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Jahrestagung 2002
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1
Wirtschaftlichkeit in der Milchviehhaltung (Kurzfassung)
Prof. Dr. Karl Jaster, Humboldt-Universität zu Berlin
Mit 10,5 Mrd. € werden ca. 20 % des Produktionswertes der Landwirtschaft durch Milchviehhaltung
bestimmt. Am Produktionswert der tierischen Produktion macht der Anteil ca. 56 % aus.
Milcherzeugung ist wie alle anderen landwirtschaftlichen Produktionszweige verschiedenen
Risiken ausgesetzt. Dabei scheint es Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der agrarpolitischen
Rahmenbedingungen in immer kürzer werdenden Abständen zu geben. Jedoch
produzieren Milcherzeuger im Rahmen der bisher bestehenden Milchmarktordnung, trotz zeitweilig
größerer Schwankungen des Milchpreises, gegenüber anderen tierischen Primärprodukten mit
geringerem Preisrisiko.
Aber auch Milcherzeuger unterscheiden sich als Mengenanpasser nicht von anderen landwirtschaftlichen
Produzenten. Sie können Preise im wesentlichen nicht beeinflussen und müssen
daher stetig die Produktivität erhöhen und die Stückkosten senken, um bei tendenziell steigenden
pagatorischen und Opportunitätskosten die notwendige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Diesem
Druck ist nur standzuhalten, wenn unter den jeweiligen Standort- und einzelbetrieblichen Bedingungen
strategisch die richtigen Entscheidungen getroffen werden und davon die Planungen
und Handlungen für die aktuelle Produktionsorganisation abgeleitet werden. Die Anforderungen an
das betriebliche Management steigen.
Für die ökonomisch effiziente Milcherzeugung muss besondere Beachtung finden, dass Milchviehhaltung
mehr als andere landwirtschaftliche Produktionszweige Kapital und Arbeit bindet und damit
hohe Nutzungskosten verursacht. Auch im Flächenanspruch ist sie standortabhängig nicht ohne
Konkurrenz. Auf dem Grasland besteht mehr oder weniger Konkurrenz zu anderen Produktionsverfahren
der Rinderhaltung. Uneingeschränkt hart ist auf den meisten Standorten die Flächenkonkurrenz
zum Marktfruchtbau bezogen auf die für hohe Milchleistungen notwendige energiereiche
Konservatfutterbereitstellung (Silomais) vom Acker. Diese Bindung von Arbeit, Kapital und
Fläche verursacht Nutzungskosten, die für eine objektive Einschätzung der Wirtschaftlichkeit als
Verhältnis von Leistungen und Kosten standort- und betriebsdifferenziert berücksichtigt werden
müssen.
Im Vortrag werden Zusammenhänge und quantitative Ergebnisse zur gegenwärtigen Lage in der
Milcherzeugung begründet. Sie basieren auf Modellrechnungen mit betriebswirtschaftlich üblicher
Zuordnung der direkten und kalkulatorischen Kostenpositionen. Datenmäßig werden realtypische
Annahmen aus Planungsnormativen und eigenen Erfahrungen bei der Analyse und Planung in
erster Linie ostdeutscher Betriebe zugrunde gelegt.

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Tendenzielle Aussagen:
(1.) Die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Von
den beeinflussbaren Faktoren nimmt die Höhe der Milchleistung je Kuh eine herausragende
Stellung ein. Eine für den Leistungsbereich von 6000 - 10000 kg Milch pro Kuh durchgeführte
Kalkulation der Vollkosten für ein Produktionsverfahren Milchviehhaltung auf der
Basis einer Neuinvestition in eine Milchviehanlage (KTBL) und optimistischen Annahmen zur
Grundfutterleistung führt zu einer Reduktion der durchschnittlichen Totalkosten (DTK) um
10 - 12 ct pro kg Milch. Bei freien Lieferrechten ergibt die Steigerung der Milchleistung über
die gesamte Leistungsspanne etwa konstante Grenzgewinne pro kg Milchleistungssteigerung.
Diese reduzieren sich in ihrer Höhe um den abzuschreibenden Betrag
im Falle des Quotenzukaufs. Auch die in der Praxis übliche Leistungssteigerung im Rahmen
bestehender Quoten verbunden mit Bestandsabstockung ist aus der Sicht ihrer wirtschaftlichen
Vorteile unumstritten.
(2.) In der Kostenstruktur der Milcherzeugung dominieren die Futterkosten (Grund- und Kraftfutter)
vor Arbeitskosten und Jahresstallplatzkosten gefolgt von den Bestandsergänzungskosten
(nach Vollkosten der Färsenaufzucht). Alle vier Kostenpositionen unterliegen der Degression
pro kg Milch mit der Leistungssteigerung pro Kuh bei freien Lieferrechten. Mit Ausnahme
der Stallplatzkosten gilt das auch für den Fall der Bestandsabstockung bei
gleichbleibender Gesamtliefermenge. Nach der betriebswirtschaftlichen Kalkulation liegt die
Gewinnschwelle zwischen 7000 und 8000 kg Milch/Kuh, wenn mit Abschreibungen auf der
Basis des Wiederbeschaffungspreises eines Kuhplatzes durch Neubau und eines
normativen Arbeitsbedarfs (KTBL) kalkuliert wird. Abweichungen im Futterregime mit einer
deutlich geringeren Grundfutterleistung, wie es noch sehr verbreitet Praxis ist, führen zu erhöhten
Durchschnittskosten. Das gilt ebenso durch höheren Arbeitsaufwand (Akh) pro Kuh.
(3.) Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion im Quotensystem werden in der
betrieblichen Praxis Fütterungsregimes verfolgt, die von einer ökonomischen Vorteilswirkung
der Milcherzeugung, d. h. mehr Milchgeld bei niedrigem Fettgehalt im Rahmen der Quote
ausgehen. Rechnerisch können gewisse Vorteile nachgewiesen werden. Die ermittelte
Größenordnung des Vorteils je Kuh ist bei exakter Umrechnung der Referenzmilch jedoch
eher für gering zu halten. Da aber die praktizierten Fütterungsregimes gleichzeitig auf eine
maximale Grundfutterleistung abzielen, sind sie aus ökonomischer Sicht auf Grund des erkennbaren
Synergieeffektes betriebswirtschaftlich in jedem Fall von Vorteil.
(4.) Es gehört zur strategischen Unternehmensführung der Landwirte sich mit der Frage zu beschäftigen,
ob bzw. in welchem Umfang sie in die Milchproduktion (Stallplatz und/oder Milchquote)
investieren sollten. Kriterium dafür ist, dass das eingesetzte Kapital verzinst und unter
Berücksichtigung eines abzuschätzenden Risikos zurück gewonnen werden kann. Das er3.
Jahrestagung – Dresden-Pillnitz, 17./18.09.2002
3
fordert eine individuelle Beurteilung der einzelbetrieblichen Ausgangssituation hinsichtlich
der periodisch zu erwartenden Nettoeinzahlungen je nachdem, welche Produktionsfaktoren
vorab zu entlohnen sind. Davon ist abzuleiten, bis zu welcher Höhe z.B. die Finanzierung
von Quotenzukauf und Stallplatzmodernisierung betriebswirtschaftlich möglich ist (zulässige
Investitionsgrenze). Sich ändernde agrarpolitische Einflüsse müssen berücksichtigt werden.
Die gegenwärtige Halbzeitbewertung der GAP diskutiert vier Optionen der spezifischen Rahmenbedingungen
für die künftige Milchproduktion. Wenngleich damit Prognosen für die Wirtschaftlichkeit
noch schwierig sind, wird durch Anpassungsreaktionen die Milcherzeugung auch in Zukunft zu
den wichtigsten landwirtschaftlichen Produktionszweigen gehören.


1
Möglichkeiten zur Überprüfung und Auswertung von Hygienemaßnahmen
im Melkbereich
Ingrid Model, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Jena
Ziel der Hygienemaßnahmen im allgemeinen ist es, durch Ausschaltung der schädigenden und
Förderung der nützlichen Umweltfaktoren die Gesundheit des Organismus zu bewahren und zu
kräftigen.
Unter dieser Zielsetzung geht es im Melkbereich um die Minimierung der Keime, die das Produkt
Milch in der Haltbarkeit und Verarbeitungswürdigkeit schädigen und um solche, die das Euter infizieren
können. Beide Hauptgruppen können durch sachgemäße Reinigung und Desinfektion
sowie durch Zerstörung des optimalen Lebensraumes (Kühlung) weitgehend minimiert werden.
Aufgabe der Beratung ist es:
 die Infektionsquellen und Ursachen festzustellen,
 Empfehlungen zur Beseitigung aufgedeckter Mängel zu geben,
 die Durchführung zu kontrollieren und zu prüfen.
Hilfsmittel zur Abklärung von Ursachen erhöhter Keimzahl
1. Kontrolle der Reinigung und Desinfektion im Melk- und Lagerbereich
Die Keimflora der Tankmilch aus gesunden Eutern hat sich aufgrund der ständigen Anwendung
von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und einer fast durchgängigen Kühlung von
ursprünglich mesophylen Keimen, die ihr Wachstumsoptimum bei 20-40°C haben, in Richtung
psychrotrophe Keime entwickelt. Diese kälteliebenden Keime können auch noch bei 7°C leben
und wachsen.
Auf der Basis dieser Kenntnis liefert die Feststellung des Temperaturverlaufes im Lagertank
während der Lagerung und Reinigung wichtige Hinweise für die Ursachenfindung und Abklärung
erhöhter Keimzahlen in der Sammelmilch. Auf einige Hilfsmittel dazu soll nachfolgend
aufmerksam gemacht werden:
Mit Hilfe eines Datenloggers, der im Milchtank angebracht wird, kann in wählbaren Zeitabständen
der Temperaturverlauf während der Kühlung und Reinigung erfasst werden. Das
Gerät kann die Daten von mehreren Tagen speichern. Über eine spezielle Software können die
Daten ausgewertet und grafisch dargestellt werden. Damit kann meistens der Nachweis für die
Erhöhung der Keimzahl gebracht werden.

