängel
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kommen. Darum ist mehr denn je strategisches und konsequentes, komplexes Vorgehen gefordert, um
so schnell eine Verbesserung zu erzielen und nachhaltig die Eutergesundheit zu stabilisieren.
Was sind die ersten Schritte?
Grundlage für ein gesundes Tier ist natürlich die gesunde, tiergerechte Haltung und Fütterung.
Dazu kommt ein für das Tier optimaler Melkprozess, der sowohl die richtige Funktion der
Melkmaschine, als auch die richtige Melkroutine des Melkpersonals beinhaltet. Jeder einzelne Punkt
im gesamten Prozess ist zu analysieren und Unzulänglichkeiten kompromisslos abzustellen. Es bringt
nichts, bei der Analyse nur Teilbereiche zu erfassen. Der gesamte Komplex – Tier, Technik, Mensch -
muss in dieser Analyse eingeschlossen werden. Ein einzelner Punkt in diesem Zusammenspiel mag
zwar offensichtliche das berühmte „Fass zum Überlaufen gebracht haben“. Die Ursachen sind aber
meistens komplexer Natur. Um eine schnelle und nachhaltige Verbesserung sicherstellen zu können
sind alle Risikofaktoren aus den 3 Bereichen:
• Funktion und Zustand der Melkmaschine
• Melkarbeit
• Tier
zu erkennen und zu eliminieren
1. Funktion und Zustand der Melkmaschine.
Nur durch eine Überprüfung der Melkanlage kann eine klare Aussage zur Funktion der Melkanlage
getroffen werden. Hierzu sind entsprechend der DIN/ISO 6690 sowohl Luftdurchfluss, Vakuum- wie
aber auch Pulsationsmessungen zwingend erforderlich. Minimal müssen folgende Bereiche erfasst
werden, gemessen selbstverständlich mit den entsprechend dafür vorgesehenen, regelmäßig auf
Messgenauigkeit geprüften Messgeräten:
a.Luftdurchflussmessungen
- Vakuumversorgung (Reserveluftdurchfluss der Anlage; Kapazitätsmessung am Ende des langen
Milchschlauches)
- Regelverhalten des Vakuumregelventils (Leckage und Reaktionstest)
Die Vakuum- und Luftdurchflussverhältnisse der gesamten Melkanlage, wie aber auch die Versorgung
der einzelnen Melkzeuge, ist die Grundlage für eine ordnungsgemäße Funktion einer Melkanlage. Um
möglichst ohne Vakuumschwankungen Melken zu können, muss die Kapazität des Luftdurchflusses
der Melkanlage immer deutlich über der Luftmenge liegen, die maximal über eine frei ansaugende
Melkbecherhülse in die Melkanlage einströmen kann.
Beispiel für einen Melkstand:
Beträgt der Lufteinlass in Verbindung mit einem 300 cm³ Milchsammelstück bei kurzen
Milchschläuchen mit 10 mm Durchmesser und einem ca. 1.800 mm langen Milchschlauch mit 16mm
Innendurchmesser ca. 700 Liter atmosphärische Luft pro Minute, so sollte der Reserveluftdurchfluss
der Melkanlage über diesem Wert liegen. Ist das nicht der Fall, würde zum Beispiel beim Melken durch
abfallende Melkbecher oder Luftsaugen beim Ansetzen der Melkbecher an das Euter das Vakuum in
der Melkanlage abfallen und somit nicht konstant bleiben.
Die Aufgabe des Regelventils besteht darin, das Betriebsvakuum auf eine eingestellte Vakuumhöhe
von z. B. 40 kPa zu halten, in dem es die Differenz aus Pumpenluftleistung und
Verbraucherluftleistung an atmosphärischem Luftvolumen in das Vakuumsystem einlässt. Wird durch
einzelne Baugruppen oder durch Lufteinbrüche am Melkzeug ungeplant Luft einströmen, muss nun das
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Regelventil sofort gegensteuern, in dem es sich schließt und weniger atmosphärische Luft in die
Anlage einströmt. So wird die eingestellte Vakuumhöhe von 40 kPa gehalten. Übersteigt der durch die
Störung nicht geplante Lufteinlass die Leistung des Reserveluftdurchflusses kann das Vakuum nicht
mehr gehalten werden (das Vakuumregelventil ist vollständig geschlossen) und als Folge sinkt das
Vakuum in der Melkanlage.
Wichtig ist hierbei auch noch, dass das Regelventil dieses Gegensteuern möglichst schnell und mit
minimalem Eigenluftbedarf durchführt und es dabei nicht zu deutlichen Über- oder Unterschreitungen
des Vakuumwertes kommt (Hysterese). Durch Verschmutzungen und durch Verschleiß kommt es hier
im Laufe der Betriebszeit häufig zu teilweise problematischen Abweichungen zu Problemen. Das gilt
es unbedingt zu vermeiden! Vakuummanometer sind nicht nur während des Melkens auf die Höhe des
Melkvakuums hin zu kontrollieren, sie sind auch auf die Messgenauigkeit in regelmäßigen Abständen
zu überprüfen.
Nur mit stabilen, kontrollierten Vakuumverhältnissen kann erfolgreich gemolken werden.
b. Vakuummessungen
- Betriebsvakuumhöhen in der Melkanlage unter Melkbedingungen. (Im Bereich der Melkleitung
(Vm) und der Pulsation)
Eine einfache Kontrolle der Vakuumverhältnisse zwischen der Melkleitung und dem Pulsationsvakuum
(b-Phase) in den Melkzeugen zeigt an, ob mit nahezu identischen Vakuumwerten gearbeitet wird. Das
ist in dahingehend wichtig, weil sich der Zitzengummi nur bei nahezu gleichen Druckverhältnissen
zwischen Melkbecherinnen- und –zwischenraum vollständig öffnet. Gemessen wird dies, in dem das
Vakuum während der Pulsationsphase b an jedem Melkzeug aufgezeichnet wird. Dazu wird das
Vakuum am Messpunkt Vm einer Melkanlage (am Milchabscheider oder am Anschluss für das 1.
Melkzeug an der Melkleitung) bei betriebsmäßig angeschlossener Melkanlage ermittelt. Ist der
Unterschied größer als 2 kPa, wird nach momentan gültigen Normenvorgaben die Melkanlage
beanstandet. Weiche Zitzengummis bewegen sich bei dieser geringen Differenz schon in Richtung des
höheren Vakuums im Melkbecherinnenraum und würden sich dann entweder nicht mehr zu 100%
öffnen, oder das sogenannte Balloning, ein Überdehnen des Schaftes, tritt mit der Folge des
Überdehnen des Zitzengewebes ein.
Hier sollte auch schon eine Bewertung der Betriebsvakuumhöhe zum Melken erfolgen.
Entspricht die Vakuumhöhe den herstellerspezifischen Vorgaben?
Zu hohes Vakuum belastet das Euter und speziell die Zitzen der Kuh! Nur soviel Vakuum wie nötig
soll an das Zitzengewebe und nicht soviel wie möglich! Aber Vorsicht: Für den Berater gilt vor einer
Korrektur der Vakuumhöhe, nicht eigenmächtig ändern! Vielleicht gibt es Gründe für das hier
vorgefundene, eingestellte Niveau.
Daher immer erst nach Rücksprache mit dem Landwirt oder dem Service das Vakuum ändern!
Wenn die jetzige Einstellung mehr als 2 kPa von den Werksangaben entfernt ist, langsam in 1 bis 2 kPa
Schritten pro Woche reduzieren, damit die Umstellung nicht zu einer negativen Tierreaktion führt. So
wird der Zitzenspitze Zeit gegeben, überflüssige Hornhautschichten abzustoßen und sich damit nach
einigen Tagen leichter öffnen zu können. Sind die Zitzengummis mit ihrer Parametern, besonders die
Einfaltdruckdifferenz (ED), und spezielle Funktionsbaugruppen der Melkmaschine, dafür geeignet
kann die Vakuumreduzierung solange erfolgen bis Luftschlürfen oder Haftprobleme auftreten oder die
Melkzeit nach der letzten Umstellung deutlich länger wird, dann um das eine kPa wieder anheben.
Einstellungen von bis zu 37 kPa sind dabei möglich
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c. Pulsationsmessungen
- Pulsatorfunktion aller Pulsatoren und Überprüfung mit den Werksvorgaben
Die Pulsationsmessung mit elektronischer Auswertung ist die Basis für die Bewertung einer effektiven
Pulsation. Hier sollten die einzelnen Phasen der Werksvorgabe entsprechen. Generell sind immer alle
Pulsatoren einer Anlage zu prüfen. Sind Stimulationsphasen aktiviert so sind auch diese zu überprüfen.
Bei hohen Betriebszeiten stellen sich schneller Verschleißerscheinungen ein, die frühzeitig erkannt und
abgestellt werden müssen. Die Pulsatoren weisen bei Überprüfungen die häufigsten Mängel an
Melkanlagen, mit den für die Kühe gravierendsten Auswirkungen, auf. Deshalb genügt bei
Melkständen mit hoher täglichen Einsatzzeit (> als 3 Stunden pro Melkzeit) eine jährliche Kontrolle
der Pulsatoren nicht.
d. optische Kontrolle der Gummiteile des Melkzeugs
- Zustand von Gummiteilen, die mit dem Euter der Kuh in Berührung kommen
Gerade Zitzengummis sind, dadurch dass es im direkten Kontakt mit dem Tier steht, besonders wichtig
beim Melken. Er muss die vom Pulsator erzeugten Druckwechsel in Massagebewegungen umsetzen,
um das Zitzengewebe nicht zu überlasten. Allein bei normaler Melkpulsation öffnet und schließt er 60
mal pro Minute vollständig, in der Stimulationsphase sogar 3 ... 5 mal mehr. Er unterliegt besonders im
Schaft und an der Lippe einen sehr hohen Verschleiß. Deshalb muss er zeitgerecht, und zwar in erster
Linie aus melkhygienischen Gründen, entsprechend der Vorgaben gewechselt werden!
Besonderes Augenmerk sollte auch den Zitzengummi-Köpfen gewidmet werden! Häufig ist die Lippe
von außen mit einem leicht schmierigen Belag versehen. Dieser Belag findet sich auf der nicht
gereinigten Oberfläche der Melkzeugaufnahme wieder. Genau an der Stelle, an der sich der
Zitzengummi während der Reinigung befindet. Dieser Bereich wird bei fast allen Konstruktionen nicht
gespült und sofern keine manuelle Reinigung erfolgt, sammelt sich hier für Bakterien ein
hervorragender Nährboden. Es ist ein hoch infektiöser Schmutzfilm. So werden Keime in der nächsten
Melkzeit direkt an das Euter einer Kuh getragen, da die Zitzengummilippen im direkten Kontakt zum
Euter stehen. Der Weg in das Euter nah und bei allgemein weniger hygienischer Melkarbeit ist frei.
Eine glatte, leicht zu reinigende innere Schaftoberfläche ist wichtig!
Mit zunehmender Einsatzzeit wird der Zitzengummi durch mechanische und chemische Einflüsse
(Einfaltbewegung, Dehnung, Abrieb, sauere und alkalische Reinigungs- und Desinfektionsmittel,
Milchinhaltsstoffe) innen rau und rissig. In den mikrofeinen Rissen, die als Spülschatten bei der
Spülung wirken, ist keine Reinigungswirkung vorhanden. Sie beeinflussen nicht nur die Milchqualität
negativ, sie sorgen auch für ein erhöhtes Infektionsrisiko!
Aber auch sämtliche milchführenden Schläuche unterliegen, zwar durch die geringere mechanische
Belastung nicht so stark wie Zitzengummis, einem Oberflächenverschleiß und müssen aus
milchhygienischen Gründen ebenso regelmäßig gewechselt werden. Schläuche sollten nicht abknicken,
ständig einen freien Durchgang gewähren und keine Löcher aufweisen. Schläuche müssen elastisch
sein um Kuh- und Melkzeugbewegungen auszugleichen.
e. Reinigung der Melkanlage
- Reinigungszustand und Reinigungsdaten der Melkanlage (besonders Temperatur und Dosierung von
RD-Mitteln)
Auch wenn viele es nicht glauben wollen:
Die Obergrenze für den Keimgehalt der abzuliefernden Milch liegt bei 100 000. Doch ein
schwankender Keimgehalt zwischen 10.000 und 50.000 pro ml Milch signalisiert bereits ein Problem.
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Wenn die Reinigung der Melkanlage nicht stimmt, kommt es recht schnell zu einer Anlagerung von
organischem Material mit der Folge von Keimanreicherungen an den Oberflächen milchführender
Teile vom Melkzeug bis zum Tank. Besonders problematisch sind kontagiöse Rückstände im
Melkzeug. Von dieser Stelle können sie direkt auf die Zitzen gelangen und den Strichkanal eindringen.
Dort erst einmal angekommen können sie Mastitiden auslösen. Daher unbedingt bei schwankenden
Keimzahlen der Ablieferungsmilch in erster Linie das gesamte Reinigungsverfahren überprüfen!
Die Spülmittelmenge, die Art und Konzentration des Reinigungsmittels und die erforderliche
Spülmitteltemperatur müssen zu allen Jahreszeiten stimmen. Kaltreinigungsverfahren, für
Temperaturen unter 40° Celsius, haben sich bislang nicht bewährt.
In jedem Fall ist die Wasserqualität (Wasserhärte, Eisengehalt) in die Bewertung der Konzentration mit
einzubeziehen. Hartes Wasser, leicht zu erkennen an den weißen Belägen, verlangt eine angepasste,
höhere Konzentration, weil einerseits der Kalkanteil die Reinigungs- und Desinfektionswirkung
herabsetzt, andererseits ist der Wechsel von alkalischer und sauerer Reinigung zu erhöhen
(Wechselreinigung). Der Desinfektionsgrad einer saueren Reinigung ist allerdings niedriger. Weiches
Wasser erlaubt die Häufigkeit der saueren Reinigung zu verringern. Grundsätzlich sollten nur geprüfte
und zugelassene R&D-Mittel angewendet werden.
Wichtig ist, die vorgefundenen Zustände zu Beginn einer Inspektion zu protokollieren!
Die Werte aus allen aufgeführten Bereichen müssen nachweisbar sein, damit dem Betreiber nach der
kompletten Überprüfung der vorgefundene Zustand und nach dem Abstellen der Mängel der dann
erreichte Anlagenzustand dokumentiert werden kann!
Nachdem nun sichergestellt ist, dass die Technik in Ordnung ist, kann das Melken observiert werden.
2. Das Melken
Nicht selten treten erst beim Beobachten des Melkens eklatante Melk- und Bedienungsfehler auf. Dem
Betreiber oder Bediener der Anlage ist die Bedeutung dieser Fehler meist gar nicht bewusst, weil sich
eine falsche Routine gefestigt hat – es wurde schon immer so gemolken. Deshalb sollte sich nicht auf
die mündlichen Aussagen über den Melkablauf verlassen werden. Nur wenn ich etwas selbst gesehen
habe, kann ich mir ein exaktes Bild über die Melksituation des Betriebes machen. Erst dann lassen sich
die Ursachen für manche vorhandenen Melkprobleme erst finden!
