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NameMöglichkeiten und Grenzen des LactoCorders zum Einsatz in der Beratung und Forschung
Beschreibung


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Möglichkeiten und Grenzen des LactoCorders zum Einsatz in
der Beratung und Forschung
Dr. Hubert Göft, Foss GmbH, Hamburg
Mit der Markteinführung des LactoCorders im Jahre 1995 ist es erstmals möglich geworden, Milchflusskurven
im großen Maßstab und ohne großen Aufwand zu erfassen. Damit ist dieses Instrument
Milchflusskurve, das bislang nur wenigen Wissenschaftlern zur Verfügung stand, die über
spezielle stationäre Meßanlagen verfügten, einer breiten Anwenderschicht zugänglich geworden.
Mittlerweile hat sich der LactoCorder – neben seinem ursprünglichen Zweck, nämlich die Milchleistungsprüfung
zu vereinfachen und zu automatisieren - als ein Standard-Messsystem in der
melktechnischen Beratung etabliert. Es können Fehler bzw. Mängel der Handhabung beim Melken
sowie auch technische Mängel der Melkanlage durch Auswertung der Milchflusskurve erkannt
werden. Beispiele dafür sind:
 Melkbereitschaft: Mangelnde manuelle Vorstimulation bzw. unzureichende Wirkung einer
Technologie zur Vorstimulation sind an einem verzögerten bzw. unterbrochenen Milchflussanstieg
zu erkennen.
 Vakuumapplikation: Probleme sind an einem niedrigen Spitzenfluss der Herde zu erkennen
bzw. an einem erhöhten Anteil an Lufteinbrüchen.
 Blindmelken: Verlängerte Blindmelkzeiten durch schlechte Arbeitsorganisation beim Melken
bzw. mangelhafte Milchflussindikatoren
 Nachmelken: Unzureichende manuelle Euternachkontrolle bzw. mangelnde Wirksamkeit
eines Nachmelkautomaten.
Zudem bieten Milchflusskurven auch ein enormes Potenzial zur praxisgerechteren Bewertung der
Melkbarkeit von Kühen. An einer Umsetzung dieses Komplexes wird derzeit intensiv in Bayern
gearbeitet.
Neben den bisher genutzten und angesprochenen Punkten sind mit dem LactoCorder noch zusätzliche
Anwendungen möglich, deren praktische Realisierung z.T noch nicht abgeschlossen ist:
Um die Bewertung eines Betriebes effizienter und gezielter vornehmen zu können, bietet sich die
Erfassung von Zusatzinformationen direkt mit dem LactoCorder an. Diese Info steht dann bei der
Auswertung unmittelbar zur Verfügung, z.B
 Betriebsinfo: Maschinelle Anrüstzeit, Schwellenwert der Nachmelkautomatik, Schwellenwert
der Abnahmeautomatik
 Markierung von Ereignissen während des Messens: Ende der Vorstimulation, Beginn des
Nachmelkens

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 Eingabe von Information nach jeder Einzelmessung: Lufteinbruch, Dreistrich, euterkrank.
 Arbeitswirtschaftliche Auswertung eines Betriebes (z.B. Maschinenauslastung, gemolkene
Küke/h, gemolkene Kühe/Akh etc.)
 Statistische Auswertung der Ergebnisse (Programm-Modul LSTAT)
 Elektrische Leitfähigkeit: Sie wird automatisch miterfasst und steht in Zusammenhang mit
der Melkbereitschaft (Anfangspeak) und der Eutergesundheit. Insbesondere Verlaufsveränderungen,
die mit dem Ende der Viertelmilchabgabe stehen, sind von besonderem
Interesse.
 Schaumanteil der Milch: Er wird ebenfalls automatisch miterfasst. Damit können Hinweise
auf Leckagen im System bekommen werden. Es gibt auch Indizien, dass der Schaumanteil
mit der Eutergesundheit in Zusammenhang steht.
 Milchflusskurven einzelner Viertel: Mit dem neuen „Low Flow“-Modell kann die Viertelmilchflusskurve
sehr exakt und einfach erfasst werden. Diese Möglichkeit ist insbesondere für
die Optimierung automatischer Melksysteme von Interesse.
 Reinigungsmonitoring: Der LactoCorder bietet sich ebenfalls an, den Reinigungsvorgang
der Melkanlage zu überwachen. Es kann der gesamte Reinigungsvorgang mittels der
Parameter Temperatur, elektrische Leitfähigkeit und Turbulenz erfasst und beurteilt
werden.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der LactoCorder sowohl bei wissenschaftlichen
Untersuchungen als auch in der melktechnischen Beratung zu einem beachtlichen Hilfsmittel
mit hoher Akzeptanz entwickelt hat. Allerdings ist sein Potenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Weitere Arbeiten sind erforderlich, um dies insbesondere für die melktechnische Beratung
noch weiter zu erschließen.

Dateigröße72.68 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 09:18
Zugriffe311 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 09:19
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AutorDr. Hubert Göft
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