2
Es könnte sein:
 Zu langsamer Kühlverlauf:
o 2 Stunden nach Melkbeginn soll die Milchtemperatur < 10°C,
o 2 Stunden nach Melkende < 4°C sein;
o die warme Milch der nächsten Melkzeit soll die abgekühlte nicht über 10°C erwärmen.
o Abhilfe: Kühltechnik prüfen, nicht in warmen Tank melken.
 Zu niedrige Temperatur der Reinigungslösung:
o große Lagerbehälter mit warmem Wasser vorspülen, damit die >60°C eingespeiste
Reinigungslösung wirksam werden kann.
o Am Ende des Hauptwaschganges soll die Temperatur der Reinigungslösung nicht
<45°C liegen.
 Reinigungszeit oder –ablauf nicht vorschriftsmäßig:
o mindestens 15 Minuten Spülzeit der warmen Reinigungslösung ist zu sichern.
Neben diesen Daten des Datenloggers liefern die bekannten Kontrollen der Wassermenge, der
Wasserhärte, der Anwendungskonzentration des R.u.D.-Mittels, die Sauberkeit des Vor- und
Nachspülwassers, Turbulenz und Spritzdruck u.a.m. wichtige Hinweise zur Ursachenklärung.
Die Feststellung der Wasserhärte sollte nicht unterlassen werden. Fertige Gesamthärtetests
gibt es in verschiedenen Ausführungen und einfacher Anwendungsbeschreibung. Danach ist
die Lösungskonzentration anzupassen.
Die Feststellung der Konzentration der Reinigungs- und Desinfektionslösung erfolgt in einfacher
Weise durch Erfassen der Hauptspül-Wassermenge und des Verbrauches an R.u.D.-
Mittel (aus Messglas aufnehmen). Die Wassermenge der Druckleitung kann bei Erfordernis
abhängig vom Durchmesser der Leitung errechnet werden:
Leitungsdurchmesser: 30 mm = 0,6 l/m
40 mm = 1,1 l/m
50 mm = 2,0 l/m
Für eine wirksame Desinfektion müssen die Flächen ausreichend gereinigt sein. Dazu sollten
in den Reinigungs- oder auch kombinierten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln aktive
Waschreagenzien die Milch- und Fettreste binden (verseifen oder emulgieren).
Soll die Wirksamkeit einer Reinigungslösungen daraufhin eingeschätzt werden, kann das über
die Feststellung der aktiven Alkalität erfolgen. Sie sollte mindestens 200 ppm betragen.
Der Wirkstoffanteil in der Gebrauchslösung kann durch Titration festgestellt werden. Dazu ist
eine Titriervorschrift des Hersteller erforderlich.

3
Um eine sichere Desinfektion in milchführenden Leitungen zu erreichen, sollte am Ende der
Hauptspülung der Chlorgehalt der Lösung noch mindestens 100 besser 150 ppm betragen.
Die Prüfung des Zeit- und Temperaturverlaufes des R. und D.-Programmes der Melkanlage
und der Milchlagerung gehört zur Ursachenfindung von erhöhtem Keimgehalt in der Milch.
2. Ermittlung von Keiminfektionsquellen mittels Biolumineszenz-Test
Mit dem Biolumineszenz-Test kann keine quantitative Erfassung von Keimen erfolgen.
Er dient der Feststellung des Reinigungseffektes von Flächen. Dabei wird der Restbestand von
organischer Masse (mikrobielle und nicht-mikrobielle) mittels Spezialtupfer aufgenommen und
in ATP (Adenosin-Triphosphat=Energieträger) gebunden. In einem Zählgerät können die RLU
((relative light units=relative Lichteinheiten) abgelesen werden.
Abhängig vom verwendeten Gerät und den dazu angebotenen Tupfern ist der Messablauf entsprechend
der Arbeitsanweisung des Herstellers durchzuführen. Folgende allgemeinen
Voraussetzungen sind dabei zu beachten:
 Die Melkanlagen bzw. Lagerbehälter müssen vor der Biolumineszensmessung alkalisch
gespült sein.
 Die Aufbewahrung der Spezialtupfer (Snapshot) und der Küvetten soll unbedingt lichtgeschützt
und bei Temperaturen von 2 – 8 °C erfolgen.
 Vor Beginn des Abtupferns sollten die Snaphots Zimmertemperatur erreicht haben. Zu kalte
Tupfer reagieren träge und zeigen niedrigere Werte an.
 Aufgenommene Tupfer können bei dunkler Lagerung bis zu 4 Stunden bis zum Messen gelagert
werden.
 Bevor die eigentliche Messung beginnt ist mittels einer Küvette und der sogenannten
„Daumenprobe“ eine Aktivitätsmessung durchzuführen. Das Ergebnis soll > 300 RLU sein.
 Mit dem entsprechend der Firmenvorschrift angefeuchteten Tupfer streicht man ca. 10 cm³
der zu prüfenden Fläche ab (keine Fingerberührung!) und steckt ihn wieder in die Hülle.
Nachdem der Tupfer entsprechend der Firmenanweisung mit der enthaltenen Lösung
aktiviert wurde, wird er in die Küvette gesteckt, an der Wandung gut ausgedrückt und in der
Messkammer gemessen. Sind die Flächen nicht ausreichend sauber und desinfiziert
werden im Gerät hohe RLU- Werte abgelesen.
Abhängig vom Material und der Oberfläche sind diese Werte aus der Erfahrung wie folgt zu
beurteilen:
 4 glatte Oberflächen (Glas, Edelstahl): unter 150 RLU = ausreichend sauber
 über 150 RLU = nicht sauber oder die Oberfläche ist verschlissen
 4Gummi, Plaste und rauhe Oberflächen:

4
o unter 300 RLU = ausreichend sauber
o über 300 RLU = nicht sauber oder die Oberfläche ist verbraucht
 4 Restspülwasser ohne RDM: unter 200 RLU = i.O.
Vorgeschlagene Tupferpunkte (melkanlagenspezifisch):
Zitzengummi, Spülaufnahme, kurzer und langer Milchschlauch, Milchsammelstück, Milchflusssensor
oder Milchmengenmessgerät, Endeinheit mit Anschlüssen, Milchpumpe, vor und nach dem
Filter, Milchdruckleitung, Tank, Tankauslauf ... ect.
3. Stufenproben der Milch
Mittels keimfreiem (abgeflammt oder ausgekocht) Milchprobenehmer (20ml) werden von Beginn
der Melkzeit an bis zum Abholen der Milch durch den Tankwagen an kritischen Stellen der Melkund
Lagereinrichtung sauber (ohne Kontamination) Milchproben gezogen. Man beginnt mit den
ersten Proben sobald die erste Milch in der Endeinheit ist. Von der Milchschleuse stufenweise an
kritischen Stellen bis zum Auslauf des Lagertanks werden zu Beginn und zum Ende des Melkens
diese Milchproben gezogen. In unkonservierten Probeflaschen werden sie gekühlt zum LKV-Labor
gebracht, und dort wird mittels fluoreszenz-optischer Methode der Keimgehalt festgestellt. Die
Entwicklung der Keime im Lagertank zeigt der Vergleich der Probe zu Melkende mit der Probe vor
Abfuhr (abhängig von der Lagerzeit). Nach Möglichkeit ist am gleichen Tag eine Keimzahlprobe
des Sammelwagens mit einzubeziehen.
Überprüfung der Wirksamkeit der Melkzeugzwischendesinfektion
1. Feststellung der Wirkstoffkonzentration in peressigsäurehaltigen Lösungen
Für eine hohe Wirksamkeit der Melkzeugzwischendesinfektion ist neben der sachgemäßen
technischen Durchführung dieser Hygienemaßnahme entscheidend, dass der Desinfektionswirkstoff
Peressigsäure in einer ausreichenden Konzentration von mindestens 800 besser
1000 ppm in der Anwendungslösung enthalten ist. Die verschiedenen Handelsprodukte enthalten
verschiedene Anteile des Wirkstoffes. Daraus ergibt sich für den Berater die Notwendigkeit,
vor Ort den Wirkstoffanteil der Gebrauchslösung festzustellen.
Er hat die Wahl zwischen zwei Methoden:
a) Schnellbestimmung mittels Merck- PES-Teststäbchen
Merckoquant Peressigsäure-Test 1.10001.0001- Analysestäbchen (100-500 mg/l) in zu
prüfende Gebrauchslösung tauchen, leicht abschütteln, Farbumschlag mit Farbskala auf
der Packung vergleichen.
Entspricht die Reaktionszone einem Farbfeld auf der Packung liegt die Konzentration
der Lösung unter 500 ppm = zu niedrig