Analyse des aktuellen Melkens
a. Allgemeine Melkbeobachtungen
Basis für ein gutes, erfolgreiches Melken ist immer eine richtig durchgeführte Melkroutine. Dazu
gehören neben der notwendigen Vorbereitung der Kuh auf das Melken auch der richtige, ruhige und
stressfreie Umgang mit den Tieren.
Das Verhalten der Tiere beim Melken, wie
• verängstigtes Betreten des Melkbereiches,
• unruhiges Stehen, Schlagen nach dem Melkzeug,
• Abkoten im Melkstand
zeigt an, das hier etwas im Argen liegt.
Ein Verkrampfen deutet immer auf Unwohlsein hin und hat Ursachen.
Die Ursachen müssen gefunden und abgestellt werden. Das kann durch grobe Behandlung der Tiere
durch das Melkpersonal, tierungünstig eingestellte Melkanlagenparameter, zu enges Standflächenmaße,
rutschige Bodenbeläge, zu hohe Besatzdichte im Vorwartehof liegen oder durch Kriechstrom aufgrund
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fehlenden oder verrotteten Potentialausgleich der Melkanlage hervorgerufen werden. Ein
„Zusammenquetschen“ der Tiere, speziell am letzten Standplatz führt nicht dazu, dass die Kühe
zukünftig freiwillig in den Melkstand kommen wollen. Die Melkwilligkeit wird behindert.
Daher sollte besonders bei älteren Melkständen und bei modernen Kreuzungsrassen darauf geachtet
werden, dass der Brustrohrbereich und ggf. die Breite des Melkstandes auf die Tiere neu angepasst
werden muss!
Kühe sollten gerne und von sich aus den Melkbereich betreten, entspannt und wiederkäuend während
des Melkens stehen und in normalem Schritttempo den Melkstand verlassen.
b. Gibt es Haftprobleme, wenn ja wann und wie viel?
Zu unterscheiden ist bei der Beurteilung von Haftproblemen ob es sich um Abfallen oder Abschlagen
der Melkzeuge handelt. Abschlagen weist meistens Schmerzreaktionen der Tiere hin, mit überwiegend
maschinenbedingten Ursachen. Haftungsprobleme sind dagegen überwiegend Anpassungs- und
Routineprobleme.
Haftprobleme, selbst das einfache Luftschlürfen eines am Euter befindlichen Melkzeugs, stören den
Melkablauf erheblich und müssen auf ein Minimum reduziert werden. Das Melkzeug stellt für einen
Teil der Herde immer ein Kompromiss dar, da die Euter- und besonders die Zitzenmaße oft stark
variieren, jedoch nur eine Melkzeuggröße zur Verfügung steht mit der alle Kühe gemolken werden
müssen. Deshalb ist es wichtig sich die Herde, speziell die Zitzen, anzusehen, gegebenenfalls zu
vermessen und mit den vorhandenen Melkzeugen zu vergleichen und erst dann begründete Änderungen
vorzunehmen..
Haftprobleme in den ersten beiden Melkminuten weisen auf mangelnden Anrüsteffekt der Kühe
(Bimodalitäten) und nicht richtiger Positionierung der Melkzeuge unter dem Euter der Kuh hin.
Ungleiche Masseverteilung und Verdrehen der Melkzeuge sind die häufigsten Mängel. Oft bringen
schlecht ausgerichtete Melkzeuge gegebenenfalls gegen Melkende ebensolche Probleme mit sich.
Häufig ist der richtige Sitz des Melkzeuges bei frischlaktierenden Kühen mit ödemischen Eutern nicht
möglich. Ein spezielles Melkzeug mit verlängerten kurzen Milchschläuchen passt sich besser an die
abweichende Eutergeometrie an und ermöglicht so ein besseres Melken. Für die richtige Wahl der
Zitzengummis, nach Form und Nennweite, ist es jedoch ratsam die Herde auf Zitzendurchmesser und
–länge zu vermessen.
Ein international gültiger Bewertungsschlüssel hilft die oft subjektive Einschätzung von Haftproblemen
zu qualifizieren.
Auf 100 Melkungen werden
- weniger als 5 Haftprobleme/Luftschlürfen als gut
- und mehr als 10 “ “ als schlecht beurteilt.
c. Gibt es Ausmelkprobleme?
Wann fangen Ausmelkprobleme an und was muss getan werden um sie zu abzustellen? Es muss nicht
immer in erster Linie die Einstellung der Technik sein, um hier eine Verbesserung zu erreichen.
Grundsätzlich sollte bei dieser Frage zuerst das Melken beobachtet werden, ob die Vorbereitung der Kuh
auf das Melken stimmt. Ohne ausreichende Stimulation, dazu gehört die Vormelkprobe, das
Euterreinigen und die manuelle oder technische Reizung der Rezeptoren, ist auch das Melkverhalten
gegen Melkende nicht optimal. Negativ wirkt sich auch das Ansetzen der Melkbecher an nasse Zitzen
aus. Durch die geringere Reibung zwischen Zitzen- und Zitzengummischaftwand rutschen die
Melkbecher früh an den Zitzen hoch und schnüren schon zu Beginn des Melkens, besonders bei schlecht
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angerüsteten Kühen, den Bereich des „Fürstenbergschen Venenringes“ ein. Die Verbindung zwischen
Euter- und Zitzenzisterne wird beim Melken eingeengt und gegen Melkende verfrüht verschlossen.
Verdrehte, nicht ausgerichtete Melkzeuge führen zu gleichen Erscheinungen. Hier ist der Fehler nicht in
der Einstellung der Abnahmeautomatik zu suchen, die Melkroutine ist zu ändern.
Weiterhin ist häufig der Fehler in der auf die Herde nicht abgestimmte Zitzengummigröße und –form zu
suchen.
Also, beim Melken genau hinschauen!
Die Beobachtung des Milchflusses gegen Melkende, beim Einsetzen des Nachmelkens und besonders
zum Abnahmezeitpunkt, wird zwar subjektiv häufig falsch eingeschätzt, ist aber unumgänglich. Der
Beginn des technischen Nachmelkens sollte so früh wie möglich einsetzen (bei 800 ... >1000 ml/min),
um die individuell mitunter langen Ausmelkphasen einzelner Viertel zu verkürzen und schädliche
Blindmelkzeiten zu reduzieren.
Ohne vorhandenen Nachmelk- und/oder Abnahmevorrichtungen ist oft der optimale Zeitpunkt des
Nachmelkbeginns überschritten. Deshalb sollte frühzeitig mit einem Zisternengriff der Füllungsgrad
ermittelt und mit einer gefühlvollen Belastung des Melkzeuges und einem differenzierten Ausstreichen
der Viertel begonnen werden. Dieser Vorgang ist euterschonend und kurz auszuführen.
Abnahmeautomaten reagieren nicht auf den Ausmelkgrad, sondern nur indirekt über den Milchfluss. Das
birgt die Gefahr in sich, dass einzelne, schwermelkende Viertel nicht ausgemolken werden. Verlassen
diese Kühe dann unkontrolliert (Kontroll- oder Zisternengriff) den Melkstand sind Milchertragseinbußen
und Eutergesundheitsprobleme die Folge. Der Abnahmeschaltpunkt sollte 200 ml/min nicht wesentlich
überschreiten.
Anders bei Nachmelk- und Abnahmeautomaten. Hier wird durch das Nachmelken der Ausmelkgrad
wesentlich verbessert. In dem Fall kann, abhängig von der Melkhäufigkeit der Abnahmemilchfluss auf
250 ... 300 ml/min erhöht werden. Auch bei diesem Verfahren ist der Kontrollgriff vor Verlassen des
Melkstandes in jedem Fall ratsam.
Die exakte Arbeit und der technische Zustand, besonders der Milchflusssensoren, jedes einzelnen
Melkplatzes sind zu kontrollieren. Sie sollte in engen, regelmäßigen Abständen vom LKV geprüft oder
von der Fachwerkstatt gewartet werden. Sparen an dieser Stelle führt zu Verlusten bei der
Milchproduktion!
Die Einstellung der Schaltpunkte auf die unproblematischen Tiere einer Herde auszurichten.
Problemtiere sind zu kennzeichnen und individuell zu händeln.
Ab wann ist es ein Ausmelkproblem?
Bei 2-mal täglichem Melken gilt folgender internationaler Richtwert:
Die durch Handmelken ermittelte Milchmenge sollte 250ml pro Kuh nicht überschreiten. Dazu sind
bei bis 100 Kühe mind. 20 Kühe oder 80 Euterviertel zu prüfen. Nicht mehr als 20% der Euterviertel
sollen eine Restmilchmenge von mehr als 100 ml aufweisen.
Bei 3-mal täglichem Melken sollen 500 ml pro Kuh nicht überschritten werden und 200 ml / Viertel
sind nicht zu überschreiten.
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d. Wie sehen die Zitzen nach dem Melken aus?
Um Fehler an der Melktechnik festzustellen sollten die Zitzen nach Abnahme der Melkzeuge
begutachtet werden
o zeigen mehr als 20% der Kühe Verfärbungen an einer oder mehreren Zitzen nach dem
Melken,
o sind bei mehr als 20% der Kühe nach dem Melken an einer oder mehreren Zitzen
Verhärtungen oder platte Zitzenkuppen fühlbar,
o haben mehr als 20% der Kühe am Übergang zum Euter an einer oder mehreren Zitzen
eine fühlbare Ringbildung und
o zeigen mehr als 20% der Kühe an einer oder mehreren Zitzen Hyperkeratosen mit den
Noten 3 und 4,
dann ist die Fehlersuche zwingend erforderlich um Eutergesundheitsschäden zu vermeiden.
Verfärbungen treten auf, wenn Zitzengummidimensionen nicht optimal zur Zitze passen, Pulsationsund
Vakuumverhältnisse Abweichungen aufweisen und verstärkt Blindmelken, auch an einzelnen
Zitzen, eintritt.
Verhärtungen deuten auf zu hartes Zitzengummimaterial (ED >15 kPa) und weite
Zitzengummischäfte, sowie fehlerhafte Vakuum- und Pulsationsparameter und zu niedrige
Abschaltschwellenwerte hin.
Ringbildungen deuten zudem noch auf falsche Routine bei der Stimulation und dem Ansetzen.
Hyperkeratosen sind Gewebereaktionen, besonders des Strichkanalepithels, auf hohe mechanische
Belastungen und chemische Reizungen. Hier ist zusätzlich das Dippmittel auf seine richtige
Anwendung und der Einsatzkonzentration zu prüfen.
Zwei zusammenfassende Tabellen über „Vorrangig melkbedingte Zitzenschäden“ und „Einflüsse der
Fütterung auf die Eutergesundheit“ sind dazu im Anhang beigefügt.
3. Das Tier
a. Wann gilt die Eutergesundheit einer Kuh als gefährdet?
Ein Kuheuter kann als gesund bezeichnet werden, wenn keine klinischen Normabweichungen
vorliegen, wenn die Zellzahl im Viertelgemelk jeweils unter 100 000 Zellen /ml (Altmelker bis
200 000) liegt und wenn im aseptisch gewonnen Sekret keine Mastitiserreger nachweisbar sind.
Eutergesundheitsstörungen werden entsprechend ihres Status nach folgender Tabelle unterteilt.
Charakteristika von Störungen der Eutergesundheit (IDF)
Status Veränderungen
klinisch sekretorisch bakteriologisch
Gesunde Euter
Sekretionsstörung
Latente Infektion
Subklinische Mastitis
Klinische Mastitis
negativ
negativ
negativ
negativ
positiv
negativ
positiv
negativ
positiv
positiv
negativ
negativ
positiv
positiv
positiv / negativ
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Bei Entzündungen im Euter werden vor allem Abwehrzellen (Leukozyten) vermehrt nachgewiesen und
in vielen Fällen sowohl subklinischer, mehr noch bei klinischer Mastitis, sind Erreger primär oder
sekundär krankheitsauslösend. Klinische Mastitiden können als akute oder chronische Entzündungen
auftreten. Sie sind aber mit einer starken Erhöhung von Leukozyten verbunden (Eiter, Flocken) und
weisen stets, aber sehr unterschiedlich ausgeprägte Verluste an milchbildenden Gewebe und damit
Milchertragsverluste auf.
Ist der Zellgehalt erst einmal gestiegen, sind die Euter der Kühe bereits erkrankt.
Jetzt gilt es 2 Bereiche gleichzeitig ausreichend abzudecken und im Auge zu behalten:
• Erkrankte Kühe müssen herausgefunden und sachgerecht behandelt werden und
• die Neuinfektionsgefahr muss gebannt werden.
Beides hat direkt etwas miteinander zu tun!
Die Vormelkprobe, sie ist gesetzlich vorgeschrieben, bietet dem Melker die Möglichkeit grobsinnlich
erkennbare Milchveränderungen (flockig, sämig, wässrig, blutig, geruchsabweichend) bei jedem
Melken wahrzunehmen, die in jedem Fall auf eine klinische Mastitis hinweisen. Mittels Schnelltest
(Schalmtest, CMT) oder im Labor kann der Zellgehalt ermittelt werden. Leitfähigkeitsmessungen der
Viertelgemelke geben ebenfalls zeitig Hinweise auf Eutererkrankungen, widerspiegeln aber nur
indirekt und ungenau den Zellgehaltsstatus. Der Erregernachweis bleibt dem Labor vorbehalten. Nur
die kombinierten Viertel- und Sekretuntersuchungen bieten die ausreichende Basis für eine Diagnose
über den Gesundheitszustand und einer verbundene Antibiotikabehandlung, die möglichst mit einem
Resistogramm untersetzt ist. Unkontrollierter Antibiotikaeinsatz ist oft unwirksam und kann sogar
schädlich sein.
Äußerste Sauberkeit ist bei der Milchprobenentnahme die Voraussetzung für die richtige Diagnose. Für
eine Aussage über das Erregerspektrum einzelner Tiere oder der gesamten Herde muss eine
Milchprobe in speziell dafür von bakteriologischen Untersuchungseinrichtungen zur Verfügung
gestellten sterilen Milchproberöhrchen gezogen werden. Um die Proben möglichst keimfrei ziehen zu
können sind die Zitzen, besonders die Zitzenkuppen und die Hände der Probezieher vorher gründlich
zu säubern und mit entsprechenden Desinfektionsmitteln zu reinigen. Damit keine
Schmutzpartikelchen mit in die Probe gelangen, ist das Röhrchen nicht senkrecht unter das Euter,
sondern abgewinkelt unter das Euter zu halten. Es darf zu keiner Zitzenberührung kommen. Der
Milchstrahl muss frei in das Röhrchen gelangen.
Gleichzeitig mit der Erhöhung des Zellgehaltes ändern sich auch die Milchinhaltsstoffe, wie die
folgende Tabelle es zeigt.
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Veränderung Milchinhaltsstoffe – Mastitis (n. Kitchen, 1981; Tolle,1983)
Norm Tendenz
Fett (%)
Lactose (%)
Protein (%)
Casein (mg/ml)
Molkenprotein (%)
Laktoferrin (mg/ml)
Lysozyn (mg/ml)
Na+ (mg/dl)
Cl- (mg/dl)
K+ (mg/dl)
Mg+ (mg/dl)
Ca+ (mg/dl)
P+ (mg/dl)
4,0
4,8
3,4
27,9
8,5
0,1 ... 0,2
0 ... 55
57
80 ... 120
173
18
136
26
-
-
-
- -
+++
+++
+++
++
+++
-
- - -
- - -
- - -
+ = < 10 x erhöht - = < 10 % vermindert
++ = bis 100 x erhöht - - = bis 25 % vermindert
+++ = bis 1000 x erhöht - - - = bis 75 % vermindert
Nicht nur der Wert des Lebensmittels Milch, sonder die Verarbeitbarkeit der Rohmilch verschlechtert
sich ebenfalls
b. Warum müssen kranke Tiere erkannt, selektiert und behandelt werden?
Kühe mit einem zu hohen Zellgehalt sind deutlich sichtbar zu kennzeichnen! Sie bedeuten generell ein
erhöhtes Ansteckungspotential für noch gesunde Tiere, weil Eutererkrankungen zumeist mit einer
bakteriellen Infektion verbunden sind. Krankheitserreger finden sich in der Milch einer erkrankten Kuh
in hoher Konzentration wieder. Wird eine solche Kuh gemolken, befinden sich anschließend die
Erreger auf den benetzten Oberflächen des benutzten Melkzeugs. Wird das Melkzeug nach dem
Melken einer kranken Kuh nicht zwischendesinfiziert (z. B. Tauchen, Backflush, o.ä.) und die Hände
nicht desinfiziert, können Krankheitserreger schnell von Kuh zu Kuh übertragen werden. Über diese
Wege wird unbewusst ein Großteil von Neuinfektionen ausgelöst. Die Melkroutine ist so umzustellen,
dass erkrankte Tiere in jedem Fall zum Schluss gemolken werden.
In Laufställen ist es ratsam euterkranke Kühe abgetrennt von den anderen Kühen aufzustallen. Die
Übertragungsmöglichkeiten sind damit verringert.
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c. Wie sollte vorgegangen werden, um eine Herde mit Erfolg zu sanieren?
Nach Bekannt werden des Ergebnisses ist der Maßnahmeplan zu erstellen.
Für eine erfolgreiche andauernde Bestandssanierung bedarf es
• einer aussagefähigen Einzeltierdiagnostik
• einer differenzierten Beurteilung und wirksamer Maßnahmen im Umfeld der Tiere hinsichtlich
Ausschaltung aller Störgrößen für die Eutergesundheit
• einer Einschätzung der Behandlungswürdigkeit, bzw. Selektion erkrankter Tiere
• einer systematischen medikamentösen Behandlung und Nachkontrolle der erkrankten Tiere
• einer ökonomischen Betrachtung von Schadensgröße, Aufwand und Ergebnis der Maßnahme
• der bewussten Mitarbeit aller an den Sanierungsmaßnahmen beteiligten Personen.
Dieser Maßnahmeplan ist in Zusammenarbeit zwischen Tierbesitzer und betreuendem Tierarzt zu
erarbeiten. Er ist mit Maßgaben für Verantwortung, Zeitablauf und Kontrollen zu versehen, sowie für
eine längere Zeit anzusetzen und auch durchzustehen.
Hilfen bei diesen Maßnahmen zur Sanierung sollten sich aus der Kontrolle durch den Amtstierarzt
(besonders bei gesperrter Milchlieferung), durch Berater des LKV, aus Informationen des
Diagnostiklabors, vom (möglichst neutralen) Fütterungsberater und dem Melkmaschinen-
Servicevertreter ergeben.
Bei breitflächigen bakteriellen Euterinfektionen spielen infektionsmindernde Hygienemaßnahmen eine
besondere Rolle. Dazu gehören:
• Die Absonderung und Ursachenklärung von Kühen, die ein makroskopisch verändertes
Vorgemelk (Flocken) haben und die unschädliche Beseitigung der Vorgemelke, sie gehören in
den Gully, aller Kühe.
• Euterkranke Tiere sind grundsätzlich zuletzt zu melken und separat zu halten.
• Die Sauberkeit im Umfeld der Kühe, wie Liegeflächen, Trift- und Fressgänge, Melkstand, Euter
• Die Euternachkontrolle und das Dippen der Zitzen nach Melkzeugabnahme
• Die Zwischendesinfektion der Melkzeuge und der Melkerhände (auch bei Verwendung von
Gummihandschuhen)
• Die wirksame Reinigung und Desinfektion der Melkanlage
• Die systematische Reinigung und Desinfektion der Liegeflächen, Abkalbebereiche und
Krankenboxen
• Die Eutergesundheitsabsicherung aller Zukauftiere
Der Behandlungserfolg ist regelmäßig zu kontrolliert.
Viele Praktiker wissen, es dauert lange und ist ein schleichender Prozess bis der Zellgehalt der
Tankmilch auf Werte von über 250.000 pro ml/Milch steigt. Dann kann er rasant weiter ansteigen. Den
Gesundheitsstatus wieder zu verbessern, erfordert konsequentes, bewusstes Handeln über lange
Zeiträume!
Deshalb muss bereits bei geringen Zellzahlproblemen früh und fachgerecht reagiert werden!
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Abgleichen mit neueren Veröffentlichungen z.B. Krömker, Wolter
Vorrangig melkbedingte Schäden (n. Wendt, 2003)
Schäden Ursachen Folgen Maßnahmen
Ischämie
(Blutleere)
Geringe Massage
Areguläre Zitzen
Lange Melkdauer
Gewebeschäden
Infektionsbegünstigung
Hyperkeratosen
Pulsation kontrollieren
Selektion extremer Zitzen
Anrüstkontrolle
Petechien
(Blutpunkte)
Vakuumstörungen
Extreme Zitzenmaße
Blindmelken
Bindegewebebildung
Schwermelkigkeit
Infektionen begünstigt
Vakuum regulieren
Selektion extremer Zitzen
Ödeme
Massage gering
Unpassende Zitzengummis
Melkzeug klettert
derbe Zitzen
Unvollständiges Ausmelken
Schwermelker
Pulsationskontrolle
Sitz Melkzeug
trockene Zitzen
Stenosen
angeboren, besaugt
Zitzenzisternenschäden
Infektion, Thelitis
Schwermelker
Ventilwirkung
Verschluss Gangsystem
Selektion
Chirurgische Behandlung
Sauger aussondern
Hyperkeratosen
Lange Melkdauer
Blindmelken
Extreme Zitzenmaße
Schäden durch Desinfektion
Biotinmangel
Verstärkt Schwermelker
Thelitis, Nekrosen
Infektionsförderung
Milch verschmutzt
Ursachen abstellen
Zitzenbonitur
Kontrolle Infektion
komplexe Vorsorge
Einflussfaktoren Fütterung - Eutergesundheit
Faktor Wirkung Folgen
Energiemangel (p.p.)
Ketose-subklinisch
-klinisch
Leberschäden
Phagozytosedepressionen
Störungen des Immunsystems
klinische Mastitis
Zellgehalt erhöht
Fettgehalt erhöht
Eiweißüberschuss
Ammoniak-Pansen
Leberinsuffizienz
subklinische Mastitis
klinische Mastitis
Harnstoffwerte hoch
Kohlenhydr.-Überschuss
Rohfasermangel
Pansenazidose
Blut-Kalzium-Depression
Zellzahl erhöht
Klinische Mastitis
Nitrat – Nitrit
Gülle-N
Brassica-Fütterung
Immunsuppression
Hypoxämie
Schleimhautreizung
Zellzahl erhöht
Erhöhter Vit.-Verbrauch
Mangel Vit. A – E
Selen
Immun. Schwächung
Gewebeschutzschwächung
Belastung Redoxsystem
Schleimhautschäden
Subklinische Mastitis
Latente Infektionen
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Wissenschaftlicher Beirat - AG Hygiene
veröffentlicht: 2007
1
Gruppe Melken und Melktechnik
Mitglieder: Ewald Albers, Eckhard Schütte, Günter Schlaiß, Hartmut Grimm, Erwin Steidle,
Hans-Jürgen Rudovsky, Bernhard Schulze Wartenhorst
Sprecher: Hans-Jürgen Rudovsky
Aufgaben und Ziele der Arbeitsgruppe:
Problematiken aus Sicht der Kuh aufarbeiten, dem Melkberater die Bandbreite aufzeigen mit der er
sich zur Behebung von Problemen auseinander setzen muss.
Praxisrelevante Infos zu:
Zitzenkonditionen bewerten, analysieren, Ursachen für Veränderungen finden und darstellen.
Grundlagen für Pulsationseinstellungen
Wirkungen von Gleichtakt und Wechseltakt
Basisinformationen zum Einsatz von Zitzengummis
Fragen der Melkzeugpositionierung
Messen und Prüfen von Melkanlagen allgemein
Messen unter Melkbedingungen
zusammenstellen. Die Ergebnisse werden in jeweiligen Schriften zusammengetragen, über die
WGM veröffentlicht und ggf. in Workshops vertieft.
Wissenschaftliche Fragestellungen und zukünftige Betätigungsfelder
1. Zitzengummibewegungen über einen Lebenszyklus gemessen. Welche Veränderungen ergeben
sich? (In Ergänzung zur Diplom-Arbeit Maier, 2003) Aktion: Uni Hohenheim, Dr. H.
Grimm
2. Einfluss verschiedener Pulsator-, Vakuumeinstellungen und/oder anderer Melkmaschineneinstellungen
auf die Melkbarkeitsparameter (über Laktocorder), die Zitzenkondition die Milchejektion
und/oder die Eutergesundheit bei der Milchkuh Aktion: Uni Bonn, Dr. U. Müller ,
Diplomandin Claudia Portz
3. Veränderungen der Zitzenkondition während des Melkens gemessen. Was kann und wie kann
sicher und reproduzierbar gemessen werden? (Zur Zeit in Planung)
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Sind die Längen der einzelnen Pulsationsphasen willkürlich gewählt?
AG Melken und Melktechnik
Vorhergehend wurde der Zweiraummelkbecher ausführlich beschrieben. Dieser Teil beschäftigte sich
mit der optimalen Länge der einzelnen Pulsationsphasen. Nun wirft sich natürlich die Frage auf, worauf
basieren eigentlich diese Angaben?
Dazu stehen wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung, in denen schon vor Jahren die Effekte
der Pulsation untersucht wurden. Hierbei konnten zum Teil durch Extremversuche an den Kühen nicht
nur die Einflüsse auf Melkgeschwindigkeit sondern auch auf Eutergesundheit und Zitzenkonditionen
ermittelt werden. Auf Grundlage solcher Quellen sollten und werden Pulsatoreinstellungen festgelegt.
In der nebenstehenden Abbildung sind zum
einen einige unterschiedliche Pulsverhältnisse
und deren Einfluss auf die Anzahl an mit
Mastitis infizierten Eutervierteln dargestellt.
Zum anderen kann in der Waagerechten die
unterschiedliche Länge der c + d-Phasen bei
diversen Pulsverhältnissen in Sekunden
abgelesen werden. Im Ergebnis ist deutlich zu
erkennen, dass eine Pulsation mit einer
Einstellung bis 60:40 eine gleich bleibende,
geringe Auswirkung auf die Anzahl infizierter
Euterviertel aufweist. Wäre das Melken mit
Pulseinstellungen von 50:50 nicht deutlich
langsamer als 60:40, könnte auch eine solche
Einstellung allein aus dem Gesichtspunkt
„Auswirkungen auf Eutergesundheit“ durchaus
interessant sein und eine mögliche Alternative
darstellen.
Wird das Pulsverhältnis über die genannte 60/40 %-Einstellung gesteigert, so steigt auch der Anteil der
infizierten Euterviertel entsprechend deutlich an.
Hier treten 2 Effekte gleichzeitig auf:
1. Bei einem Saugphasenanteil größer 65 % wird die b-Phase allein schon bei
mindestens 50 % liegen. Dies bedeutet bei einer Geschwindigkeit von 60
Zyklen pro Minute, dass die reine b-Phase (Melkphase) oberhalb 500 ms
liegt, die Zitzengummioffenphase ist also recht lang. In dieser Zeit wirkt
das Vakuum voll auf die Zitze ein. Dies reizt das Gewebe, zudem werden
Blut und körpereigene Flüssigkeiten in die Zitzenkuppe gezogen. Das
führt mittelfristig zu einem langsameren Melken, da sich der
Schließmechanismus der Zitze mit zunehmender Melkzeit durch den
zunehmenden Gewebeinnendruck immer enger wird und somit
schwieriger öffnen lässt. Dadurch verlängert sich die Melkdauer und das
Melkvakuum belastet das Gewebe stärker. Damit ist das Risiko auf
stärkere, negative Einwirkung auf die Eutergesundheit gegeben.
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Wissenschaftlichen Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V.
2
Veränderung der Dicke der Zitzen bei unterschiedlichen
Pulsgeschwindigkeiten und Pulsverhältnissen
2. Wie in der gleichen Grafik auf Seite 1 zu sehen ist, beträgt der Entlastungsphasenanteil (c + d-
Phase) nur ca. 300 ms. Wird eine c-Phase von mindestens 100/110 ms unterstellt, so verbleiben
für die reine d Phase (Druck/Massagephase auf Zitze) nur noch weniger als 200 ms.
Diese Zeit reicht mit zunehmender Melkzeit nicht mehr aus, um die nun in der Zitzenkuppe
angesammelten Gewebeflüssigkeiten wieder aus der Kuppe in höhere Regionen massieren zu
können. So wird gegen Melkende auch hier die Kuppe mehr und mehr verhärten und zu einem
langsameren Melken führen. Das war auch ein Grund für die Festsetzung der Dauer der d-Phase
von mindestens 15% und mindestens 150 ms in der DIN/ISO 5707.
Harte Zitzenkuppen sind natürlich immer empfindlicher hinsichtlich Beschädigungen bei
Krafteinwirkungen von außen.
Recht schnell sind neben deutlich sichtbaren Ringen um den Schließbereich auch
entsprechende, bleibende Verhornungen als Reaktion auf zu lange und zu hohe
Vakuumeinwirkungen zu beobachten (Hyperkeratosen).
Die nachfolgende Studie, von Hamann und Mein, zeigt Veränderungen der Zitzendicke bei
unterschiedlich ausgeprägten Taktfrequenz der Pulsatoren und den Saugphasenlängen. Zum leichteren
Verständnis der nachfolgenden Untersuchung ist in der Tabelle einmal dargestellt wie sich a + b-
Phasen in der Zeiteinheit bei unterschiedlicher Frequenz und unterschiedlicher Länge der a + b-Phasen
in % verändern.