5
Ist die Färbung des Teststreifens dunkler als die Vergleichsfelder auf der Packung, wird
die Gebrauchslösung im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt und erneut mit der Farbskala
verglichen. Der auf der Packung abgelesene Wert ist mit 2 zu multiplizieren.
b) Titration der Gebrauchslösung nach Vorschrift des Herstellers.
2. Untersuchung der Wirksamkeit der Melkzeugzwischendesinfektion
Von der Arbeitsgruppe „Hygieneindikatoren“ der WGM wurde nachfolgende Empfehlung erarbeitet:
Ziel: Es soll festgestellt werden, ob die angewandte Desinfektionsmaßnahme
Keime weitgehend abtötet.
Probennahme:
Material:
Sterile, gebrauchsfertige Tupfer werden mit steriler physiologischer Kochsalzlösung angefeuchtet
und in die dazugehörende Transporthülse zurück gesteckt.
Bei Prüfungen mit chlorhaltigen Lösungen ist zusätzlich 0,1%ig Natriumthiosulfat als
Inaktivator zu verwenden.
Pro zu untersuchende Melkeinheit werden zwei Tupfer benötigt und entsprechend beschriftet.
Methode:
Unmittelbar nachdem das Melkzeug vom Euter abgenommen wurde, nimmt man mit dem
Tupfer 1 mit leichtem Druck aus jeden der 4 Zitzengummis je eine Runde im Schaft ab und
steckt den Tupfer wieder in das Transportröhrchen.
Der Tupfer 2 wird, nachdem die Zwischendesinfektion erfolgt ist, kurz vor dem Ansetzen an
das nächste Euter, (Mindesteinwirkzeit berücksichtigen) am selben Melkzeug in der gleichen
Weise eingesetzt. Dabei sollte beachtet werden, dass bei Tupfer 1 die Verschlusskappe des
Tupfers auf der Zitzengummikopföffnung lang geführt wird. Bei Tupfer 2 sollte der Plastestab
1 cm über dem Zitzengummirand herausragen, damit ein Doppelabstrich auf gleicher Fläche
vermieden wird.
Die Proben sollten gekühlt transportiert und gelagert werden.
Zwischen Probenahme und Untersuchung dürfen nicht mehr als 24 Stunden liegen.
Laboruntersuchung:
Als Nährboden wird 1 Platte Blutagar mit Äskuli- Zusatz verwendet.
Tupfer 1 zuerst auf eine halbe Platte mäanderförmig in etwa 12 Impfstrichen aufbringen.
Tupfer 2 auf gleiche Weise auf die andere Hälfte der Platte ausstreichen.
Bebrütung 24 Stunden bei 37 °C.
Die Auswertung erfolgt nach Gesamtkeimzahl und gegebenenfalls differenziert nach Keimgruppen.

6
Es wird gegenübergestellt:
o Wachstum der Keime aus Tupfer 1 (unmittelbar nach dem Melken) zu
o Wachstum der Keime aus Tupfer 2 (nach der Zwischendesinfektion)
Tupfer 1, die kein Wachstum ausweisen, werden von der Auswertung ausgeschlossen.
Beurteilung des Wachstums: Beurteilung des Desinfektionserfolges
Keine Kolonien - = sehr gut
Bis 30 Kolonien + = gut
30 bis 100 Kolonien ++ = mäßig
mehr als 100 Kolonien +++ = ungenügend
Die Desinfektion gilt als ausreichend, wenn 90% der Proben aus den Tupfern 2 (nach der
Desinfektion) sehr gute und gute (- oder +) Ergebnisse aufweisen.


1
Herdenmanagementberatung zur Leistungssteigerung und
Qualitätsverbesserung
S. Baumgart, Abteilungsleiterin Qualitätsprüfung und –beratung im LKV Sachsen-Anhalt
Herdenmanagementberatung zur Leistungssteigerung und Qualitätsverbesserung
Die Abteilung Qualitätsprüfung und –beratung wurde vor 11 Jahren innerhalb des LKV Sachsen-
Anhalt gebildet und befasste sich vorrangig mit Qualitätsberatungen zur Verbesserung der Milchgüteparameter,
wie Zellzahl, Keimzahl, Gefrierpunkt, Hemmstoffe und Melkanlagenüberprüfungen
lt. DIN ISO. Sie dienten zur Unterstützung der milchproduzierenden Betriebe in Sachsen-Anhalt,
um die Anforderungen der rechtsgültigen Milchverordnung und Milchgüteverordnung der BRD an
eine qualitätsgerechte Rohmilchproduktion zu erfüllen.
Entwicklung der Milchgüteparameter und Kuhleistung 1996-2001
in Sachsen-Anhalt (LKV-Durchschnitt)
Jahr Keimzahl Zellzahl Anteil Proben (in %) Leistung Reprorate 1
Tsd. Tsd. Hemmstoff Gefrierp Je Kuh
MGP MLP positiv > -0,520 °C kg/Jahr %
1992 443 559 431 0,90 n.a 5.246 38,3
1994 34 324 322 0,63 12,4 5.705 38,2
1996 19 293 328 0,23 24,4 6.174 36,7
1998 17 251 315 0,17 14,6 6.808 38,7
1999 18 237 297 0,19 15,7 7.128 38,6
2000 18 236 300 0,14 12,8 7.554 43,8
2001 18 239 326 0,20 11,2 7.745 42,1
Wie aus der Tabelle 1 ersichtlich ist, verbesserten sich die Kuhleistungen und die Qualitätsparameter,
nicht zuletzt durch den Einsatz modernster Methoden und Technik beim Füttern, Melken
und Kühlen, sprunghaft.
Die seit 1997 beginnende Stagnation der Zellzahlwerte, bei steigenden Reproduktionsraten,
Tierverlusten (bes. Euter- Klauen-Gliedmaßenerkrankungen) und bei höherer Differenziertheit im
Durchschnitt der Herden veranlassten uns, die Beratungsinhalte zum Abchecken der vielfältigsten
Ursachen im Herdenmanagement zu erweitern. Es wurden LactoCorder-Beratungen zur Einschätzung
der Melkbarkeit – Melkarbeit - Melktechnik und die Herdenmanagementberatungen zur
Leistungssteigerung und Qualitätsverbesserung als zusätzliche Dienstleistung des LKV angeboten.
Die dazu benötigten Fortbildungen und die Schulungen zu neuen Arbeitsmaterialien
(Hard- und Software, Messtechnik) der Qualitätsberater, gingen selbstverständlich regelmäßig

2
einher. Wir entschieden uns für den Einsatz der Zuchtmanagersoftware (ZMS) vom DSP Paretz,
die inhaltlich u.a. zur Einschätzung der Einzeltiere und Herden im Bereich Milchleistung, Milchqualität,
Ernährung und Reproduktion umfangreiches sowie aussagefähiges Datenmaterial für den
Berater und Betrieb bietet.
Um weitestgehend eine Einheitlichkeit des Leistungsumfanges dieser Beratungsart im Land
Sachsen-Anhalt zu haben, wurden Arbeitsanweisungen für alle Qualitätsberater zur Durchführung
dieser Beratungsart erstellt. Die Beratungsgebühren sind gestaffelt nach Kuhbestand und Melktechnikumfang.
Betriebe, die eine Vereinbarung mit dem LKV über regelmäßige (1-2 mal jährlich) Melkanlagenüberprüfungen
abgeschlossen haben, erhalten 25 % Gebührenrabatt.
Ablauf der Beratung zum Herdenmanagement
1. Anmeldung durch den Betrieb.
2. Anforderung der Daten für die ZMS-Software von Paretz von dem Berater.
3. Analysen aus der Software für die Beurteilung des derzeitigen Niveaus des Betriebes und
Erstellung von Auswertungslisten.
4. Überprüfung der Melktechnik nach DIN ISO.
5. Abchecken der vorhandenen betrieblichen Bedingungen in den Bereichen: Haltung,
Fütterung und Tränken, Melken und Melkstand, Milch- und Melkhygiene, Reproduktion,
Stallhygiene, Bakteriologische Überwachung gemeinsam mit dem zuständigen Leiter.
6. Überwachung der Melkarbeit, Messen von 8-10 Milchflusskurven mittels LactoCorder und
Messungen im kurzen Milchschlauch.
7. Auswertungsgespräch der Beratung mit praktischen Beratungshinweisen zur Änderung
des Herdenmanagements auf Grund der ZMS - Analysen, der vorgefundenen Gegebenheiten
und der Messdaten. Es wird dem Betrieb vorgeschlagen, das dabei der Betriebsleiter
und Betreuungstierarzt zugegen ist.
8. Je nach gewonnenen Erkenntnissen in den einzelnen Produktionsbereichen schließen
sich in Abstimmung mit dem Betrieb, eine Melkerschulung, eine LactoCorder-Beratung
oder eine Fütterungsberatung an.
9. Neben der Übergabe des ZMS-Datenmaterials, erhält der Betrieb ein zusammenfassendes
Protokoll und die Checkliste.
10. Eine Nachberatung nach ca. 4-6 Monaten zur Kontrolle der Umsetzung der gegebenen
Beratungshinweise sowie deren Erfolge bei der Leistungssteigerung und Qualitätsverbesserung
wird jedem Betrieb angeboten
.