Länge des Pulszyklus 50% a+b 70% a+b 80% a+b
20 Zyklen pro Min. Entspricht 3.000 ms/Zyklus = 1.500ms = 2.100ms = 2.400ms
40 Zyklen pro Min. Entspricht 1.500 ms/Zyklus = 750ms = 1.050ms = 1.200ms
60 Zyklen pro Min. Entspricht 1.000 ms/Zyklus = 500ms = 700ms = 800ms
80 Zyklen pro Min. Entspricht 750 ms/Zyklus = 375ms = 525ms = 600ms
Die geringsten Auswirkungen auf Zitzendicke sind bei einem Pulsverhältnis mit niedrigen Zitzengummi-
Offenphasen zu verzeichnen.
Hier weist die Gruppe mit
50 % Saugphase die geringsten
Veränderungen auf.
Der Sprung von 50 auf 70% zeigt
nun aber deutliche Veränderungen.
Hier passiert also einiges an und mit
der Zitze! Klar ist, dass in jeder
Gruppe eine schnellere Pulszahl
durch dann kürzer werdende
Pulszyklen in der Zeiteinheit jeweils
die geringsten Veränderungen
bewirkt. Die dazugehörenden
Zitzengummi-Offenphasen werden
kürzer, der Zitzengummi kommt
schneller wieder zurück an die
Pulsverhältnis
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Zitze, damit wird die Wirkung von Vakuum an den Zitzen unterbrochen und es wird nicht so viel Blut
und körpereigene Flüssigkeit in die Zitzenspitze gesaugt.
Des Weiteren gibt es eine wissenschaftliche Untersuchung aus den USA, die sich speziell mit dem
Milchausflussprofil aus Zitzen beschäftigt.
Diese wurde 1992 in dem Buch „Machine Milking and Lactation“ (Mein, Bramley and Dodd)
veröffentlicht.
Hier wurde bei unterschiedlich langen Zitzengummi-Offenphasen der Milchfluss aus Zitzen gemessen
und über die Zeit dargestellt. Das erste Bild
zeigt in der oberen roten Grafik einen
Pulszyklus über 2.000 ms mit einer Länge
der Vakuumphase (Zitzengummi-
Offenphase) von fast 1.500 ms. Die untere
blaue Grafik zeigt nun den dazugehörigen
Milchausfluss aus Zitzen.
Es fällt sofort auf, dass der Ausfluss aus
Zitzen scheinbar nicht stabil ist, sondern
sich über Zeit deutlich verändert. Nach
ungefähr 500 ms ist zu erkennen, dass sich
die Milchflussintensität reduziert, wobei
sich der Ausfluss nach ca. 800 ms auf einem dann deutlich reduzierten Niveau (ca. 60 % vom
Ausgangswert) zu stabilisieren scheint. Der nachfolgende 2. Pulszyklus zeigt das gleiche Profil. Hier
wurde der Pulszyklus auch noch auf insgesamt über 10 Sekunden verlängert um zu sehen, was über
einen solch langen Zeitraum passiert. Auch hier ist wieder festzustellen, dass nach ca. 500 ms der
Milchfluss nachlässt und dann allerdings auf dem 2. Niveau mit fast 60 % des maximalen Milchflusses
über die gesamte restliche Zykluslänge nahezu stabil bleibt.
Damit wird also deutlich, dass zur Ausnutzung eines optimalen Milchausflusses aus Zitzen die ersten
500 ms die effektivsten sind!
Unter Berücksichtigung der Tatsachen:
- dass Zitzengummi-Offenphasen länger 500 ms die Zitze erheblich belasten,
- dass das Infektionsrisiko bezüglich Eutererkrankungen bei länger als 500 ms
andauernden Offenphasen deutlich ansteigt,
- dass der Milchausfluss aus Zitzen nach 500ms sowieso zurückgeht,
machen längere Zitzengummi-Offenphasen also auch gar keinen Sinn!
Deshalb befürwortet man heute aus diesen Gründen, die Länge der b Phase auf 500 bis 550 ms zu
begrenzen und auch die a + b-Phase der Pulsation kleiner 65% einzustellen.
Neben der richtigen Ausprägung von b- und d-Phase sind natürlich auch die Übergangsphasen a und c
von Bedeutung.
Die Länge der beiden Phasen steuert die Geschwindigkeit mit der sich der Zitzengummi öffnet und
schließt. Dabei sind 2 Bereiche besonders zu beleuchten:
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1. Öffnen und Schließen des Zitzengummis verursachen eine starke Veränderung des Volumens im
Melkbecherinnenraum unterhalb der Zitze. Beim Öffnen kommt es zu einer plötzlichen
Vergrößerung des Volumens.
Erfolgt die Volumenänderung zu schnell, kann es passieren, dass nun das Vakuum im
Melkbecherinnenraum kurzzeitig über das des Melkvakuums steigt. Erst wenn nun über die
Verbindung zum kurzen Milchschlauch wieder ein Druckausgleich stattfindet, stabilisiert sich das
Vakuum im Innenraum wieder auf dem gewünschten Niveau. Daher sollten die meist in Europa
eingesetzten großvolumigeren Zitzengummis mit nicht zu kurzen a-Phasen der Pulsation kombiniert
werden!
Diese Kombination erhöht das Risiko von Rücksprayeffekten innerhalb des Melkzeugs. Durch das zu
schnelle Öffnen des Zitzengummis entsteht kurzfristig ein höheres Vakuum an der Zitze. der
Druckunterschied zum Milchsammelstück führt nun zum Druckaustausch zwischen diesen beiden
Räumen. Dabei kann ein Milchluftgemisch vom Milchsammelstück durchaus in Richtung Zitze
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beschleunigt werden. Besonders bei Wechseltaktmaschinen können dadurch Krankheitserreger von
einem Euterviertel auf andere über die Milch innerhalb des Melkzeuges übertragen werden!
Deshalb ist hier die Länge der a-Phase der Pulsation besonders zu beachten!
Beim Schließen wird das Volumen nun reduziert. Dadurch kommt es kurzfristig zu einem kleinen
Vakuumabfall im Melkbecherinnenraum. Das kann gewollt zu einer Beschleunigung der Ableitung von
Milch aus dem Melkbecher und kurzen Milchschlauch in das Milchsammelstück führen. Die Intensität
dieser „Pumpwirkung“ wird a. durch die Formgebung des Zitzengummis und b. durch die Schnelligkeit
des Schließens bestimmt.
2. Gerade beim Schließen trifft der Zitzengummi wieder auf die Zitze. Ist die Bewegung zu schnell, so
kann es besonders bei zu großen Zitzengummis auf eine zu dünne Zitze zu einem unangenehmen
Melkgefühl führen. Dazu hat es einige wissenschaftliche Untersuchungen in den Niederlanden
gegeben. De Koning und andere sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine c-Phase
möglichst an 100 ms heranreichen sollte. Kürzere c-Phasen mit zum Beispiel kleiner 80 ms
verursachen ein unruhiges Stehen der Kühe beim Melken und auch ein vermehrtes Abschlagen der
Melkzeuge. Werden 90 bis 100 ms erreicht, beruhigt sich das wieder. Eine Steigerung auf über
120/130 ms sieht man aber nicht als nötig an, weil dadurch keine weitere Verbesserung beobachtet
werden konnte.
P. Billon fand in Frankreich heraus, dass durch nur insgesamt 80 ms lange c-Phasen die
Milchflussintensität von Kühen geringer ist als bei 100 bis 120 ms. Erklärt werden könnte dieses
ebenfalls durch ein angenehmeres Melkgefühl für die Kühe. Bei entspannten Tieren kommt es zu
einer besseren, nicht verkrampften Situation speziell rund um die Muskulatur der Zitzen.
Dies ist der Grund, warum eine Einstellung der c-Phasen in der Größenordung zwischen 100 und 130
ms befürwortet wird. Diese Werte müssen für eine optimale Pulsation erreicht werden.
Untersuchungen in Praxisbetrieben Anfang der 90er Jahre haben zusätzliche Erkenntnisse geliefert.
So wurden unter anderem folgende unterschiedlichen Pulsverhältnisse mit verschiedenen
Geschwindigkeiten miteinander verglichen:
1. 67:33 mit 65 Z/min (Phasenanteile: a: 144ms; b: 474ms; c:107 ms; d: 198ms)
2. 64:36 mit 62 Z/min (Phasenanteile: a: 134ms; b: 485ms; c:107 ms; d: 243ms)
3. 60:40 mit 60 Z/min (Phasenanteile: a: 138ms; b: 462ms; c:106 ms; d: 294ms)
4. 50:50 mit 60 Z/min (Phasenanteile: a 148ms; b: 354ms; c:106 ms; d: 391ms)
5. 50:50 mit 50 Z/min (Phasenanteile: a: 152ms; b: 447ms; c:107 ms; d: 492ms)
Zwischen den ersten beiden Versionen 67:33 und 64:36 waren kaum messbare Unterschiede
feststellbar. Da gleichzeitig neben der Kürzung der Vakuumphase von 67 auf 64% die Taktzahl von 65
Z/min auf 62 reduziert wurde, wirkte sich diese Reduzierung der Saugphase nicht negativ in der
Zeiteinheit auf die Länge der b-Phase aus, im Gegenteil, sie ist sogar noch etwas länger geworden. Da
besonders hoher Wert auf schonendes Melken mit genügend langer b-Phase gelegt wird, kam die
Verlängerung von knapp 200 auf 240 ms sehr gelegen. Im Nachhinein hat sich auch gezeigt, dass diese
Pulsatoreinstellung in sensiblen Herden auch zu besseren Eutergesundheitswerten führte.
Variante 3 mit 60:40 und 60 Zyklen pro Minute erzielte im Vergleich ein um ca. 10 % langsameres
Melken bedingt durch niedrigere Milchflüsse. Verantwortlich für diesen Effekt ist sicher nicht die um
nur ca. 10 ms kürzere b-Phase, sondern vielmehr die mit fast 300 ms lange d-Phase. Durch den
längeren Druck auf die Zitzenkuppe scheint es hier zu einer Veränderung des Zustandes (Weichheit)
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der Zitzenspitze zu kommen, so dass es scheinbar länger dauert, um diese wieder zur nächsten
Vakuumphase voll öffnen zu können.
Unterstützt wird diese Theorie durch die Ergebnisse mit der Einstellung 50:50 speziell mit 50 Zyklen
pro Minute. Beide Einstellungen waren nochmals deutlich langsamer pro Minute. Vergleicht man auch
hier die b-Phasen untereinander fällt auf, dass Einstellung 5 fast die gleichen Zeiteinheiten aufweist wie
Einstellung 3. Es muss also ein anderer Effekt verantwortlich sein. Hier kann das nur die nun mit fast
500 ms lange d-Phase sein.
Vor Ort beim Melken ist dies häufig auch an der Verformung der Zitzenkuppen auszumachen.
Die Einstellungen 50:50 mit 60 oder 50 Zyklen/min sind für das heutige Melken von
Hochleistungstieren nicht mehr geeignet und sollten daher nicht weiter zum Einsatz gelangen.
Mit dieser Information möchte die Arbeitsgruppe „Melken und Melktechnik“ in der WGM eine Hilfestellung zur Beurteilung der Zitzenkondition und ihrer möglichen Ursachen geben. Hierzu steht auch eine ausführliche Powerpoint-Präsentation („Zitzenkondition – Beurteilung und Ursachenforschung“) zur Verfügung.
In starker Anlehnung an:
Evaluation of Bovine Teat Conditions in Commercial Dairy Herds:
1. Non-infectious Factors
Proc. NMC and AABP meeting, Vancouver, Canada, 2001, pp 347 - 351
G.A. Mein, F.Neijenhuis, W.F. Morgan, D.J. Reinemann, J.E. Hillerton, J.R. Baines, I. Ohnstad, M.D.Rasmussen, L. Timm, J.S. Britt, R. Farnsworth, N. Crook & T. Hemling
Zusammenfassung
Die Beurteilung der Zitzenkondition kann verwendet werden, um die Auswirkungen von Melkmanagement, Melkausrüstung oder anderer Ausrüstung auf das Zitzengewebe und das Risiko für Neuinfektionen abzuschätzen. Tierärzte und andere benötigen eine einfache und zuverlässige Methode, um die Zitzenkondition auf Praxisbetrieben zu beurteilen. Zur systematischen Vorgehensweise wird ein Protokoll vorgeschlagen. Richtlinien zur Interpretation der Beobachtungen werden vorgegeben. Der relative Einfluss von nicht-infektiösen Faktoren, die kurz-, mittel- und langfristige Veränderungen der Zitzenkondition hervorrufen, werden kurz besprochen. Die hauptsächlich kurzfristigen (nach einer Melkung) Auswirkungen umfassen Farbveränderungen, Schwellungen und Verhärtungen der Zitzenspitze und Zitze, sowie das Maß, wie weit der äußere Strichkanal geöffnet ist. Die vorrangigen mittelfristigen Veränderungen (erfordern mehrere Tage oder Wochen) schließen Veränderungen der Zitzenhaut und das Auftreten von Petechien ein. Veränderungen der Hyperkeratose scheinen längerfristige Auswirkungen zu sein (normalerweise 2 – 8 Wochen), solange keine extremen Wetterverhältnisse herrschen. Sehr langfristige Effekte (treten normalerweise über einige bis zu vielen Monaten auf) wie z.B. Veränderungen der Größe, Gewebe-Fibrosis und Zitzenverdickungen werden hier nicht behandelt.
Einleitung
Das Erhalten der Gesundheit von Zitzenhaut und Zitzenenden ist ein entscheidender Teil eines jeden effektiven Mastitisprogramms. Veränderungen des Zitzengewebes, speziell der Haut der Zitze, der Zitzenspitze und des Strichkanals erhöhen das Risiko für das Auftreten von Neuinfektionen, von subklinischer Mastitis nach CMT-Bewertung oder klinischer Mastitis. Als Werkzeuge und Messtechnik für das Erfassen des Zitzengewebes wurden Veränderungen der Zitzendicke mit modifizierten Kutimetern, Ultraschall, subkutaner Sauerstoffspannung und Pulsoximetrie gemessen. Diese Techniken unterscheiden sich in der Praktikabilität beim Einsatz im Feld, der erforderlichen Kenntnisse und Kosten für den Einsatz, sowie in der nachgewiesenen Wiederholbarkeit und Genauigkeit. Einfachere Methoden zur Quantifizierung der kurz- und mittelfristigen Effekte des Melkens auf die Zitzen wurden von HILLERTON et al. vorgeschlagen, die feststellten, dass viele Effekte des Maschinenmelkens unmittelbar nach dem Abnehmen des Melkzeugs auf einfache Weise erkannt werden können.
Eine Vielzahl von Bewertungssystemen für Zitzenenden und Zitzenhaut wurden bisher veröffentlicht. Die visuelle Beurteilung der Zitzen, der Vergleich mit Photos und Bewertungsmaßstäben in Kategorien sind die am häufigsten eingesetzten Methoden. Zusätzlich haben viele Tierärzte und Berater ihr eigenes Klassifizierungssystem entwickelt. Einfachere Methoden, die den Zeit- und Arbeitsaufwand für denjenigen reduzieren, der die Zitzen bewertet, und auch die Melkroutinen nicht beeinflussen, würden die Einsetzbarkeit für die Bewertung der Zitzen in kommerziellen Milchviehbetrieben erhöhen.
Die Ziele dieses Artikels von einer informellen Gruppe von Wissenschaftlern und Eutergesundheitsexperten, die sich „Teat Club International“ nennen, sind:
1) nicht-infektiöse Faktoren mit Einfluss
2) auf kurz- und mittelfristige Veränderungen der Zitzen darzustellen
3) ein einfaches Protokoll für eine systematische Erfassung von Zitzen in kommerziellen Milchviehherden zu erarbeiten
4) Richtlinien für die Interpretation der Beobachtungen vorzuschlagen
Die vollständige Version dieser Veröffentlichung mit zahlreichen Literaturstellen, Illustrationen und Beispielen für Erfassungsprotokolle ist auf der Homepage http://www.uwex.edu/milkquality/ zu finden.
Kurzfristige Veränderungen der Zitzenkondition (als Reaktion auf eine Melkung)
Fehler in der Melktechnik oder beim Melkmanagement sind die hauptsächlichen Verursacher von kurzfristigen Veränderungen in Farbe, Dicke oder Schwellung der Zitzen, sowie dem Ausmaß, wie der äußere Strichkanal geöffnet ist.
Farbveränderungen
Manche Zitzen sind beim Abnehmen des Melkzeugs erkennbar gerötet, entweder an der Zitzenspitze oder an der ganzen Zitze. Andere Zitzen röten sich innerhalb von 30 bis 60 Sekunden nach Melkzeugabnahme. In extremen Fällen sind die Zitzen blau oder erscheinen bereits blau beim Abnehmen des Melkzeugs, was auf Cyanose (Blaufärbung der Haut aufgrund von Sauerstoffmangel im Gewebe) hinweist. Beispiele s. Powerpoint Präsentation WGM „Zitzenkondition – Beurteilung und Ursachenforschung“.
Zitzenverfärbungen nach den Melken treten häufiger bei kurzen oder dünnen Zitzen auf. Farbveränderungen werden verstärkt durch Blindmelken, speziell bei Zitzengummis mit weitem Schaftdurchmesser, oder Zitzengummis mit konischem Schaft und großem Durchmesser im oberen Bereich, bei ungewöhnlich hohen Melkzeuggewichten, hohem Melkvakuum, fehlerhafter Pulsierung oder einem Zitzengummityp, der nicht zur mittleren Zitzengröße der Herde passt.
Schwarz pigmentierte Zitzen können für die Erfassung von Farbveränderungen nicht herangezogen werden. Die Farbveränderungen werden als Anteil von verfärbten Zitzen an allen hellen Zitzen innerhalb 1 Minute nach Melkzeugabnahme erfasst:
- normal (rosa)
- rot (ein Teil oder die gesamte Zitzenspitze oder der Zitzenseite)
- blau verfärbt (ein Teil oder die gesamte Zitzenoberfläche erscheint blau oder lila)
Da gerötete und blaue Zitzen verschiedene Ursachen haben können, sollten sie separat erfasst werden. Für eine einfachere Auswertung (normale Zitzenfarbe / veränderte Zitzenfarbe (rot oder blau)) ist es jedoch möglich, sie zu einer Kategorie zusammenzufassen.
Ringbildung / Schwellung an oder nahe der Zitzenbasis
Nach dem Melken kann der obere Teil der Zitze eine sichtbare Linie oder Markierung aufweisen, die durch den Kontakt mit der Zitzengummilippe hervorgerufen wird. Alternativ oder ergänzend kann eine sichtbare Schwellung (mit einem tastbaren, verdickten Ring) in dem Bereich der Zitze auftreten, der gegen Melkende im Bereich des Zitzengummikopfs nicht vom Zitzengummi massiert wird. Beispiele sind in der Powerpoint Präsentation zu finden. Um eine Verwechslung mit der physiologischen Schwellung von Zitzen und Eutern auszuschließen, sollten Kühe mit offensichtlichem Euterödem, oder Kühe, die vor weniger als einer Woche gekalbt haben, nicht bewertet werden.
Als Faktoren, die im allgemeinen für Schwellungen im Bereich der Zitzenbasis verantwortlich sind, sind zu nennen: hohes Kopfvakuum im Zitzengummi durch Zitzengummis mit weitem Schaft; Blindmelken, speziell bei Zitzengummis mit weitem Schaft oder mit konischem Schaft und großem Durchmesser im oberen Schaftbereich, Klettern der Zitzenbecher, oder bei Zitzengummilippen, die ungewöhnlich hart sind oder bei Zitzengummis, deren Mundöffnung im Vergleich zum Zitzendurchmesser sehr eng ist.
Folgende Zitzenveränderungen werden innerhalb einer Minute nach Melkzeugabnahme bewertet:
1. normal (kein Ring, wenig oder gar keine Schwellung)
2. sichtbarer ringförmiger Abdruck der Kopföffnung
3. deutliche Schwellung / fühlbar verdickte Ringbildung
Für eine einfachere Auswertung empfiehlt es sich, „normal“ und „sichtbare Marke“ zu einer Bewertungskategorie zusammenzufassen, obwohl sie separat erfasst werden. Die Einteilung der Daten in nur 2 Bewertungsgruppen „Normal“ (keine oder nur geringe Schwellung bzw. Marke der Zitzengummilippe) und „Schwellung“ (deutliche Schwellung / fühlbar verdickte Ringbildung) ist empfehlenswert, um die Auswertung zu erleichtern.
Verhärtungen an der Zitzenspitze
Viele Zitzen fühlen sich weich und geschmeidig nach dem Melken an und ziehen sich bei Berührung zusammen. Manche Zitzen fühlen sich jedoch geschwollen oder fest oder, in extremen Fällen, sogar hart an, oder sie reagieren nicht auf Berührung. Zitzen können nach dem Melken abgeflacht oder keilförmig gequetscht erscheinen. Die Zitzenspitzen werden durch die Massagewirkung des kollabierenden Zitzengummis (üblicherweise leicht) flach gedrückt. Schwerwiegendes Flachdrücken der Zitze, welches das Volumen der Zitzenspitze verringert, kann durch harte Zitzengummis, Zitzengummis mit hoher Vorspannung im Becher, einer verlängerten d-Phase oder überlangen Phasen mit geschlossenem Zitzengummi (Pulsabschaltung) hervorgerufen werden.
Schwellungen nahe der Zitzenspitze können auch durch Blindmelken, Zitzengummis mit weitem Schaft, Zitzengummis mit hohem Kopf, überalterte Zitzengummis, hohes Vakuum an der Zitze, Versagen der Pulsierung oder ungenügende Massagephase mit verursacht werden.
Die Zitzenenden werden durch visuelle Untersuchung und Abtasten klassifiziert:
- normal (weich und geschmeidig)
- verhärtet (fest, geschwollen oder hart, ernsthaft flach gedrückt)
Mittelfristige Veränderungen der Zitzenkondition (Reaktionen, die mehrere Tage oder Wochen sichtbar bleiben)
Veränderungen der Zitzenhaut durch raues Wetter oder chemische Reizungen zeigen sich möglicherweise erst nach mehreren Tagen oder Wochen.
Kondition der Zitzenhaut
Gesunde Zitzenhaut verfügt über eine Schutzschicht aus Fettsäuren, die das Wachstum von Bakterien verzögern. Bei kalten, nassen und windigen Wetterverhältnissen wird die Haut von maschinengemolkenen Zitzen oft schuppig, gereizt oder gar spröde und verliert möglicherweise ihre Schutzschicht. Dadurch wird die Ansiedelung von Krankheitserregern begünstigt. Kalte, nasse und schmutzige Verhältnisse führen zu einem Verhärten oder Verdicken der Zitzenhaut. Wenn Schmutz auf der Zitze trocknet, entzieht er der Haut Feuchtigkeit, was zu einem Elastizitätsverlust der Haut führt. Das Maschinenmelken verstärkt das Problem der aufgesprungenen oder rissigen Haut. Chemische Reizungen, hervorgerufen durch eine nicht geeignete Art oder Konzentration des Zitzendesinfektions- bzw. Hautpflegemittels, können die negativen Auswirkungen von schlechten Wetterverhältnissen verstärken und die Bildung von Hautrissen an der Zitze fördern. Hautpflegemittel vermindern entweder die Abgabe von Feuchtigkeit durch die Haut, oder sie wirken als Feuchtigkeitsspender um eine gute Hautbeschaffenheit zu erhalten oder diese gar zu verbessern. Werden schwarze Zitzen nur betrachtet, wird die Trockenheit der Zitzenhaut häufig überschätzt. Die Haut kann besser beurteilt werden, wenn man leicht mit dem Finger daran reibt. Wenn die Zitzenhaut keine Risse oder Wunden aufweist, scheinen Unterschiede im Zustand der Zitzenhaut – ob rau oder glatt – keinen Einfluss auf das Auftreten neuer Mastitisinfektionen zu haben. Deshalb wird folgende Bewertung der Zitzenhaut vorgeschlagen:
1. normal (fein glänzende, weiche und gesunde Haut)
2. trocken (trockene, schuppige oder raue Haut, aber ohne Risse)
3. offene Läsionen (hier gibt es ein weite Bandbreite, z.B. spröde, rissig, Pusteln)
Langfristige Veränderungen der Zitzenspitze
Das Ausmaß von Hyperkeratosen an den Zitzenspitzen bei einzelnen Kühen oder einer Herde kann sich innerhalb von Tagen ändern, speziell in Gebieten, in denen es zu extremen Wetterverhältnissen kommt oder in denen plötzliche Wetteränderungen auftreten. Ansonsten benötigen Veränderungen der Hornhautbildung an der Zitzenspitze einen Zeitraum von 2 bis 8 Wochen.
Neben den Wetterbedingungen gehören zu den hauptsächlichen Faktoren, die das Auftreten von Hyperkeratosen der Zitzenspitze beeinflussen, die Form der Zitzenspitze, Milchleistungsniveau und Laktationsstadium, sowie Interaktionen zwischen Melkmanagement (u.a. Melkhäufigkeit) und Maschinenfaktoren (speziell langsames Melken und Blindmelken).
Es gibt auch Aussagen, nach denen eine genetische Prädisposition einzelner Kühe eine Auswirkung auf das Ausmaß der Hyperkeratosen haben könnte. Der genetische Einfluss wäre ergänzend zum offensichtlicheren Effekt von Zitzengröße und Zitzenform zu sehen.
Im allgemeinen ist die Kondition der Zitzenenden schlechter bei langen, spitz zulaufenden Zitzen, langsam melkenden Kühen oder bei Kühen, die sehr viel Milch geben. Der Zustand der Zitzen ändert sich im Laufe der Laktation.
Das Auftreten von Hyperkeratosen an der Zitzenspitze wird verstärkt durch Desinfektionsmittel, die Hautirritationen hervorrufen. Umgekehrt verbessert sich die Lage, wenn ein Dippmittel mit einem hohen Anteil an Hautpflegemittel Verwendung findet.
Von allen Aspekten des Melkmanagements oder der Melkmaschine scheint die Gesamtdauer, die pro Tag bei einem Milchfluss unter 1 kg/min gemolken wird, den größten Einfluss auf den Zustand der Zitzenspitze zu haben.
Der Zustand der Zitzenspitzen wird beeinflusst durch die Art der Eutervorbereitung vor dem Melken, dem Zeitpunkt des Ansetzens der Melkbecher und dem Schwellenwert für die Abnahme der Melkzeuge. Diese Effekte werden verstärkt durch hohes Vakuum an der Zitze, Blindmelken, dem Einsatz von Zitzengummis mit steifer Lippe oder von Zitzengummis mit hoher Vorspannung.
Für die Bewertung der Zitzenspitzen auf dem praktischen Betrieb empfiehlt sich folgende Bewertungsskala:
1. ohne Befund: der typische Zustand vieler Zitzen kurz nach Beginn der Laktation
2. glatter Ring: glatter Ring, etwas erhaben, nicht zerklüftet
3. mittelgradige Hyperkeratose: ein erhabener rauer Ring mit einzelnen Teilen alten Keratins, das bis zu 1 – 3 mm aus dem Strichkanal hervorragt
4. hochgradige Hyperkeratose ein erhabener Ring mit rauen Kanten alten Keratins, das über 3 mm aus dem Strichkanal hervorragt. Die Kante des Rings ist rau und zerklüftet
Untersuchen von Zitzen Um das Bewerten der Zitzen zu vereinfachen, sollten die Zitzen direkt nach der Melkzeugabnahme und noch vor dem Zitzendippen bewertet werden. Wenn jedoch ein Gutachter Hautveränderungen im Detail erfassen möchte, dann muss der Zustand der Zitzenhaut direkt vor dem Melken erfasst werden. Das Annähern an die Kühe und das Untersuchen der Zitzen sollte mit großer Vorsicht erfolgen – speziell in Herden, bei denen die Kühe Zitzenuntersuchungen nicht gewohnt sind. Die Zitzenbeschaffenheit sollte in einem sich immer wiederholenden Raster erfasst und notiert werden Anfänglich sollten die Zitzen nur visuell untersucht werden, ohne sie anzufassen. Wenn Milchreste oder Schmutz die Sicht auf die Strichkanalöffnung behindern, sollte die Zitzenspitze gereinigt werden. Dann werden die Zitzen untersucht, indem sie oberhalb der Zitzenspitze leicht angefasst werden. Die Zitzen werden von der Seite inspiziert, und dann die Zitzenspitze. Eine gute Beleuchtung ist wichtig. Wenn die Beleuchtung schlecht ist, empfiehlt sich der Einsatz einer Stirnlampe, damit beide Hände frei sind. Außerdem bedeutet dies auch eine höhere Arbeitssicherheit. In Herden bis zu 100 Tieren sollten alle Tiere untersucht werden. Bei einer Herdengröße von mehr als 100 Tieren sollten mindestens 80 Tiere zufällig, bzw. jedes 2. Tier (je nachdem was größer ist) bewertet werden. Um verlässliche Daten zu bekommen, ist eine repräsentative Anzahl an Tieren aus allen Fütterungs- und Managementgruppen zu bewerten. Wenn eine Person allein arbeitet, erleichtert ein Diktaphon die Datenerhebung. Wenn zwei Personen arbeiten, sollte eine Person die Zitzen bewerten und die andere die Daten notieren.
Ergebnisinterpretation
Im allgemeinen ist die vielleicht größte Schwäche der Bewertung von Zitzen auf praktischen Betrieben, dass die Stichproben zu klein sind. Eine Methode besteht darin, das Auftreten von Auffälligkeiten als Anteil der auffälligen Zitzen an der Gesamtzahl aller untersuchten Zitzen zu erfassen und zu beschreiben, z.B. mehr als 20 % aller Zitzenspitzen weisen raue Zitzenspitzen auf, oder mehr als 20 % der hellen (unpigmentierten) Zitzen sind nach dem Melken gerötet oder blau verfärbt sind.