3
Mit der Auswertung des Zuchtmanagers stehen dem Berater und dem Betrieb folgende
Informationen für die Analysen während der Beratung zur Verfügung, die während des Workshops
am 18.09.2002 auch am PC- Arbeitsplatz vorgestellt werden:
 Milchleistung und Milchinhaltsstoffe (Fett, Eiweiß, Laktose, Harnstoff): Monatliche, jährliche,
laktationsseitige Entwicklung für Einzeltiere, Haltungsgruppen und Gesamtherde als
Tabellen und Grafiken. Nach eigenem Bedarf auch selbst zusammenzustellen und in
Exceldateien zur Weiterverarbeitung zu übernehmen.
 Zellzahl: Für jeden beliebigen Zeitraum wie im Punkt 1 auszuwerten. Übersichten nach beliebigen
Zellzahlklassifizierungen und Bewertung von Milchverlusten.
Festlegung von s.g. Zellzahlgrenzwerten nach Laktationszahl und Laktationsstadium und
danach tabellarische Analysen (Erstmalige Überschreiter, wiederholte Überschreiter,
Mastitiden, vor dem Trockenstellen, nach dem Kalben) wo die Schwerpunkte der Erhöhung
liegen. Auswertung der Zellzahl nach MLP sowie in den Laktationen bei selbst zu
wählenden Zeiträumen.
 Ernährungszustand: Für jeden beliebigen Zeitraum wie Punkt 1 Grafisch und tabellarisch
auszuwerten. Grundlagen für Problem- und Tiefenanalysen: Fett/Eiweiß/Laktose,
Eiweiß/Harnstoff, individueller Harnstoffbericht.
 Reproduktion: Ausgewählte Kennziffern für den Betrieb, die Abrechnungseinheit und dem
Einzeltier, wie: nichtbesamte Kühe, Rastzeit, Anzahl Besamungen, Zwischenbesamungszeit,
Zwischentragzeit, Zwischenkalbezeit, Trächtigkeitsrate (Gesamt, aus EB).
 Milchqualität: Bei passender Software des Milchgüteprogramms besteht die Möglichkeit alle
Ergebnisse aus der Milchgüteuntersuchung mit in das Programm zu integrieren und z.B.
bei der Zellzahlauswertung auch gegenüberzustellen.
Mittels der Zuchtmanagersoftware macht sich der Berater im Vorfeld der Herdenmanagementberatung
ein klares Bild über den Entwicklungsstand der Herde und arbeitet Schwerpunkte im
Produktionsablauf der Milchviehherde heraus. Bei dem Herdencheck in allen Produktionsbereichen
vor Ort ist dies eine erhebliche Hilfe.
Mit folgender Checkliste arbeiten die Berater in Sachsen-Anhalt:
1. Haltung/Kuhkomfort: Stallklima, Liegeflächen, Laufgänge, Haltungsgruppen, Klauen- und Gliedmaßen,
Umgang mit den Kühen, Tränkwasserversorgung
2. Fütterung: Futtertisch, Fressplatzangebot, Fütterungsfrequenz- und -sequenz, Laktationsgruppen,
Kotkonsistenz, Milchinhaltsstoffe, Stoffwechseluntersuchungen, Futterrest, Futtermitteluntersuchungen,
Futterzusatzstoffe, Rationsberechnungen, Körperkondition
3. Melken/Melkarbeit: Melkstand, Klima, Melktechnik, Melkzeiten, Vorwartehof, Standzeiten, Melkarbeit,
Melkhygiene, Melkeigenschaften, Euter, Zitzen, Milchflusskurven

4
4. Eutergesunde Reproduktion: Zukauf, Seuchenstatus, Deckbulleneinsatz, Trockenstellen,
Abkalbeplatz, Kalbehygiene, Erregerüberwachung, Kälberversorgung, Tränkmilch, Sauger, Erstkalber,
Frischkalber-Hygiene, Melktechnik, Desinfektion
5. Verhinderung der Übertragung: von Mastitiserregern Melkpersonal, Sauberkeit, Melkhygiene,
Melkzeugzwischendesinfektion, Haltung kranker Kühe, Zitzendesinfektion, Liegeflächen, Stallklima
6. Bakteriologische Untersuchungen (gemeinsam mit EGD, Tierarzt): Probenart, Probenahme,
Kontrolle Erstkalber, Frischkalber, Trockensteller, Überwachung Herde, Resistogramm
7. Führung einer Eutergesundheitskartei
Das Wichtigste bei der Auswertung des Herdenchecks, als Zusammenspiel der aufgezeigten vielfältigsten
Faktoren, sind die Untermauerungen aus den Daten des ZMS zu den gegebenen Hinweisen
für notwendigen Veränderungen.
So z.B. bei unzureichenden Desinfektionsmaßnahmen, kein abruptes Trockenstellen von erregernegativen
und eutergesunden Kühen, schlechte Haltungshygiene und fehlendes Dippen der Kühe
beim Aufeutern, stressiges Anmelken mit defekter Melktechnik – zeigen die Analysen Zellzahlen
vorm Trockenstellen und nach dem Kalben sowie die Entwicklung in der Laktation unterschieden
nach Laktationszahl dazu ein klares Bild. Die danach ermittelten Leistungsdifferenzen der
vergleichbaren Überschreiter gegenüber den Nichtüberschreitern von minus 2 –6 kg je Tag helfen
dem Berater, dem Betrieb von notwendigen Veränderungen zu überzeugen.
Beim Erstellen des Beratungsprotokolls ist es notwendig neben der Checkliste, den Messdaten der
Melktechnik und LactoCorder-Kurven eine zusammenfassende Einschätzung zu geben, in welcher
Rangfolge sowie welchem Zusammenhang und Zeiträumen die Beratungshinweise umzusetzen
sind. Besonders auch solche, die Investitionen erfordern.
Der Termin der Nachberatung nach 4-6 Monaten ist ebenfalls festzulegen. Die Nachberatung beinhaltet
in erster Linie, die Analyse des Leistungsstandes und der Milchqualität sowie der
empfohlenen Veränderungen in der Herdenführung.
Ob ein Beratungserfolg eintritt, liegt an jedem Betrieb selbst, wie streng er das auf seine Herde
zugeschnittene Herdenmanagementkonzept umsetzt, um langfristig eine bessere Milchqualität
verbunden mit höheren Leistungen sowie wirtschaftlichen Produktionskosten zu erreichen.
Im vergangenen Jahr haben wir begonnen, die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit betriebswirtschaftlichen
Beraterunternehmen gezielt zu intensivieren. Mit zwei Unternehmen gibt es bereits
dazu eine schriftliche Vereinbarung. Nach Anmeldung der Beratung durch die Betriebswirtschaftlichen
Beraterunternehmen und der gemeinsamen Durchführung sowie Auswertung, werden die
Änderungen in der Produktionstechnik mit dem Stand der finanziellen Kennziffern untermauert.
Der Schwerpunkt in der Beratung verlagerte sich mehr und mehr auf das Fütterungsmanagement,

5
da bei hohen Einzelleistungen, die Stoffwechsel- und Eutergesundheit sowie die Klauen- und
Gliedmaßenerkrankungen eine größere Aufmerksamkeit erfordern.
Die Resonanz dieser durchgeführten Herdenmanagementberatungen war bisher meist positiv. In
den Betrieben, die die Hinweise umsetzten, gab es Leistungssteigerungen, eine verbesserte Reproduktion
und eine stabile Milchgüte, besonders gemessen an der Zellzahl. Betriebe, die es
zögerlich taten und von der Umsetzung einiger Empfehlungen nicht zu überzeugen waren, werden
nun mittels einzelnen Kostenpositionen gemeinsam davon überzeugt.
Der Erfolg der Beratung wird so für den Betrieb und dem Berater noch abrechenbarer.
Ausblick
Die Zertifizierung der milchproduzierenden Betriebe nach dem „Basisqualitätsmanagment“-
Programm (BQM) beinhaltet zum größten Teil analog, die Bestandteile des Herdenchecks unserer
Beratung. Über 120 Betriebe in Sachsen-Anhalt stehen zur Zeit im Zertifizierungsverfahren und 34
sind bereits erfolgreich in der Milchproduktion zertifiziert. Die Molkereien unterstützen das
Programm sehr intensiv und 3 beteiligen sich schrittmachend mit 400 EUR je Lieferant an den
Erstzertifizierungskosten. Wir empfehlen den Betrieben, bei den vorbereitenden Beratungen zum
BQM, die Auswertung der Zuchtmanagersoftware mit abzufordern. Diese zusätzlichen Gebühren
für die ZMS-Daten machen sich innerhalb dieser umfangreichen Herdenanalyse zum Aufdecken
von Schwachpunkten unserer Meinung nach bezahlt.


1
Eutergesundheit und Milchflusskurven - Praxisstudie zur
Milchqualität und zum Milchentzug in Schleswig-Holstein
Prof. Dr. E. Schallenberger, Institut für Tierzucht und Tierhaltung, Christian-Albrechts-Universität
zu Kiel
Einleitung
Die Milcherzeugung stellt in der Landwirtschaft den Betriebszweig mit der höchsten Wertschöpfung
dar, die Leistungen sind gerade in den neuen Bundesländern beeindruckend gestiegen, z.B. in
Sachsen, das inzwischen den deutschen Spitzenplatz belegt, seit 1989 um 3250 kg auf 7411 kg
bei allen MLP-Kühen mit 318 kg Fett (4,29 %) sowie 253 kg Protein (3,41 %). Allerdings ging mit
der Leistungssteigerung die Verweildauer der Tiere in der Produktion stetig zurück, in Schleswig-
Holstein z.B. auf 2,6 Laktationen bei konstantem Erstkalbealter von 31 Monaten, so dass hier die
durchschnittliche Lebensleistung bei Schwarzbunten Rindern bei 19 200 kg liegt und im letzten
Jahrzehnt annähernd konstant blieb, ein Wert, bei dem das genetische Potenzial nur zu einem
geringen Grad ausgeschöpft wird.
Abgänge wegen Euterfunktionsstörungen und wegen Unfruchtbarkeit (» 20 bzw. 23 % bei den
MLP-Kühen) haben oft die gleichen Ursachen, suboptimale Haltungsbedingungen, nicht leistungsgerechte
Fütterung, mangelnde Stall- und Melkhygiene, sowie unzureichende Gesundheitsprophylaxe.
Wachsende Herdengrößen und –leistungen erfordern ein komplexes Management,
Produktionssteigerungen dürfen nicht nur durch genetischen Fortschritt und stetig erhöhte
Remontierung erreicht werden (im Landesdurchschnitt in Schleswig-Holstein bei 40 % liegend), die
Lebensleistung der Milchkühe muß erhöht werden. Für eine längere Verweildauer in der Milchviehherde
sind optimale Jungtieraufzucht, das konsequente Vermeiden „typischer“ Jungtiererkrankungen
und eine bessere Eingliederung von Färsen in die Produktionsherde entscheidende
Voraussetzungen.
Die Eutergesundheit wird gleichermaßen durch biologische und Managementfaktoren beeinflusst.
Entscheidend sind Rasse, Genetik, ausgeglichenes Leistungsniveau, ganz besonders natürlich
Haltungs- und Melkhygiene, Melktechnik, Melkstrategien und melkerspezifische Routine.
Praxisstudie zur Milchqualität und zum Milchentzug in Schleswig-Holstein
Hintergrund einer mehrjährigen Untersuchung in 15 Praxisbetrieben war der allgemein unbefriedigende
Eutergesundheitsstatus. Die durchschnittliche Herdenleistung schwankte zwischen 5150–
9800 kg Milch bei zweimal täglichem Melken (Milchfett 4.07–4.71 % und Milcheiweiß 3.3–3.5 %).
Monatlich werden zusätzlich zur MLP-Kontrolle morgens Viertelanfangsgemelksproben von allen