Wenn die im folgenden definierten Grenzwerte überschritten werden, besteht Handlungsbedarf: Farbveränderungen: mehr als 20 % der Tiere mit hellen Zitzen haben eine oder mehrere Zitzen, die sichtbar rot oder ansatzweise blau verfärbt sind. Ringbildung / Schwellungen an der Zitzenbasis mehr als 10 % der Tiere haben eine oder mehrere Zitzen mit deutlich sichtbaren und palpatierbaren (tastbaren) Schwellringen (Klasse 3). Schwellungen oder Verhärtungen an der Zitzenspitze: mehr als 20 % der Kühe haben eine oder mehrere Zitzen, die man einstufen kann als fest, verhärtet oder geschwollen oder flach gedrückt (Klasse 2).
Zustand der Zitzenhaut: mehr als 5 % der Kühe haben offene Läsionen (einschließlich Versprödungen und Rissen, Klasse 3) an einer oder mehreren Zitzen. Hyperkeratosen an der Zitzenspitze: mehr als 20 % der Kühe haben eine oder mehrere Zitzen mit mittelgradigen oder hochgradigen Hyperkeratosen (Klassen 3 und 4)
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Doppel- oder Einzelpulsation -
eine entscheidende Frage bei Auswahl der richtigen Pulsation
AG Melken und Melktechnik
Die Frage nach dem richtigen Pulssystem entscheidet für den Melkerfolg. Bei der Auswahl gilt es, die
richtige Entscheidung zu treffen.
Soll ein Pulsator sowohl die Melkpulsation wie auch das maschinelle Anrüsten der Kühe übernehmen,
so kommen nur Einzel-Pulsatoren in Frage. Hier muss für jedes Melkzeug ein Pulsator vorhanden sein,
damit eine tierindividuelle Stimulation realisiert werden kann.
Stellt sich diese Frage aber nicht und es wird nur nach einer Melkpulsation gefragt, so könnte nach
heutigem Stand sowohl ein Doppel– als auch ein Einzelpulsator eingesetzt werden.
Wo liegen die Unterschiede und wie ist die unterschiedliche Pulskurve zu interpretieren?
Grundsätzlich gilt:
Wird an einem Pulsator nur ein Melkzeug angeschlossen so
beinhaltet dieses eine Melkzeug ein bestimmtes, sich nicht
änderndes Luftvolumen durch
a. das Volumen des Melkbecherzwischenraums und
b. das Volumen der Pulsschläuche.
Dieses Luftvolumen wird durch die Pulsation innerhalb eines
Pulszyklusses (a + b + c + d - Phase, das komplette Öffnen und
Schließen des Zitzengummis) evakuiert und auch wieder
belüftet. Der Volumenaustausch findet in den Phasen a
(evakuieren) und c (belüften) statt.
Neben dem Luftvolumen des Melkzeuges ist für die Länge
dieser Austauschphasen der Strömungswiderstand der
Verbindungsschläuche entscheidend. Dieser ergibt sich aus der
Schlauchlänge und dem Schlauchquerschnitt
der eingesetzten Luftschläuche zwischen Pulsator und
Melkzeug. Je kürzer oder auch je größer der Innendurchmesser, umso kürzer ist auch die Zeit für die
Phasen, je länger oder auch enger die Schläuche, umso länger werden die Phasen sich ausprägen.
Dies führt dazu, dass die Hersteller für Schlauchlängen und Durchmesser klare Angaben formulieren.
Darin wird festgelegt wie lang und wie groß der Innendurchmesser zu sein hat. Letztendlich geht es
darum, dass die Pulsation durch die optimale Ausgestaltung der einzelnen Phasen ein effektives
Melken ermöglicht.
Hierbei müssen die einzelnen Phasen in ein optimales Verhältnis von Saugphase (a+b) zur
Entlastungsphase (c+d) gebracht werden.
Gemessen werden sie möglichst in einer Zeiteinheit, allgemein üblich in Millisekunden. Damit kann
die reale Zeit herangezogen werden und nicht mehr, wie es früher üblich war, ein prozentualer Anteil
der jeweiligen Phase am Gesamtpulszyklus. So lässt sich die Pulsation unabhängig von einer
Pulsatorgeschwindigkeit und auch der jeweiligen Arbeitsvakuumhöhe beurteilen.
Saugphase Massagephase
Phase a Phase b Phase c Phase d
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Für die einzelnen Phasen empfehlen wir:
• a-Phase von 100 bis 160 ms
• b-Phase von 450 bis 500 ms
• c-Phase von 100 bis 130 ms
• d-Phase von 220 bis 280 ms basierend auf der gültigen Messung nach DIN/ISO Standard.
Durch die Einstellmöglichkeiten des Pulsators werden immer nur die Längen der b und d Phasen
verändert. Die Länge der a und c Phasen ergibt sich aus 3 Bereichen:
1. durch das Luftvolumen des Melkzeuges inklusive der Schläuche
2. durch den Widerstand in den Schläuchen (Länge und Querschnitt) und
3. durch die Querschnitte der Luftwege innerhalb des Pulsators.
Was passiert in den einzelnen Phasen:
1. Die a-Phase
Grob aufgeteilt lässt sich feststellen, dass die a-Phase für das Öffnen des
Zitzengummis verantwortlich ist. Dieses Öffnen geschieht jedoch nicht
verteilt über die gesamte Länge der a-Phase sondern abhängig vom
Einfaltdruck der Zitzengummis im letzten Drittel der Phase, also kurz bevor
die b-Phase beginnt. Ist diese Phase zu kurz, öffnet der Zitzengummi sehr
schnell. Das wiederum kann dazu führen, dass durch diese sehr schnelle
Volumenvergrößerung im Inneren des Zitzengummis ein Zusatzvakuum
entsteht.
Warum entsteht das?
Beim Öffnen kommt es im Melkbecherinnenraum zu einer größeren
Volumenveränderung unter der Zitze. Kann hier der Luftaustausch zwischen
Milchsammelstück und Melkbecherinnenraum nicht schnell genug erfolgen,
steigt für den Zeitraum dieses fehlenden Volumenaustausches das Vakuum
kurzfristig an.
Dieses Zusatzvakuum ist unerwünscht und ist, wenn es entsteht,
verantwortlich für Rückspraywirkungen von Milch aus dem Bereich der
kurzen Milchschläuche und des Milchsammelstücks zurück auf die Zitze.
Ist die a-Phase zu lang, so verkürzt sie automatisch die b-Phase. Beide sind unmittelbar miteinander
verbunden und voneinander abhängig. Eine b-Phase sollte genügend lang sein, sie bestimmt vorrangig
die Melkgeschwindigkeit.
Also:
Eine zu kurze a-Phase fördert Rücksprayeffekte,
eine zu lange a-Phase verringert eine effektive b-Phase und reduziert so die Melkgeschwindigkeit!
Unsere Empfehlung: Eine optimale a-Phase beträgt 100 bis 160 ms.
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2. Die b-Phase
In der b-Phase ist der Zitzengummi geöffnet und es fließt Milch aus der Zitze. Die Länge der b-Phase
entscheidet über die Melkgeschwindigkeit, wobei allerdings Obergrenzen beachtet werden müssen, da
es hier sonst auch zu unerwünschten Nebeneffekten kommt. Ist die b-Phase zum Beispiel zu lang,
werden vermehrt körpereigene Flüssigkeiten in die Zitzenkuppe gezogen. Das Gewebe wird übermäßig
belastet. Dann reicht die Entlastungsphase nicht mehr aus, um die hier angesammelten Flüssigkeiten
wieder wegmassieren zu können. In der Folge verhärtet die Zitze, sie lässt sich immer schwieriger
öffnen und der Milchfluss lässt entsprechend nach. Zudem dürfte das auch ein unangenehmes Gefühl
verursachen, die Kuh reagiert darauf häufig mit Schlagen nach dem Melkzeug.
Mit zunehmender Melkzeit verliert die Zitze ihre vor dem Melken vorhandene „Weichheit“. Zu lange
Zitzengummis-Offenphasen führen also dazu, dass der Milchfluss aus jeder Zitze geringer wird. Gegen
Melkende reduziert der Milchfluss das Vakuum unter der Zitzenspitze nicht mehr. Das nun stabile
Vakuum unterhalb der Zitze ist der Grund, warum nun die Zitzen besonders belastet werden.
Deshalb sollte diese Phase möglichst kurz gehalten werden! Zu lange Offenphasen steigern zudem die
Gefahr, dass es durch das Einwirken von Vakuum an der Zitze zu unerwünschten
Gewebeveränderungen und Reizungen kommt, die wiederum zu Euterentzündungen führen können!
Aber auch zu kurze b-Phasen wirken sich negativ auf das Melken aus. Nun sind die Zitzengummi
Offenphasen zu kurz und damit dauert das Melken länger. So wird die Melkzeit unwillkürlich länger
und damit die Zeit, in der die Zitze dem Vakuum ausgesetzt ist, umso länger. Ein nicht effektives
Melken mit nicht optimalen Milchflüssen wie auch eine geringe Arbeitsproduktivität bei meist
verschlechterter Zitzenkondition ist die Folge.
Also:
Eine zu kurze b-Phase reduziert die Melkgeschwindigkeit,
eine zu lange b-Phase wirkt sich negativ auf die Zitzenbeschaffenheit/Kondition aus, reduziert damit
sogar den optimalen Milchausfluss und erhöht das Mastitisrisiko. Zu lange b-Phasen führen auch zu
einem „anstrengenden, aggressiven“ Melken für die Kuh.
Unsere Empfehlung: Eine optimale b-Phase beträgt 450 bis 500 ms. Die DIN/ISO 5707 fordert einen
Phasenanteil von mindestens 30 %.
3. Die c-Phase
In der c-Phase wird nun der Zitzengummi wieder geschlossen. Die Länge dieser Phase bestimmt
maßgeblich die Schließgeschwindigkeit des Zitzengummis. Die eigentliche Schließbewegung erfolgt
genau so wie das Öffnen in Abhängigkeit vom Einfaltdruck des Zitzengummis und findet im ersten
Drittel der c-Phase statt! Deshalb sollte diesem Bereich auch besondere Aufmerksamkeit gewidmet
werden!
Hierbei kann es passieren, dass das Zitzengummi sehr schnell und somit schlagartig auf den Zitzen
aufschlägt. Dies verursacht ein unangenehmes Gefühl, welches die Tiere zum Teil mit unruhigem
Stehen, Schlagen nach dem Melkzeug und einer unwilligen Milchabgabe quittieren. Daher sollte hier
speziell auf Mindestlängen geachtet werden! Deshalb geben wir hier also mindestens 100 ms an!
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Eine zu lange c-Phase kann je nach eingestelltem Pulsverhältnis die Länge der Entlastungsphase in der
Phase d so reduzieren, dass hier keine ausreichende Zeitdauer mehr gegeben ist. Dies ist in der Regel
aber erst ab einem Pulsverhältnis größer 65:35 der Fall, die heute nicht mehr üblich sind. Daraus wird
aber auch wieder deutlich, dass die c- und d-Phasen miteinander verbunden sind. Wird c verlängert,
wird d kürzer und umgekehrt!
Also:
Eine zu kurze c-Phase verursacht zu schnelles, für die Tiere unangenehmes Schließen des
Zitzengummis auf der Zitze. Eine zu lange c-Phase reduziert ggf. die Länge der d-Phase.
Unsere Empfehlung: Eine optimale Länge der c-Phase beträgt 100 bis 130 ms.
4. Die d-Phase
In der d-Phase bleibt der Zitzengummi nun geschlossen und übt im geschlossenen Zustand einen
Massagedruck auf die Zitze aus. So werden angestaute Flüssigkeiten aus der Zitzen wieder zurück in
den oberen Bereich der Zitze massiert und der Blutzirkulation zugeführt. Damit bleibt die Zitzenspitze
in einer möglichst gleich bleibenden, weichen Melkkondition und die Milch kann ungehindert in
gleicher Intensität aus der Zitze in den Melkbecher gelangen.
Zu kurze d-Phasen können keinen ausreichenden Entlastungseffekt realisieren, da hier sowohl ein
gewisser Druck und dieser über eine gewisse Zeit auf den Zitzen anhalten muss. Nach heutigen
Erkenntnissen geht man davon aus, dass hier mindestens 150 bis 170 ms zur Verfügung stehen müssen.
Schließlich müssen die so in die Zitze eingesogenen Körperflüssigkeiten nun auch bewegt und in
andere Gewebebereiche massiert werden können. Das braucht seine Zeit!
Zu lange d-Phasen verursachen sehr häufig platte und dann auch blutleere Zitzenspitzen!
Hier ist durch zu langen Druck auf die Zitzenkuppe Blut und Körperflüssigkeiten aus der Kuppe
massiert worden. Jetzt dauert es natürlich länger bis so eine Zitze in der nächsten Zitzengummi
Offenphase wieder mit vollem Querschnitt den Strichkanal öffnen kann.
Ziel beim Melken muss es sein, die Zitzenform und den Zitzenzustand so wenig wie möglich zu
verändern. Erst dann können wir auch sicher sein, dass die Kuh das Melken auch als angenehm
empfindet. Nur so ist sie optimal über den gesamten Melkvorgang zu melken.
Also:
Eine zu kurze d-Phase bringt keine ausreichende Entlastung, hat einen negativen Effekt auf die
Zitzenkondition, reduziert dadurch den Milchfluss und erhöht das Mastitisrisiko.
Eine zu lange d-Phase verursacht eher platte Zitzenkuppen und damit geringere Milchflüsse.
Unsere Empfehlung: Eine d-Phase beträgt 220 bis 280 ms. Die DIN/ISO 5707fordert deshalb für die
d-Phase mindestens 15 % und zusätzlich mindestens 150 ms
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Wie unterscheiden sich nun Doppel und Einzelpulsation voneinander?
Die nebenstehende Abbildung zeigt nun den
gleichen Pulsator einmal als Doppel oder als
Einzel Pulsator betrieben. Im direkten
Vergleich können so recht einfach die
einzelnen Phasen miteinander verglichen
werden.
Hierbei wird nun deutlich, dass sich die
Evakuierungs- und Belüftungsphasen
generell verlängern und die b- und d- Phasen
dagegen verkürzt haben!
Sicherlich kann mit den Doppelpulskurven
noch gemolken werden, die Effektivität ist
jedoch merklich geringer als mit einem
Einzelpulsator.
Die a-Phase für sich genommen ist nicht das
große Problem. Sie ist zwar nun aufgrund des
doppelten Melkzeugvolumens um ca. 70 ms
länger, stört aber nicht. Sie verkürzt aber nun
die Länge der b-Phase!
Die b-Phase zeigt mit nur noch ca. 420 ms (knapp 70 ms kürzer) an, dass das Melken sicherlich um
einiges langsamer gehen wird.
Bei Tieren im unteren Leistungsbereich wird das nicht so schnell auffallen. Werden aber
Hochleistungstiere gemolken, können nun durchaus deutliche Unterschiede in Milchfluss und
Melkdauer festgestellt werden.
Zudem ist durch die lange c-Phase mit nunmehr über 160 ms die d-Phase mit nur noch etwas mehr als
180 ms recht kurz! Hier muss schon aufgepasst werden wie sich die Zitzen nach dem Melken
darstellen. Sind sie hart, sollte auf jeden Fall die Entlastung verbessert werden!
Wer schnell und zügig melken will, kann dies mit einer solchen Doppelpulsation nicht erreichen. Nur
speziell dafür vorgesehene Pulsatoren sind demzufolge einsetzbar.
Hier zeigt eine Einzelpulsation deutlich ihre Vorteile.
Daher muss es unser Ziel sein, auch eine optimale Pulsation zum Melken einzusetzen. Das kann nur
eine Einzelpulsation mit klar definierten und optimal gestalteten Einzelphasen sein.
Wir empfehlen daher generell eine Einzelpulsation, wenn das Gesamtsystem konstruktiv nicht darauf
ausgerichtet ist!
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Die Melkroutine
AG Melken und Melktechnik unter Mitarbeit v. Ingrid Model
Es gibt nicht „die“ richtige Melkroutine, in jedem Betrieb liegen andere Gegebenheiten vor. Es gibt
aber Grundsätze, die jede Routine berücksichtigen muss! Diese Grundsätze sind entweder in der
Physiologie der Kuh begründet oder aber in der Natur von eingesetzten Mitteln, die nur unter
bestimmten Voraussetzungen ihre volle Wirkung entfalten können. Werden diese Regeln missachtet, so
wird viel Zeit und Geld verschwendet – auch wenn man auf den ersten Blick davon überzeugt sein
mag, dass eine sehr schnelle Routine gefunden wurde!
Die tägliche Melkroutine ist so zu gestalten, dass
• die Milch in bester Qualität gewonnen wird,
• die Eutergesundheit zumindest erhalten bleibt,
• das Leistungsvermögen der Kuh voll ausgeschöpft wird,
• der Arbeits- und Materialaufwand effektiv gestaltet wird.
Voraussetzung für schonendes, schnelles und gründliches Melken ist vor allem eine melkbereite Kuh.
Um in Melkbereitschaft zu kommen (das heißt, dass die Milch ins Euter „einschießt“ und abgemolken
werden kann), braucht die Kuh im Wesentlichen eine stressfreie Umgebung, taktile Reize
(Berührungsreize) am Euter, speziell an den Zitzen und etwas Zeit.
Bei der Festlegung der Melkroutine für einen Betrieb müssen zwar betriebsindividuelle Faktoren
berücksichtigt werden:
• Welcher Melkstandtyp wird benutzt?
• Wie viele Kühe sind gleichzeitig zu versorgen?
• Wie viele Personen melken?
• Welche technische Ausstattung ist vorhanden?
• Sind besondere gesundheitliche Gegebenheiten zu berücksichtigen?
Diese Faktoren dürfen aber nicht dazu führen, dass nun falsche Kompromisse gemacht werden.
Tierphysiologische Erfordernisse müssen in jedem Fall beachtet und die Milchhygiene darf nicht
negativ beeinflusst werden! Diese Aspekte sind die tragenden Säulen einer Melkroutine. Nach diesen
müssen sich alle anderen Faktoren richten! (siehe Fließbild unten)
Wichtig ist zudem: Die festgelegte Betriebsroutine muss von allen Personen, die dort melken,
eingehalten werden! Jeder Wechsel der gewohnten Routine bedeutet Stress für die Kühe.
Was sind nun die tragenden Säulen der Melkroutine?
Die folgenden Abschnitte basieren auf den Grundlagen für den Bundeswettbewerb Melken, der die
melkphysiologischen, melkhygienischen und tiergesundheitlichen Bedingungen und das notwendige
Verständnis für eine nachhaltige Milchproduktion beinhaltet und fördert. Neue Richtlinien der EU
lassen zukünftig auch weniger anspruchsvolle Abläufe zu, die oft vordergründig ökonomischen
Zwängen und weniger den melkphysiologischen Erfordernissen geschuldet sind. Deshalb sollte für
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Ausbildungs- und Beratungsaufgaben auch zukünftig die sich bewährten, wissenschaftlich begründeten
höheren Anforderungen an die Melkarbeit vertreten werden.
A. Vorroutine
Melkzeiten und Reihenfolge festlegen und einhalten
Aus der kontinuierlichen Milchbildung über 24 Stunden während der Laktation resultiert eine
kontinuierliche Füllung des Hohlraumsystems im Euter und ein Anstieg des intramammaren Drucks
auf 2 bis 6 kPa. Die Milchsekretion stagniert, wenn die Füllung der Alveolen erreicht ist. Dadurch wird
das Leistungsvermögen der Kuh nicht voll ausgeschöpft. Diese Tatsache erfordert, dass insbesondere
bei Frischmelkenden und Hochleistungskühen eine gleichbleibende Zwischenmelkzeit, beim
Zweimalmelken von 12 Stunden und bei Dreimalmelken von 8 Stunden, eingehalten wird. In großen
Herden ist auf gleiche Melkreihenfolge der Gruppen zu achten. Generell gilt aber: Frischmelker und
eutergesunde Kühe zu erst, subklinische und klinische Mastitiskühe sowie anders erkrankte Kühe
zuletzt zu melken, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Vorbereitung des Melkpersonals und der Melkplätze
Das Melkpersonal sollte saubere und zweckmäßige Kleidung tragen. Vorzugsweise sind Stiefel zu
tragen. Auf saubere Hände und kurze Fingernägel ist zu achten. Handschuhe aus synthetischem
Material schützen nicht nur die Melkerhand, sondern bieten Keimen weniger Haftmöglichkeiten.
In Anbindeställen ist der Standplatz der Kuh vor Beginn des Melkens zu säubern.
Um während des Melkens unnötige Wege zu vermeiden, sind alle benötigten Hilfsmittel
anwendungfertig bereitzustellen.
Entscheidend für einen störungsfreien Melkablauf und eine sicher Milchabgabe ist der ruhige Umgang
mit den Tieren. Dazu gehört, dass der Zutrieb möglichst ohne Treibehilfe erfolgt, die Besatzdichte im
Vorwartehof nicht zu groß (mind. 1,8 m²/Kuh) und die Wartezeit auf ein Minimum begrenzt ist (max.
½ Stunde)
Melktechnik und Milchwege prüfen
Um Schäden am hochempfindlichen Euter und dem Produkt Milch zu vermeiden ist es erforderlich
folgende Baugruppen vor dem Melken zu kontrollieren:
• Öl- bzw. Wasserstand am Maschinensatz
• Betriebsvakuum (auch während des Melkens)
• Melkeinheiten (Zustand / Sitz der Zitzengummis, Belüftungsloch. Schläuche)
• Reinigungserfolg und Restwasserentleerung
Danach ist die Milchleitung zum Lagerbehälter herzustellen und entsprechend des Kühlsystems die
Kühlung einzuschalten.
Vormelken, Reinigen, Predipping (Ablauf siehe Diagramm)
Aufgabe des Vormelkens ist es, die Milch zu prüfen und Keime, die sich in der Zwischenmelkzeit in
der Zitzenzisterne gesammelt haben, abzumelken. Milch mit abnormen Merkmalen (flockig, sämig,
wässrig, eitrig, blutig) darf nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden. Aus diesen
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Gründen ist das Vorgemelk in jedem Fall auf einer Prüfplatte visuell zu prüfen und in einem Gefäß
aufzufangen. Das Vormelken auf die Standfläche erhöht die Infektionsgefahr. Durch einen
euterverträglichen Faust- bzw. Knebelgriff wird verhindert, dass das Eutergewebe strapaziert und die
Milch aus der Zitzenzisterne in die Euterzisterne zurückgedrückt wird.
Zitzen, Euter und angrenzende Körperteile müssen, im Abgleich mit der neuen EUHygieneverordnung,
vor dem Melken sauber sein.
Der Einsatz von Predipping ist nur bei sauberen Zitzen wirkungsvoll.
Insbesondere sollte der an den Zitzenkuppen anhaftende Schmutz entfernt werden. Im Regelfall ist
einer Reinigung mit feuchten (schleudertrocken), möglichst keimfreien Tüchern der Vorzug zu geben.
In jedem Fall ist für jede Kuh ein sauberes noch nicht benutztes Tuch zu verwenden.
Papier oder feine Holzwolle sind bei geringer Verschmutzung eine Alternative. Erfahrungen zeigen,
Feuchtpapier schmiert den Schmutz ab und verursacht höhere Kosten als der Einsatz von Textiltüchern
und einer Waschmaschine. Eine Desinfektionswirkung kann aufgrund der geringen Einwirkungszeit
nicht erwartet werden. Das Ergebnis der Zitzenreinigung muss eine saubere, trockene Zitze sein.
Sehr schmutzige Euter erfordern, dass vor dem Vormelken das Euter mit fließendem Wasser gereinigt
wird (Euterdusche). Ein anschließendes Trocknen darf nicht vernachlässigt werden, da sonst das am
Euter abfließende Restwasser spätestens am Melkende die Milch verunreinigt. Außerdem klettert ein
an nasse Zitzen angesetztes Melkzeug schneller. Dies führt zu einer falschen Zitzengummiposition an
der Zitze, welche die Melkgeschwindigkeit und den Ausmelkgrad negativ beeinflusst. Daher muss auch
die Zitze vor Ansetzen der Melkbecher trocken sein. Trocken heißt dabei, keine Feuchtigkeit auf der
Zitze, einschließlich Euterboden.
Nach dem Waschen und Trocknen kann dann das Predipp-Mittel aufgebracht werden. Dazu dürfen nur
von der zuständigen Behörde zugelassene Mittel verwendet werden. Um eine Desinfektionswirkung
auf der Zitze zu erreichen, muss die Einwirkungszeit gemäß den Herstellerangaben eingehalten werden
(mindestens 1 Minute). Danach ist das Mittel mit geeigneten Tüchern wieder zu entfernen. In diesem
Fall wird anschließend vorgemolken und gleich das Melkzeug angesetzt.
Stimulation allgemein:
Die Berührungen von Zitzen und Euter während des Vorgangs Vormelken und Reinigung sind taktile
Reize, die bewirken, dass aus der Hirnanhangdrüse der Kuh Oxytocin ausgeschüttet wird. Dieses
Hormon wird mit dem Blut zum Euter transportiert und bewirkt dort die Kontraktion der
Alveolarmuskulatur die aktiv das Einschiessen der Milch bewirkt. Dieser Ablauf dauert im Mittel 1
Minute und wird als Latenzzeit bezeichnet.
Dieser Zeitbedarf muss generell zu berücksichtigen!
Zeiteinsparungen durch eine Verkürzung der Reizsetzung zahlen sich nicht aus und beeinflusst das
Melkende und das Nachgemelk ungünstig!
Das Melken einer nicht melkbereiten Kuh dauert länger, belastet das Gewebe deutlich stärker, der
Ausmelkgrad ist folglich geringer als beim Melken einer melkbereiten Kuh. Damit sinkt die
Durchsatzleistung, das Mastitisrisiko steigt und die Kühe werden unvollständig ausgemolken, was
negativ auf Milchleistung und Eutergesundheit wirkt.
Wenn die festgelegte Routine diese Zeit, inklusive entstehender Wartezeiten, für die einzelnen Kühe
beachtet, sind die Kühe in der Regel jetzt melkbereit. Ist die Melkvorbereitung (Vormelken,
Euterreinigung) deutlich kürzer, ist weitere Stimulationsbedarf notwendig. Er kann, abhängig von den
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Gegebenheiten, manuell durch Handmassage oder durch eine zeitlich anpassbare maschinelle
Stimulation erfolgen.
Ob die Stimulation ausreichend lang gewesen ist, kann an der Milchabgabe oder besser an der
Milchflusskurve in den ersten beiden Melkminuten überprüft werden. Dabei sollte der Milchfluss ohne
Unterbrechung, der sogenannten Bimodalität, gradlinig bis zum Maximum ansteigen und nun
möglichst bis zum Melkende stabil auf dem erreichten Niveau (Plateauphase) bleiben. Bimodalitäten
treten auf, wenn die Zisternenmilch unvollständig angerüsteter Kühe schneller abgemolken wird als die
Alveolarmilch aus dem Drüsengewebe durch die Wirkung des Hormons Oxytocin freigesetzt werden
konnte.
Das durch zu frühes Zusammenfallen der Zitzen eintretende Klettern der Zitzengummis führt zu
falschen Melkbecherpositionen und zur Verengung des Fürstenberg´schen Venenringes, damit einem
schlechteren Milchfluss und längerem Melken.
Die Stimulationszeit setzt sich aus der Summe aller taktilen Reize auf die Zitze, von der Vormelkprobe
über Euterreinigung bis zur manuellen oder technischen Reizsetzung zusammen. Ungenügende
Stimulation führt zu niedrigerem Milchfluss, höherem Nachgemelk, längerer Melkzeughaftzeit und
einer erhöhten Gewebebelastung.
B. Das Melken
Überwachung Melkablauf
Aus Gründen des Arbeitsschutzes ist die Kuh beim Herangehen ruhig anzusprechen. Beim Ansetzen ist
die Melkzeugzentrale in der vom Hinterbein der Kuh abgewandet Hand zu halten und die Melkbecher
zuerst an der vom Melker abgewanden Seite anzusetzen
Nach dem Ansetzen und Ausrichten der Melkzeuge (Schlauchführung) sollte das Maschinenmelken
möglichst angenehm und ungestört für die Kuh erfolgen. Lärm, Unruhe, Schlagen, luftziehende
Melkzeuge wirken sich direkt als unangenehme Störungen auf das Milchabgabeverhalten aus! Zudem
muss das Melkzeug möglichst frei von ungleichen Zugkräften, verursacht durch den langen
Milchschlauch am Euter, melken können. Daher ist eine sichere Schlauchpositionierung, die die
Position auch während des Melkens bei Bewegungen der Kuh hält, sehr wichtig! Servicearme sind
hilfreiche Baugruppen. Solange Milch fließt, besteht auch keine Notwendigkeit, dass Euter zu
berühren. Erst wenn der Milchfluss deutlich nachlässt oder über die Milchflussüberwachung der
Melksteuergeräte das Signal Milchmangel erfolgt, darf in den Melkablauf eingegriffen werden. Aber
auch hier gilt, erst nur durch gleichmäßiges, gefühlvolles Beschweren des Milchsammelstückes durch
Handauflegen kontrollieren, ob noch Milch fließt, dann mit einem Kontrollgriff den Ausmelkgrad der
einzelnen Euterviertel ertasten und wenn der gewünschte Ausmelkgrad erreicht ist, das Melkzeug
zügig, mit der Öffnung nach oben vom Euter entfernen.