2
Tieren gewonnen und beim Abendgemelk die Milchabgabecharakteristika durch die mobilen
Messgeräte „LactoCorder“ erfasst.
Eutergesundheit und Zellzahl
Die durchschnittliche Zellzahl (arithmetisches Mittel) variierte in den Herden von 81.000 bis
344.000/ml. Die Viertelanfangsgemelks-Zellzahlen stiegen während der Laktationsperiode an, sie
waren in den Hintervierteln stets höher als in den Vordervierteln, gesunde Euterviertel rangierten
von < 50.000/ml zu Laktationsbeginn bis etwa 200.000/ml vor dem Trockenstellen, wohingegen
Euterviertel mit mikrobiologischem Erregernachweis sich im Bereich von 300.000–600.000 / ml
bewegten mit den höchsten Werten zu Laktationsbeginn und Laktationsende. 50% der Kühe
wiesen im ersten Laktationsmonat Zellzahlen < 50.000/ml in allen 4 Vierteln auf, vor dem Trockenstellen
war dieser Anteil auf 5% abgesunken. Durchschnittlich 23% aller Kühe hatten allerdings
bereits bei Laktationsbeginn Zellzahlen von > 400.000/ml in mindestens einem Euterviertel, vor
dem Trockenstellen stieg dieser Anteil auf 42% an.
Eutergesundheit und mikrobiologische Befunde
Nach mikrobiologischer und biochemischer Differenzierung konnte folgendes Spektrum euterpathogenen
Keime – natürlich mit breiten betriebsspezifischen Unterschieden, besonders Mischinfektionen
betreffend, auf Viertelbasis differenziert werden:
 79 % koagulase-negative Staphylokokken
 6 % koagulase-positive Staphylokokken (Staphylococcus aureus)
 17 % umweltassoziierte Streptokokken (Streptococcus uberis, Streptococcus
dysgalactiae)
 2 % Streptococcus agalactiae (Erreger des gelben Galtes)
 2 % sonstige Erreger
Diese Erreger bedingten sehr unterschiedliche Zellzahlerhöhungen, so dass im Umkehrschluss
aus dem mittleren Zellzahlniveau von Eutervierteln auf Herdenbasis auf das Hauptvorkommen
bestimmter Erregerklassen geschlossen werden konnte:
 mittlere Zellzahl bei koagulase-negativen Staphylokokken 357 000/ml
 mittlere Zellzahl bei koagulase-positiven Staphylokokken 762 000/ml
 mittlere Zellzahl bei umweltassoziierten Streptokokken 772 000/ml
 mittlere Zellzahl bei Streptococcus agalactiae 1.235 000/ml
Bei den Milchdrüseninfektionen muss unterschieden werden zwischen klinischen Mastitiden mit
erkennbaren Sekret- und Euterveränderungen und sogenannten subklinischen Mastitiden, bei
denen meist keine für den Landwirt erkennbare Veränderungen vorliegen. Die klinischen
Mastitiden treten zum Laktationsbeginn gehäuft auf, im ersten Laktationsmonat sind ca. 22% aller

3
Kühe davon betroffen. Subklinische Mastitiden steigen von ca. 7,5% Häufigkeit im ersten
Laktationsmonat auf ca. 17% aller Kühe vor dem Trockenstehen an. Abhängig von der Jahreszeit
und dem Laktationsstadium weisen im Mittel 30-45% der Kühe mindestens ein erregerpositives
Euterviertel auf, wobei Hinterviertel häufiger auffällig sind.
Zunehmend sind erstlaktierende Rinder von Euterproblemen betroffen. Durchschnittlich 21,8%
litten bereits an subklinischen und 14,5% an klinischen Mastitiden. 40,2% aller erstlaktierenden
Rinder waren auf mindestens einem Viertel erregerpositiv, wobei wiederum die beiden Hinterviertel
deutlich stärker betroffen waren als die Vorderviertel. Im ersten Vierteljahr nach der ersten
Abkalbung wiesen nur 52,6% der Färsen keine Zellzahlerhöhungen oder erregerpositive Viertel
auf, 37,9% litten in diesem Zeitraum an subklinischer, 3,9% an klinischer und 5,6% an bereits
chronischer Mastitis. Der Befall mit Staphylokokken und Streptokokken lag zwischen der
Kolostralperiode und dem 15. Laktationstag deutlich höher als in den nächsten zwei Wochen. Es
lagen sehr starke Schwankungen in der Befallshäufigkeit zwischen einzelnen Herden vor, insbesondere
tragen eine gestörte Nachgeburtsphase, Abkalbungen im Winterhalbjahr, hohe
Herdenmilchleistungen und ungenügende Zitzenausprägung überproportional zur Färsenmastitis
bei. Schwarzbunte Rinder waren etwa doppelt so häufig betroffen wie Rotbunte oder Angler
Färsen.
Melkroutine und Milchflusskurven
Folgende Hauptprobleme beim Melken konnten nachgewiesen werden:
 ungenügende Stimulation und ungenügendes Vormelken
 zu lange Wartezeit zwischen Stimulation und dem Ansetzen der Melkzeuge
 teilweise langes Blindmelken einzelner Viertel, seltener des ganzen Euters
 ungenügendes Ausmelken
 nicht ordnungsgemäße Euter- und Zitzenreinigung vor dem Melken
 ungenügende Zwischendesinfektion von Melkzeugen in Problemherden, besonders von
separaten Melkzeugen für kranke Kühe und Rinder in der Kolostralperiode
 kein oder fehlerhaftes „Dippen“ nach dem Melken
Die durch das elektronische Milchleitfähigkeits- und Milchmengenerfassungsgerät „LactoCorder“
aufgezeichneten Milchflusskurven können in folgende Kategorien eingeteilt werden:
Die optimale Milchflusskurve ist annähernd trapezförmig mit schneller Anstieg- und Abstiegsphase
(1.05 bzw. 1.62 Minuten und mit einer durchschnittlichen Melkdauer von 5 Minuten), aus über 2700
Messungen ergab sich ein maximaler Milchfluss von knapp über 3 kg/min. Trapezförmige Milchflusskurven
weisen gehäuft jüngere Rinder und Kühe mit täglichen Milchleistungen von 20-30kg
auf. Ebenso treten sie überdurchschnittlich nur bei Kühen mit Zellzahlen < 100.000/ml auf. Bei

4
Rindern mit Nachweis von euterpathogenen Keimen verringerte sich der Anteil trapezförmiger
Kurven, bei 2 betroffenen Vierteln im Mittel auf 15% und bei 4 betroffenen Vierteln auf 10%.
Allerdings lag diese optimale Kurve nur bei ca. 20.5% aller Tiere und Melkungen vor.
Bei » 26% aller Messungen traten Milchflusskurven mit einer sogenannten Bimodalität auf, d. h.
einem kurzfristigen Anstieg des Milchflusses mit anschließendem Versiegen, es kam erst sekundär
zu einem verzögerten Einschießen der Milch. Die Plateaudauer war bei einem durchschnittlichen
maximalen Milchfluss von 3,4 kg/min auf 1,3 Minuten verkürzt, die Melkzeit hatte sich auf 5,5
Minuten verlängert. Diese Art der Milchabgabe tritt oft im Vergleich zu 2,79 Minuten bei trapezförmigen
Kurven nach nicht ordnungsgemäßer Stimulation, bei älteren oder spätlaktierenden
Kühen oder bei Zellzahlen > 100 000/ml auf. Kühe mit bimodalem Milchfluss wiesen im Durchschnitt
eine um 2 kg geringere Milchleistung als Tiere mit optimal trapezförmiger Milchflusskurve
auf. Blindmelken oder frühzeitiges Versiegen des Milchflusses einzelner Viertel kann durch einen
sogenannten stufenförmigen Abstieg anhand der Milchflusskurve erfasst werden, dadurch verlängert
sich die durchschnittliche Melkzeit auf über 8 Minuten. Diese Kurvenform tritt bei ca. 20 %
aller Rinder auf. Bei 7 % der untersuchten Milchflusskurven konnte ein Lufteinbruch während des
Melkens nachgewiesen werden, 8,5 % aller Kühe waren sogenannte schnell melkende Tiere mit
einer Melkdauer von ca. 4 Minuten, bei denen der maximale Milchfluss häufig auf über 6 – 7
kg/min ansteigt. 5,8 % aller Rinder waren langsam melkende Tiere mit einem Milchfluss von häufig
< 2 kg/min, die Melkdauer verlängerte sich oft auf mehr als 10 Minuten. Die Kuh mit der längsten
Melkzeit bedingt allerdings die Umtriebszeit im Gruppenmelkstand, so dass aus arbeitswirtschaftlichen
Gründen der Anteil dieser langsam melkenden Kühe in der Herde reduziert werden sollte.
Die Ausprägung der verschiedenen Kurvenformen ist in den einzelnen Betrieben sehr unterschiedlich
und hängt stark von der Melkroutine des Betreuungspersonals ab. Das Auftreten trapezförmiger
Kurven schwankte von 2,4 bis 40 % in einzelnen Betrieben, von bimodalen Milchflusskurven
von 10 bis knapp 50 % und von langsam melkenden Kühen von 0,5 bis 15 %.
Eutergesundheit und Fruchtbarkeit
Fruchtbarkeit und Eutergesundheit stehen in engem Zusammenhang, 68 % aller Rinder, die nachweisbar
konzipierten, waren eutergesund, 32 % euterkrank, davon litten wieder 20 % aller Rinder
an subklinischer Mastitis, die übrigen an akuter oder chronischer Mastitis. Die eutergesunden
Rinder wiesen eine durchschnittliche Güstzeit von 92 Tagen auf, die Tiere mit subklinischer
Mastitis von 120,5 Tagen und die Kühe mit akuter und chronischer Mastitis von 125 Tagen. Der
Besamungsindex stieg von 1.7 bei eutergesunden Tieren auf 2.1 bei subklinisch oder chronisch
erkrankten Rindern. Kühe, welche nicht erfolgreich belegt werden konnten, wiesen einen deutlich
höheren Anteil von Eutergesundheitsstörungen auf.