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Grundsätzliches zum Nachmelken
Auf keinen Fall das Euter beim Nach- oder Ausmelken stark und ausgiebig massieren. Das führt sonst
innerhalb weniger Tage zu einem veränderten, gestörtem Milchabgabeverhalten! Diese Massage am
Melkende wirkt als erneute Stimulation. Besonders bei ungenügender Vorstimulation wird damit eine
erneute Oxytozinausschüttung ausgelöst. Die bisher in den Alveolen noch verbliebene Milch wird
erneut ausgestoßen und führt zum erneuten Einschießen der Milch - zu Nachejektionen, bezeichnet
auch als physiologischen Nachgemelk. Im Gegensatz dazu wird die am Melkende in den Zisternen
sich noch befindende , frei abfließbare Milch als physikalisches Nachgemelk bezeichnet. Kühe stellen
sich auf solche zusätzliche Stimulationen ein. Nachgemelke über 1 Liter sind in der Regel
Nachejektionen. Als Ergebnis lassen sich die Kühe nicht mehr in einem Zug ausmelken. Bei einer
solchen Melkroutine mit ungenügender, anfänglicher Stimulation wird der erfolgreiche Einsatz von
milchflussgesteuerten Abnahmeautomaten nicht mehr möglich sein.
Das Nachmelken, ob manuell oder maschinell sollte kurz und kräftig ausgeführt werden.
Nicht ermolkene Alveolarmilch führt in erster Linie zu Milchertragsverlusten, physiologische und
physikalische Nachgemelke stören den Betriebsablauf empfindlich und gefährden die Eutergesundheit.
Manuelles Nachmelken
Bei gegen Melkende nun nachlassendem Milchfluss kann die Melkperson mit einem kurzen
Zisternengriff den Euterentleerungsgrad prüfen, ob alle Euterviertel gleichmäßig ausgemolken sind
(Kontrollgriff). Ist das nicht der Fall, darf jetzt nur durch Druck auf das Milchsammelstück das
Nachmelken unterstützt werden. Hierdurch werden gerade bei größeren Euterformen die
Zisternenbereiche gestreckt, die Passage zur Zitzenzisterne erweitert. Die Milch kann somit einfacher
aus dem Euterzisternenbereich in den Zitzenzisternenbereich gelangen.
Automatische Nachmelktechnik mit automatischer Abnahme
Lässt zum Melkende der Milchfluss nach, wird bei Unterschreiten eines einstellbaren Schwellenwertes
die Nachmelkautomatik aktiviert. Dieser Wert muss vor dem Klettern der Zitzengummis an den
erschlaffenden Zitzen liegen, damit ein Verschluss zwischen Euter- und Zitzenzisterne vermieden wird.
Je nach Kuhrasse liegt dieser Punkt bei einem Milchfluss von 0,6 bis 1,5 kg/min. Durch diese Technik
wird das Milchsammelstück, ähnlich wie von Hand, leicht nach unten gedrückt und so die
Zisternenbereiche des Euters gestreckt. Die Milch kann einfacher, der Schwerkraft folgend, in die
Zitzenzisterne fließen und ermolken werden. Insgesamt wird diese Milch während des
Ausmelkvorganges schneller und vollständiger abgemolken. Sinkt der Milchfluss nach dem Einsetzen
der Nachmelktechnik unter einem Schwellenwert ab, bei dem auszugehen ist, dass der gewünschte
Ausmelkgrad erreicht ist, ist das Melkzeug abzunehmen. Die Gefahr des Blindmelkens mit seinen
negativen Folgen auf die Eutergesundheit würde sonst steigen. Wird dieser Schwellenwert zu niedrig
(<200 g/min) gewählt, verschlechtert sich die Zitzenkondition und die Eutergesundheit.
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C. Melkende
Generelles zur Abnahme:
Melken ohne Milchfluss muss vermieden werden denn:
- es stört das Wohlbefinden der Kuh beim Melken,
- es reizt das Eutergewebe,
- es verursacht schlechte Zitzenkonditionen (harte, verfärbte, verformte, keratotische
Zitzenkuppen),
- es erhöht das Risiko von Eutererkrankungen und verursacht einen höheren Zellgehalt.
Bei Einsatz von Nachmelktechnik und Abnahmeautomatik ist der Abnahmeschwellenwert gegenüber
einer alleinigen Abnahmeautomatik deutlich höher und die Verzögerungszeit deutlich kürzer
einzustellen!
Zu intensives und langes Ausmelken hat ebenfalls einen negativen Effekt auf die Eutergesundheit
durch die Reizung von Zitze und Drüsengewebe.
Nach Main sollten bei 2 mal täglichem Melken nach Abnahme der Melkzeuge bei durchschnittlichen
Kühen der Herde nicht mehr als 250 ml/Kuh aus dem Gesamteuter zu Kontrolle abgemolken werden
können.
Zur Beurteilung vom Ausmelkgrad nicht die Problemtiere heraussuchen! Diese sollten besser farblich
gekennzeichnet und manuell gemolken werden. Zum Finden des richtigen Abnahmegrenzwertes sind
nur die unproblematischen Tiere als Maßstab nehmen!
Erst bei einer deutlichen Abweichung dieser Tiere sind Einstellungen zu verändern!
Bei Nichtbeachtung besteht die Gefahr, dass in kürzester Zeit alle Kühe einer Herde vermolken
werden!
Manuelle Abnahme
Ist nach Kontrolle der einzelnen Euterviertel der gewünschte Ausmelkgrad festgestellt, ist das
Melkzeug zügig abzunehmen. Dazu ist als erstes das Melkvakuum zu unterbrechen und danach das
Melkzeug langsam vom Euter zu entfernen. Der Vakuumabbau im Melkzeug durch den Lufteinlass
am Milchsammelstück ermöglicht hierbei ein für das Tier schonendes Abnehmen. Keinesfalls das
Melkzeug ruckartig vom Euter abreißen! Es empfiehlt sich das Melkzeug bei Abnahme mit einem Arm
zu umgreifen, so dass die Melkbecher in einer aufrechten Position verbleiben. Nach erfolgter Abnahme
kann so durch Öffnen der Vakuumabsperrung die Restmilch aus dem Bereich des Milchsammelstücks
gezogen werden.
Automatische Abnahme
Der Milchfluss wird während des gesamten Melkablaufes von der Abnahmeautomatik überwacht. Fällt
der Milchfluss gegen Melkende unter den eingestellten Grenzwert, reagiert die Abnahmeautomatik bei
den meisten Fabrikaten als erstes durch Blinksignale am jeweiligen Melkplatz. Dies zeigt an, dass sich
die Kuh im letzten Stadium des Melkablaufes befindet. Wenn nötig, kann jetzt noch eine Kontrolle und
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ein Eingriff des Melkpersonals erfolgen. Diese Blinkzeit beinhaltet auch noch eine Phase der Sicherheit
(Sperr- oder Verzögerungszeit) zum richtigen Abnehmen in sich, weil nicht bei jeder kurzfristigen
Unterschreitung des Milchflussgrenzwertes das Melkzeug sofort abgenommen werden darf.
Nach Ablauf der auf die Melkroutine des Betriebes einstellbaren Blinkzeit wird das Melken
automatisch beendet. Dabei wird als erstes das Vakuum zum Melkzeug unterbrochen und anschließend
über einen Hubzylinder das Abnahmeseil eingezogen. Auch hier wird durch gedrosselte Zugkraft kein
ruckartiges Abziehen sondern ein schonendes Abnehmen realisiert. Unterschiede im technischen
Abnahmeprogramm der einzelnen Hersteller sind zu beachten.
Automatische Abnahme in Verbindung mit automatischer Nachmelktechnik
Lässt nach dem Einsetzen der maschinellen Nachmelktechnik der Milchfluss nach, ist davon
auszugehen, dass nun auch der gewünschte Ausmelkgrad aller Viertel erreicht ist. Weil nun kein
weiterer Milchfluss erwartet wird, das Melken ohne Milchfluss für Euter und Zitzen sehr schädlich ist,
ist jetzt möglichst schnell das Melken zu beenden. So sind die Schwellenwerte für das Erkennen des
Abnahmezeitpunktes für die Abnahmeautomatik deutlich höher und auch die Verzögerungs- und
Blinkzeiten deutlich kürzer als bei reinen Abnahmevorrichtungen. Erfolgt diese Anpassung nicht, wird
sich dieser Stress für die Kuh bei Melkende deutlich in einer schlechteren Zitzenkondition und
schlechteren Eutergesundheit auswirken. Auch hier sind firmenspezifische Besonderheiten vorhanden.
D. nach dem Melken
Postdippen
Bekannt ist, dass das Zitzengewebe beim maschinellen Melken durch das Melkvakuum im Umfang und
Länge gedehnt wird, die Zitzenhaut wird strapaziert. Der Strichkanal benötigt, entsprechend des
Melkverfahrens und der Individualität der Tiere, bis zu 2 Stunden um seinen natürlichen Verschluss
wieder zu erlangen. Zwischenzeitlich ist die Gefahr des Eindringens von euterpathogenen Keimen über
die Strichkanalöffnung in das Euter groß, besonders wenn sich die Tiere nach dem Melken rasch
wieder hinlegen. Die desinfizierende und hautpflegende Wirkung entsprechender Dippmittel schützt
die Zitze besonders in der problematischen Zeit vor Umwelteinflüssen. Deshalb sollte die
Zitzennachbehandlung generell sofort nach der Melkzeugabnahme durchgeführt werden. .
Je nach der Herdensituation muss das dafür geeignete, von der zuständigen Behörde zugelassene
Dipmittel speziell ausgewählt werden.
Zitzentauchen ist sicherer als Sprühen, weil die Zielgenauigkeit höher ist und weniger flüchtig erfolgt.
Das verwendete Mittel soll die Zitze mindestens 2/3 der Zitzenoberfläche einhüllen und an der
Zitzenkuppe, den Strichkanalausgang, einen zusammenfließenden Tropfen bilden (Barrierefunktion).
Auf Sauberkeit ist bei der Verwendung von Dippbechern besonders zu achten. Um
Keimverschleppungen zu vermeiden sind sie nach jeder Melkzeit zu entleeren, zu reinigen und vor dem
nächsten Melken neu aufzufüllen.
In Verbindung mit dem Zitzendippen sollte, besonders bei Abnahme- und Nachmelkautomaten,
generell der Ausmelkgrad und Abweichungen der Eutergewebekonsistenz durch einen Kontrollgriff
geprüft werden. Der Grund dafür ist, dass Automaten den Melkvorgang nicht nach dem Ausmelkgrad
beenden, sonder nur indirekt über den vorhandenen Milchfluss. Damit sind einzelne, schwermelkende
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Anteil Peressigsäure in der
Desinfekt ionslösung
200 ppm 700 ppm 800 – 1.000 ppm
Einwirkzeit 10 sec. 20 sec. 30 sec.
Anzahl untersuchter
Melkzeuge
67 120 627
f rei von Keimen 3,0 % 23,7 %
91,1 %
(97,2 – 85,6)
keine Keimreduzierung 40,3 % 8,2 % 4,7 %
Viertel besonders gefährdet bei noch hohem Füllungsgrad nicht ausgemolken zu werden. Die
Milchproduktion und Eutergesundheit dieser Viertel sinken. Auch sind am abgemolkenen, leeren Euter
Veränderungen wesentlich eher feststellbar als am vollen, straffen Euter während des Vormelkens.
Melkzeugzwischendesinfektion
Ist das Melkzeug vom Euter abgenommen, kann eine Zwischendesinfektion erfolgen, um das
Verschleppen von Krankheitserregern von einer Kuh zur anderen über das Melkzeug zu minimieren.
Tauchen (Eimer, Wanne), Durchspülen (Bachflash, Airwash) oder Sprühen sind mögliche Methoden.
Achtung!
Bei einer Zwischendesinfektion werden
spezielle Mittel benötigt, die eine
Kurzzeitdesinfektion gewährleisten
und für die Milchgewinnung
zugelassen sind! Daher sind hier
spezielle Mittel und die strikte
Einhaltung der vorgeschriebenen
Konzentrationen und Wirkzeit
erforderlich!
Wird nicht nach Vorgabe des
Herstellers gearbeitet, kann die
Desinfektionswirkung verringert oder unwirksam sein! Aus der Tabelle (Model, 1998) wird deutlich,
dass zu kurze Einwirkzeiten, wie auch zu schwache Konzentrationen, keine ausreichende Abtötung der
Keime im Melkzeug bewirken.
Nach Ablauf der benötigten Einwirkzeit muss nun das Melkzeug ausreichend mit Wasser von
Trinkwasserqualität ausgespült werden, um die sich noch im Melkzeug befindlichen
Desinfektionsmittelreste wieder zu entfernen. Technische Lösungen (Airwash, Backflash,
Durchschleifwannen) sind ständig auf ihre volle Funktion hin zu überprüfen. Die Milch muss in jedem
Fall vor Verwässerungen und Kontaminationen mit Desinfektionsmitteln geschützt werden.
E. Empfehlungen zu individuellen Melkroutinen
Unterschiedliche Melkstandsysteme, die Anzahl von Bedienungspersonen im Melksystem, zusätzliche
Arbeitselemente wie Predip in der Melkroutine erfordern jeweils eine Anpassung der anzuwendenden
Melkroutine. Unterstützung erfährt die Melkperson durch eine gezielte Kombination mit technischen
Gerätschaften. So wird die Routine abgesichert und die Arbeitskraft nicht überfordert
1. Individualmelkstände
Bei Individualmelkständen wie Autotandem- und Autorotorsystemen empfiehlt es sich, die
Arbeitsschritte Stimulieren, Nachmelken und Abnahme zu automatisieren. Damit wird eine
effektivere, weil gleitende und nicht in einzelne Elemente unterbrochene Routine gewährleistet.
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Folgende Komponenten können eingesetzt werden:
- Anrüstautomatik
- Nachmelkautomatik
- Abnahmeautomatik
So werden tierphysiologische Ansprüche mit arbeitsökonomischen Ansprüchen optimal
kombiniert. In Abhängigkeit von der Melkhäufigkeit am Tag kann aber auch auf die
Nachmelktechnik verzichtet werden.
2. Gruppenmelkstände
Bei Gruppenmelkständen entscheidet weniger die Technik darüber die optimale Melkroutine zu
finden als vielmehr die Anzahl der Personen, die im Melkstand arbeiten. Von ihnen ist es abhängig
welche Gruppenroutine am günstigsten erscheint und welche Person welche Arbeiten ausführt. In
jedem Fall müssen die tierphysiologischen Grundsätze beachtet werden. Zur Sicherung der
Grundstimulation der Tiere, die hierbei den größten Zeitfaktor beansprucht, bietet sich jedoch der
Einsatz der zeitlich anpassbaren automatischen Stimulation an. Auch die Ausmelk- und
Abnahmeautomatik sollte hier zum Standard gehören.
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Predippen
(nur zugelassene
Mittel)
Vormelken
manuelle Stimulation
+ Ansetzen
+ MZ-Ausrichten
Ansetzen
+ MZ-Ausrichten
+ maschinelle
Maschinenmelken
manuelles
Nachmelken
Optische
Nachmelkkontr
olle
maschinelles
Nachmelken
manuelle / automatische
Abnahme
Kontrollgriff,
Postdippen
Melkzeugzwischendesinfekti
Säubern,
Trocknen
Zitzenreinigung / Zitzentrocknung
MELKROUTINE
Visuelle Beurteilung
Sehr
verschmutzte
Euter
Saubere
Euter