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Eutergesundheit und Wirtschaftlichkeit
Die Verlängerung der Güstzeit um einen Monat bei Mastitis bedingt zusätzliche bislang kaum beachtete
wirtschaftliche Verluste. Bei der Bruttokalkulation von Folgekosten von Eutererkrankungen
bei Rindern ergeben sich Milchverluste von ca. 1300 kg und monetäre Verluste von € 665,- pro
euterkrankem Rind. Dies umfasst alle Kosten wie Wartezeiten für nicht verkehrsfähige Milch,
Minderleistung in der aktuellen und in Folgelaktationen, Untersuchungsgebühren, Tierarztkosten,
Medikamente, erhöhte Remontierung, Rastzeitverlängerung und erhöhten Besamungsaufwand.
Durch gezielte Managementverbesserungen könnten erhebliche Rationalisierungsreserven in den
einzelnen Betrieben realisiert werden.
Ausblick
Ein Hauptproblem einer nachhaltigen Verbesserung der Eutergesundheit ist, dass die konsequente
Umsetzung von Erkenntnissen bezüglich Management, Haltung, Hygiene, Melken und Fütterung
im Einzelbetrieb ungenügend ist. Nur ein ganzheitliches Herden-, Gesundheits- und Hygienemanagement
mit konsequenter optimaler Melkarbeit sichert dauerhaften Erfolg. Hier müssen zukünftig
verbesserte Beratungsaktivitäten ansetzen, die, von der konsequenten Befunderhebung
und –analyse ausgehend, dem Landwirt breite und nicht nur sektorale Hilfe anbieten. Viele Milchviehhalter
haben das Gefährdungspotenzial ihrer Herden noch nicht klar erkannt. Zielgerichtetes
antibiotisches Trockenstellen setzt eine genaue Kenntnis der Erreger- und Resistenzsituation in
der Herde voraus. Gerade subklinische Mastitiden müssen primär vor dem Trockenstellen und
nicht in der Hauptlaktation therapiert werden. Aufstockungen, Überbelegungen, Umbauten, neue
Melktechnik im Stall verschlechtern erstmals die Eutergesundheit, auch allgemeine Erkrankungen
in der Herde erhöhen das Mastitisrisiko. „Schlechte“ Betriebe sind dadurch gekennzeichnet, dass
sie nicht nachhaltig Veränderungen im Management, Haltungs-, Hygiene- und Melkbereich durchhalten.
Wenn Milchviehherden während des ganzen Jahres annähernd konstant betreut werden,
können Betriebe eine relativ stabile Eutergesundheit erreichen. Der Erfolg ist primär vom Betriebsleiter
und Melker abhängig, Melkerwechsel wie auch hohe Arbeitsbelastung durch Außenarbeiten
während der Ernte sowie häufiger Futterwechsel verschlechtern grundsätzlich die Eutergesundheit.
Der Erfolg ist unabhängig von Leistungsniveau, der Herdengröße und der eingesetzten Melktechnik.
Maßnahmen am Einzeltier werden üblicherweise in ihrem Erfolg überschätzt, nur ein
klares Sanierungskonzept und die Bereitschaft zu konstanter Herdenbetreuung verbessern die
Eutergesundheit und damit die Wirtschaftlichkeit in der Milchviehhaltung.
Der in vielen Herden ansteigende Anteil von Euterfunktionsstörungen bei erstlaktierenden Kühen
erfordert eine wesentlich umfassendere Beachtung der Jungtieraufzucht mit Vermeidung
„typischer“ Kälbererkrankungen und verbesserten Haltungsbedingungen. Die Färsenmastitis gestaltet
die Remontierung euterkranker älterer Kühe besonders problematisch. Die Hälfte der neu

6
integrierten Färsen weist bereits ein besonders hohes Mastitisgefährdungspotenzial auf, viele
dieser Tiere müssen bereits in der ersten Laktation therapiert oder sogar gemerzt werden.


1
Der LactoCorder in der Beratung
Einsatzbedingungen und Aussagen der Milchflusskurven
Prof. Dr. F. Tröger, Sächsischer Landeskontrollverband e.V., Lichtenwalde
Mit dem LactoCorder ist in der ersten Hälfte der neunziger Jahre ein mobil einsetzbares Milchmengenmessgerät
entwickelt worden, das der präzisen Erfassung, Datenspeicherung und Darstellbarkeit
von Milchflusskurven dient. Obwohl in erster Linie für die Milchleistungsprüfung geschaffen,
bietet der LactoCorder auch für die Milcherzeugerberatung völlig neue Möglichkeiten.
Der LactoCorder erfasst den Milchfluss als Einzel-Messwerte aller 0,7 s. Diese Einzelmesswerte
werden in 2,8 s – Folge über die ganze Melkdauer gespeichert. Daraus ergibt sich die Milchflusskurve
sowohl in Teilmengen- und Teilzeiten-Messwerten als auch als grafische Darstellung. Diese
präzise erfassten Milchflusskurven ermöglichen dem Spezialberater Aussagen zur Qualität der
Melkarbeit vom Anrüsten bis zu Nachmelken und Abnahme der Melkzeuge, zur Funktion der Melktechnik,
zu den erreichten Milchflüssen, zu Blindmelkzeiten und zu den Melkeigenschaften der
Kühe.
Die Ergebnisse der Messungen werden mittels spezieller Software im PC aufbereitet und können
für jede Einzelmessung (Kuh) in Teilzeiten und Teilmengen in einer Liste ausgedruckt werden.
Zusätzlich ermöglicht ein Auswertprogramm die Mittelwertbildung für die ganze Messreihe (Herde).
Auch die Milchflusskurve jeder Kuh ist darstell- und ausdruckbar.
Für die LactoCordernutzung als Diagnosegerät in der Beratung sind folgende Einsatzbedingungen
wichtig:
 Gleichzeitiger Einsatz möglichst vieler LactoCorder in der Melkzeit zur Erfassung eines
"Herdenquerschnitts": alle Laktationsstadien und Laktationszahlen in herdenspezifischen
Anteilen
 Melktechnisch exakte Einbindung der LactoCorder in den Milchweg: zusätzlich notwendig
werdende Steigungen und Schlauchverlängerungen so gering wie möglich halten
 Technisch einwandfreie Funktion der Melkanlage sichern (Prüfung nach DIN/ISO vorher
zweckmäßig)
 Exakte Erfassung aller melktechnischen Parameter der Anlage
 Exakte Dokumentation der Melkroutine
 Protokollierung von Besonderheiten aller erfassten Melkvorgänge wie starker Lufteinbruch,
Melkzeug abgeschlagen, Melkereingriff, Inaktivierung der Melkautomatik durch Schaltung
"Hand", Kuh rindert
 Beherrschung der Auswertungssoftware bis hin zur Mittelwertberechnung und zur
Löschung von Fehlmessungen

2
 Zugang zu einem Datenpool für den Ergebnisvergleich mit vergleichbarer Melktechnik,
Herdenleistung und Melkroutine
 Sehr gute Fachkenntnisse des Beraters zu Melktechnik, Melkverfahren und Laktationsphysiologie
für das Ableiten von Beratungsempfehlungen.
Beim LactoCorder-Einsatz durch Melkberater können bei automatischem LactoCorder-Start und
ohne Milchprobenahme je Berater maximal bedient werden:
 bei Rohrmelkanlagen in Anbindhaltung: bis 3 LactoCorder
 im Tandem-Melkstand bis 4 LactoCorder
 im Fischgrät- und Side-by-Side-Melkstand bis 10 LactoCorder
 im Innenmelker-Karussell bis 10 LactoCorder
 im Außenmelker-Karussell bis 6 LactoCorder.
In Melkständen sollten durch einen Berater gegenüberliegende LactoCordergruppen bedient
werden. Im Melkkarussell ist es zweckmäßig, die LactoCorder in geschlossener Reihe anzuordnen.
Die LactoCorder-Messungen bieten Aussagemöglichkeiten zu:
 Stimulationserfolg anhand der Messgrößen Anstiegsdauer (tAN) und Anteil an zweigipfligen
Milchflusskurven (Bimodalitätsfällen, BIMO %),
 erreichten Milchflüssen, insbesondere höchste Milchflüsse (HMF)
 Lufteinbrüchen und ihren Ursachen wie ungünstige Zitzengummiwahl oder zu starker Zug
vom Melkzeug
 Abschaltschwellenhöhe und ggf. zum Nachmelken Umschaltschwellenhöhe im Milchfluss
 Wirkung der automatischen Nachmelktechnik oder eines handunterstützten maschinellen
Nachmelkens hinsichtlich Nachgemelksgröße (MNG) und Nachgemelksdauer (tMNG)
 Richtigkeit der Einstellung technisch bedingter Verzögerungszeiten beim Abschalten
 Blindmelkzeiten – technisch und Melker-bedingte (tMBG und tMBG2)
 Melkbarkeit der Herde im Vergleich zu anderen Herden unter gleichen Bedingungen
 Melkcharakteristik der Einzelkühe (HMF, durchschnittliches Minutenhauptgemelk DMHG
und Abstiegsdauer tAB) mit wesentlich präziserer Aussage als lediglich bei Angabe der
"Melkbarkeit in kg/min"
 Eignung der Kühe für teilautomatisiertes oder vollautomatisiertes Melken
 Qualität der Melkroutine der Melker
 Melkerleistung und Durchsatz bei Melkständen
 Melk-Leistungsvergleich mit vergleichbaren Herden an gleicher Melktechnik

3
 messbarem Erfolg von Veränderungen bis hin zum Umbau der Melktechnik und/oder bei
veränderter Melkroutine.
Im Beratungsfall ist vertiefte Ursachenforschung und Abklärung angezeigt, wenn in der zusammenfassenden
Herdenauswertung eines oder mehrere der nachstehenden Ergebnisse zutreffen:
 Bei über 10 % der Melkakte eindeutige Bimodalitäten im Milchfluss
 mittlerer HMF < 2,5 kg/min
 mittlere tAB > 2,5 min
 mittlere tMBG1 (vor dem MNG) > 1 min
 mittlere tMBG2 (nach dem MNG) > 0,5 min
 mittleres MNG < 0,3 kg je Kuh und Melkakt
Bei Milchflusskurven sind die Erscheinungsformen und ihre Ursachen außerordentlich vielgestaltig.
Sie sind nur exakt deutbar, wenn alle wirkenden technischen, biologischen und menschlichen Einflussfaktoren
bekannt sind. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, die vielen auftretenden Erscheinungsformen
von Milchflusskurven und die möglichen Messfehler und Störungen darzustellen.
Deshalb sei auf weiterführende Literatur verwiesen.
Eine sehr gute und ausführliche Anleitung zur Nutzung der LactoCorder in der Beratung und zur
Auswertung der Milchflusskurven bietet die Broschüre "Melkberatung mit Milchflusskurven", an der
der Autor mitgearbeitet hat. Sie ist zu beziehen bei der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht
Grub, Prof. Dürrwächter-Platz 1, 85586 Poing, Tel. 089-99140, e-mail-Adresse: info@blt.bayern.de
Ferner sei verwiesen auf den Artikel "Der LactoCorder in der Beratung" von F. Tröger und L.
Dassler, erschienen in der Zeitschrift milchpraxis, 39. Jahrgang 2001, Heft 4, Seiten 208 bis 212.


1
Beurteilung der Eutergesundheit
Prof. Dr. Kurt Wendt (ehem. FU Berlin)
Dr. Martin Spohr (Tiergesundheitsdienst Stuttgart)
Beurteilung der Eutergesundheit
Zur Einschätzung der Eutergesundheit sowohl der Einzelkuh, als auch der Herde sind folgende
Kenngrößen verwendbar:
1. Tankzellzahl
2. Anteil euterkranker Tiere in der Herde
3. Klinische Mastitisrate
Tankzellzahl
Die Tankzellzahl ist ein Indikator für die relative Häufigkeit subklinischer, subakut bis chronisch
verlaufender Mastitiden. Milch klinisch euterkranker Kühe (mit starker Veränderung des Sekretes)
sowie die Milch von Kühen mit konstant hohen Zellgehalten wird häufig separiert, so dass die
Tankzellzahl als Indikator der Eutergesundheit der Herde falsch negativ reagiert. Je geringer die
Herdengröße, umso stärker können die monatlichen Schwankungen der Tankzellzahl sein, da
wenige euterkranke Kühe bereits einen erheblichen Einfluss ausüben. Als Ziel ist eine Tankzellzahl
im 6-monatigen geometrischen Mittel von weniger als 250.000 Zellen/ml anzustreben.
Anteil euterkranker Tiere in der Herde
Die im Rahmen der Milchleistungsprüfung (MLP) bestimmten Gemelkszellzahlen ermöglichen eine
sichere und einfache Erkennung chronisch euterkranker Kühe. Die Gemelkszellzahl einer
gesunden Kuh liegt unter 150.000 Zellen/ml und sollte auch bei altmelkenden Kühen den Wert von
250.000 Zellen/ml nicht übersteigen. Wenn mehr als 10% der Kühe eines Bestandes an einer subklinischen
Mastitis erkrankt sind, hat das erhebliche Milchverluste, eine zell- und erregerbelastete
Milchqualität und erhöhte Kosten zur Folge. Die Herde muss als Bestandsproblem angesehen
werden.
Bezogen auf die Eutergesundheit lassen sich folgende Auswertungen mit Hilfe der MLP-Daten
erstellen:
 Die Verteilung der Gemelkszellzahlen kann nach folgendem Schema bewertet werden:
Eutergesundheitsstatus Verteilung der Gemelkszellzahlen
< 100.000 100 – 300.000 >500.000
Gut > 75% 10–15% < 5%
Problematisch < 70% > 20% > 10%

2
 Sowohl der Anteil euterkranker Kühe in der Herde, als auch die Tankzellzahl lassen sich
fortlaufend dokumentieren, um langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen.
 Der zu errechnende Anteil jeder einzelnen Kuh an der Tankzellzahl erleichtert die Entscheidung,
welche Kuh von der Milchablieferung ausgeschlossen werden muss, um die
Tankzellzahl zu senken.
 Durch den Vergleich zweier Prüfungsergebnisse lässt sich feststellen, wie viele Kühe in der
Zwischenzeit gesundet oder erkrankt sind. Diese Information ist besonders dann wichtig,
wenn die Wirksamkeit durchgeführter Sanierungsmaßnahmen überprüft oder die Entwicklung
der Eutergesundheit kontrolliert werden soll.
Klinische Mastitisrate
Neben der Auswertung der MLP-Zellzahlen ist die Erfassung der klinischen Mastitisrate notwendig.
Sie sollte kleiner als 0,2 klinische Mastitiden/Kuh und Jahr sein und umfasst sowohl Neuinfektionen
als auch Rezidive.
Um diese Zahl erheben zu können, sollte jede sichtbare Euterentzündung notiert werden (Name
der Kuh, Datum, Viertel). Zusätzliche Angaben über die Menge der verworfenen Milch, entstandene
Therapiekosten und das Ergebnis der Behandlung machen die ökonomische Bedeutung
der Eutererkrankungen sichtbar und helfen, Mastitis-anfällige Kühe oder Zuchtlinien zu erkennen
und ggf. zu merzen. Es ist anzumerken, dass Kühe mit klinischen Mastitiden nicht trocken gestellt
werden sollten. Als hilfreiche und aussagekräftige Maßzahlen sind folgende Indikatoren verwendbar:
Indikator Ziel
Tankzellzahl < 250.000 Zellen/ml
Anteil euterkranker Kühe (MLP) < 20 %
Klinische Mastitisrate < 0,2 klin. Mastitiden/Kuh und Jahr

3
Epidemiologie verschiedener Mastitiserreger und daraus abgeleitete Sanierungskonzepte
Die Entstehung einer Mastitis setzt voraus, dass ein Erregerreservoir im Umfeld der Kuh vorhanden
ist, Übertragungsmechanismen existieren, die das Durchdringen der Bakterien durch den
Strichkanal in die Zitzenzisterne ermöglichen und eine, an der Invasionsrate und Pathogenität der
Mikroorganismen gemessene, zu geringe Abwehrleistung des Euters besteht.
Erregerreservoir
Als Erregerreservoir werden jene Habitate bezeichnet, in denen die Mastitiserreger langfristig überleben
und sich vermehren können. Man unterteilt aus epidemiologischer Sicht sog. Kuh-assoziierte
und Umwelt-assoziierte Keime.
Die Kuh-assoziierten Bakterien (Staph. aureus, Strep. agalactiae, Strep. dysgalactiae,
Mycoplasma bovis) überdauern in infizierten Eutervierteln, im Strichkanal und auf vorgeschädigter
Zitzen- und Euterhaut. Dagegen lassen sich die Umwelt-assoziierten Keime (E. coli, Coliforme
Keime, Enterobacterarten, Strep. uberis, Enterokokken, Pseudomonaden, Pilze, Hefen) im Umfeld
der Kühe, d.h. in Faeces, Einstreu, Futtermitteln, kontaminiertem Wasser, Boden und schlecht
gereinigten Melkzeugen nachweisen.
Infektionsmodus
Die Übertragung der Kuh-assoziierten Mastitiserreger auf die Zitzen gesunder Kühe erfolgt durch
kontaminierte Melkzeuge (Zitzengummis) und Melkutensilien (Euterlappen) incl. der Melkerhände.
Die Überwindung des Strichkanals wird entweder durch Druckgradienten im Melkzeug gegen
Ende des Melkens oder durch Kapillarkräfte nach Abnahme des Melkzeuges verursacht. Die Anheftung
auf der Schleimhaut, das Eindringen in das Euterparenchym und die Vermehrung der
Mastitiserreger werden durch eine Vorschädigung des Euters durch Melktechnik- (Pulsation,
Vakuumhöhe) und Melkarbeitsmängel (Blindmelken) gefördert.
Die Umwelt-assoziierten Mastitiserreger gelangen durch direkten Kontakt des Euters mit Einstreu,
Futter und Melkzeug an die Zitzenkuppe. Die Penetration des Strichkanals erfolgt überwiegend
gegen Ende der Zwischenmelkzeit oder in der Aufeuterungsphase gegen Ende der Trockenstehzeit,
wenn aufgrund des angestiegenen Euterinnendruckes der Verschluss des Strichkanals nachlässt.
Die Mastitiserreger verfügen aufgrund der guten Wachstumsbedingungen über eine sehr
hohe Vermehrungsrate und sind in der Lage, den Strichkanal zu „durchwachsen“. Umweltassoziierte
Mastitiserreger im Melkzeug und auf der nicht ausreichend gesäuberten Zitzenkuppe
gelangen durch Druckgradienten und Kapillarkräfte in die Zitzenzisterne.

4
Sanierungskonzepte
Die effektive Sanierung eines Mastitisproblembestandes beinhaltet die vorhergehende und fortlaufende
Bestimmung des sog. Leitkeimes, d.h. des Erregers mit der größten Verbreitung in der
Herde, bzw. der größten ökonomischen Relevanz. Die bestandsdiagnostischen Maßnahmen
müssen das Erregerreservoir eingrenzen und die Infektionsmechanismen und prädisponierenden
Faktoren aufzeigen, um gezielt Sanierungs- und Prophylaxemaßnahmen entwickeln zu können.
Für Kuh- und Umwelt-assoziierte Mastitiserreger lassen sich folgende Bausteine zu einem Konzept
zusammenfügen.
Kuh-assoziierte Mastitiserreger
Identifizierung euterkranker Kühe:
Um das Erregerreservoir eingrenzen zu können, müssen alle Kühe zytobakteriologisch untersucht
werden (Viertelgemelksproben). Die Gemelkszellzahl kann bei dieser Fragestellung nicht als
Selektionskriterium dienen, da subklinische Staph.-aureus- oder Strep.- agalactiae-Mastitiden nicht
zwingend mit stark erhöhten Zellzahlen vergesellschaftet sind. Da der Nachweis dieser Mastitiserreger
nicht immer möglich ist, bzw. im Laufe des Sanierungsverfahrens eine Neuinfektion der
vorher als eutergesund eingestuften Tiere möglich ist, müssen diese Untersuchungen ggf. mehrfach
wiederholt werden.
Isolierung euterkranker Kühe:
Um eine Übertragung der Mastitiserreger während des Melkens oder durch direkten Kontakt zu
vermeiden, sollten die eutergesunden und euterkranken Kühe getrennt gehalten werden. Diese
Separierung ist bei Anbinde- oder Gruppenhaltung gut, bei Laufstallhaltung oder Weidegang
schwer durchzuführen. Ist eine Isolierung nicht möglich, sollte der Schwerpunkt auf die Verhinderung
der Erregerübertragung während des Melkens gelegt werden.
Einschränkung der Erregerübertragung:
Die Einhaltung der Melkreihenfolge (euterkranke Kühe zum Schluss) ist die effektivste Maßnahme
zur Reduzierung der Keimübertragung. Auch diese Maßnahme ist bei Anbinde- und Gruppenhaltung
leicht durchführbar (s.o.). Kann die Melkreihenfolge nicht gesteuert werden, so ist eine
ständige Dekontamination der Melkzeuge und Melkerhände während des Melkens, d.h. nach jeder
Kuh, notwendig. Die Dekontamination der Melkzeuge durch Melkzeugzwischendesinfektion ist in
größeren Herden und Problembetrieben zwingend erforderlich. Desinfektionsmittelgetränkte Einwegpapiertücher,
die zur Zitzenreinigung eingesetzt werden, haben den Nebeneffekt, dass eine
ausreichende Händedesinfektion der Melker erfolgt. Mehrweglappen zur Zitzenreinigung mehrerer

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Kühe sind in jedem Fall abzulehnen. Das Dippen nach dem Melken mittels Dippbecher oder
Sprayflasche ist grundsätzlich zu empfehlen. Entscheidend ist, dass der distale Bereich der Zitzen
mit dem Desinfektionsmittel benetzt wird, und ein wirksames Präparat verwendet wird. Diese Maßnahmen
müssen, auch bei Einhaltung der Melkreihenfolge, bei allen Kühen durchgeführt werden,
da eine Neuinfektion nie vollständig verhindert und damit eine erneute Ausbreitung der Mastitiserreger
nie ganz ausgeschlossen werden kann. Während eine vollständige Eliminierung von Strep.
agalactiae aus der Herde möglich ist, muss bei den übrigen Kuh-assoziierten Mastitiserregern trotz
Sanierungs- und Prophylaxemaßnahmen mit sporadischem Auftreten dieser Bakterien als
Mastitiserreger gerechnet werden.
Umwelt-assoziierte Mastitiserreger
Identifizierung euterkranker Kühe:
Die Erkennung euterkranker Kühe ist leicht möglich, da ein Großteil der Mastitiden klinisch oder
mit erhöhten Zellzahlen verlaufen. Bei geringfügig erhöhten Zellgehalten und dem Nachweis
Umwelt-assoziierter Mastitiserreger im Sekret ist eine Abgrenzung zu Sekretionsstörungen und
Kontaminationen der Milchprobe nicht eindeutig möglich. Da euterkranke Kühe als Erregerreservoir
nur eine untergeordnete Rolle spielen, ist die Identifizierung und Isolierung euterkranker
Kühe nachrangig.
Einschränkung der Erregerübertragung:
Bei Mastitisproblemen, verursacht durch Umwelt-assoziierte Mastitiserreger, muß das Ziel verfolgt
werden, die Kontamination der Zitzen mit Mastitiserregern, sowohl von laktierenden als auch von
trockenstehenden Kühen, so gering wie möglich zu halten. Dies läßt sich durch folgende Maßnahmen
erreichen:
 Die Häufigkeit sog. Spaltenlieger muss gering sein. Dies kann erreicht werden durch eine
bessere Akzeptanz der Liegebuchten und die Vermeidung von Überbelegung.
 Die Liegeflächen müssen sauber bleiben. Neben einer der Kuhgröße angepassten Boxenund
Standplatzgröße ist die regelmäßige Säuberung der Liegefläche (mind. 2 mal täglich),
in Verbindung mit der Erneuerung der Einstreu erforderlich.
 Die Keimkonzentration im Umfeld der Kuh muss so gering wie möglich sein. Dazu müssen
die Wachstumsmöglichkeiten für Bakterien durch ein geeignetes Stallklima (Temperatur,
Luftfeuchtigkeit, Luftaustauschrate) und häufiges Entmisten eingeschränkt werden. Eine
wiederkäuergerechte Fütterung muss das Auftreten von Indigestionen verhindern, um eine
Keimanreicherung durch starkes Laxieren der Kühe zu vermeiden. Kühe mit erheblichem

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Ausfluss oder Eiterabsonderung müssen aus dem Laufstall entfernt, bzw. von den
gesunden Kühen getrennt werden.
 Um das Eindringen der Mastitiserreger nach Abnahme der Melkzeuge (Kapillarkräfte) zu
verhindern, ist der Einsatz Desinfektionsmittelgetränkter Eutertücher zur Zitzenreinigung zu
empfehlen.
 Nach dem Melken sollten die Kühe für ca. 2 Stunden im Fressgitter eingesperrt bleiben, um
vor dem ersten Kontakt der Zitzen mit der Liegefläche ein vollständiges Verschließen des
Strichkanals zu ermöglichen.
Prädisponierende Faktoren reduzieren:
Bei gehäuftem Auftreten sog. Coli-Mastitiden sollte die Fütterung bezüglich Wiederkäuergerechtigkeit,
Bedarfsdeckung und Ausgewogenheit überprüft werden. Darüber hinaus ist die
Fütterung in der Trockenstehzeit und die Kondition der trockenstehenden und frischmelkenden
Kühe zu kontrollieren.
Da bei leicht melkenden Kühen aufgrund des schlechteren Strichkanalverschlusses mit einer
höheren Invasionsrate zu rechnen ist, sollte durch züchterische Maßnahmen eine unkontrollierte
Steigerung der Melkbarkeit vermieden werden.
Die subklinische Mastitis
 Die subklinische Mastitis ist durch erhöhte Milchzellzahlen und Erregernachweis
charakterisiert und geht zumeist in eine klinische Form über, kann seuchenartig verlaufen,
wenn Galt-Erreger oder Mykoplasmen Auslöser sind.
 Melkschäden, Schwermelkigkeit, Fütterungsfehler, Futterschädlichkeiten und Stoffwechselkrankheiten
können auslösend oder fördernd wirken.
 Zur Diagnostik nutzt man die klinische Euter-/Sekretuntersuchung, die bakteriologische und
Zellzahltestung. Der Mastitisschnelltest, die elektrische Leitfähigkeit können ergänzen.
 Ein detaillierter Maßnahmeplan zur Eindämmung der Mastitis muss besonders auf die Verbesserung
der Melk-, Fütterungs- und Haltungshygiene orientieren, eine systematische Erregerbekämpfung
ausweisen und durch ein sachlich-konsequentes Management des Betriebsleiters
eingeordnet, koordiniert, kontrolliert und abgerechnet werden.

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Charakteristika von Störungen der Eutergesundheit (IDF)
Status Veränderungen
klinisch sekretorisch bakteriologisch
Gesundes Euter - - -
Sekretionsstörung - + -
Latente Infektion - - +
Subklinische Mastitis - + +
Klinsche Mastitis + + +/-