| Beschreibung | Melktechnische Parameter zur Charakterisierung der Milchabgabe von Kühen unter besonderer Berücksichtigung der Vor- und Hauptphase
Lutz Daßler
1. Einleitung und Aufgabenstellung 7 2. Stand der Erkenntnisse zur Milchbildung, Milchabgabe und Milchgewinnung 9 2.1 Milchbildung und Milchgewinnung 9 2.1.1 Milchbildung, -speicherung und -abgabe 9 2.1.2 Physiologische Abläufe bei der Milchgewinnung 14 2.1.3 Maschinelle Milchgewinnung 19 2.1.3.1 Stimulationsverfahren 24 2.1.3.2 Pulsationsverfahren während der Hauptmelkphase 30 2.1.3.3 Nachmelkverfahren und automatisches Abschalten 35 2.2 Parameter der Milchflusskurve und deren Einflussgrößen 38 2.3 Zusammenhänge zwischen den Parametern der Milchflusskurve 50 2.4 Zellzahlen als Ausdruck der Eutergesundheit und deren Zusammenhänge zu Milchflusskurven 54 3. Material und Methoden 62 3.1 Allgemeines 62 3.1.1 Erfassung der Milchflusskurven 62 3.1.2 Datenerfassung 66 3.1.3 Erfassung der Zellzahlen und Milchinhaltsstoffe 66 3.2 Untersuchungen von monatlich gewonnenen Milchflusskurven im Prüfbetrieb mit Stimulations- und Nachmelktechnik 67 3.2.1 Angaben zum Prüfbetrieb 67 3.2.2 Datenaufbereitung und statistische Auswertung 69 3.2.3 Datenaufbereitung und statistische Auswertung der Rassen Holstein und Angler 75 3.3 Vergleich der Milchflusskurven von Tieren eines Betriebes vor und nach Wechsel der Melktechnik bzw. Änderung der melktechnischen Einstellung 75 3.3.1 Datenaufbereitung und statistische Auswertung 76 3.3.2 Angaben zu den Prüfbetrieben 77 3 4. Ergebnisse 85 4.1 Ergebnisse von monatlich gewonnenen Milchflusskurven im Prüfbetrieb mit Stimulations- und Nachmelktechnik 85 4.1.1 Effekt des Laktationsstadiums auf die Milchflusskurvenparameter 85 4.1.2 Effekt der Laktationsnummer auf die Milchflusskurvenparameter 88 4.1.3 Effekt der Saison auf die Milchflusskurvenparameter 91 4.1.4 Zusammenhang zwischen der Zellzahl und ausgewählten Milchflusskurvenparametern 94 4.1.5 Zusammenhang zwischen ausgewählten Milchflusskurvenparametern und der Zellzahl 97 4.2 Ergebnisse der Milchflusskurvenaufzeichnung von Tieren in den Prüfbetrieben vor und nach Wechsel der Melktechnik bzw. Änderung der melktechnischen Einstellung 102 5. Diskussion der Ergebnisse 117 5.1 Verlaufsuntersuchungen in einem Betrieb 117 5.1.1 Veränderung der Parameter der Milchflusskurve in den Laktationsabschnitten 117 5.1.2 Veränderung der Parameter der Milchflusskurve über Laktationen 121 5.1.3 Veränderung der Parameter der Milchflusskurve in der Saison 124 5.1.4 Einfluss der Zellzahl auf die Milchflusskurve 125 5.1.5 Beziehungen zwischen Parametern der Milchflusskurve und der Zellzahl 128 5.2 Einflüsse unterschiedlicher Melkverfahren 133 5.2.1 Einflüsse der Melktechnik unterschiedlicher Hersteller auf die Parameter der Milchflusskurve 133 5.2.1.1 Einfluss des Wechsels eines Melkanlagenherstellers mit milchflussgesteuertem Stimulationsverfahren zum Melkanlagenhersteller mit zeitgesteuerter Vibrationsstimulation 133 5.2.1.2 Einfluss des Wechsels eines Melkanlagenherstellers mit Vibrationsstimulation zum Melkanlagenhersteller ohne automatisches Stimulationsverfahren 136 5.2.1.3 Einfluss des Wechsels eines Melkanlagenherstellers mit Druckluftstimulation zum Melkanlagenhersteller mit milchflussgesteuertem Stimulationsverfahren 139 5.2.2 Einfluss unterschiedlicher Einstellungen der Vibrationsstimulation eines Melktechnikherstellers auf die Parameter der Milchflusskurve 140 4 5.2.3 Einfluss unterschiedlicher Einstellungen des Pulsationsverfahrens eines Melktechnikherstellers auf die Parameter der Milchflusskurve 142 6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 144 7. Summary and conclusions 147 8. Literaturverzeichnis 150 9. Tabellenverzeichnis 162 10. Abbildungsverzeichnis 167 11. Anhang
Einleitung und Aufgabenstellung Sich verschärfende wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Milchproduktion führen zu einem gestiegenen Interesse an der Mastitisvorsorge der Milchkühe. Dem Melken wird ein Anteil von rund 50 % an der Entstehung von Euterkrankheiten zugeschrieben. Um diese Risiken zu minimieren, sollte die Milchhergabe bei jedem Melken schonend, zügig und weitestgehend vollständig sein (WORSTORFF, 2000). Dabei zwingen Fortschritte in der Entwicklung der Melkanlagen und in der Rinderzucht dazu, die auftretenden Veränderungen des Zusammenwirkens von Mensch, Tier und Maschine immer neu zu erfassen und zu optimieren (TRÖGER, 1980). Obwohl diese Aussage schon 1980 getroffen wurde, ist sie aktueller denn je. Bei der weitergehenden Technisierung und Automatisierung der Milchgewinnung ist darauf Wert zu legen, dass zwischen der Technik und der Biologie, verkörpert durch Mensch und Tier, aber auch umgekehrt, eine bessere Angleichung zu erreichen ist. Im Vordergrund stehen dabei die physiologischen und hygienischen Anforderungen beim Melkprozess (WENDT, 2000). Auch POPP (1989) spricht von der Anpassung der Melktechnik und Melkroutine an eben diese physiologischen Anforderungen. Hier sind die physiologischen Abläufe im Tier während des Melkens unbedingt zu berücksichtigen. Eine mangelnde Melkbereitschaft zu Melkbeginn ist zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr wett zu machen. Das Weglassen von Routinearbeiten (Vormelken, Euterreinigung, Handstimulation) führt zur unmittelbaren Beeinträchtigung der Milchabgabe und zu Einbußen in der Laktationsleistung. Unterschiedlich lang anhaltende Milchabgabe der Einzelviertel führt zu Blindmelkzeiten einzelner Viertel. Diese wiederum können Gewebeschädigungen bedingen, was ein ernst zu nehmendes Infektionsrisiko darstellt. Außerdem hemmt Blindmelken die Milchabgabe der noch melkenden Viertel und führt verstärkt zu Lufteinbrüchen. Diese Lufteinbrüche können ein Übertragen euterpathogener Keime von Viertel zu Viertel eines Euters bedingen (GÖFT, 1992). Ausgehend von der Tatsache, dass künftig immer weniger Tiere mit hohem züchterischen Wert immer intensiver geprüft werden müssen, sind Zusammenhänge zwischen Milchflussparametern sowie der Melkbarkeit und Eutergesundheit im Hinblick auf Zellzahl und Euterbehandlungen von Bedeutung. Im Zusammenhang mit der Leistungsprüfung von Tieren der Rasse Deutsche Holstein wird dabei zentraler Punkt der Untersuchungen der Ein8 fluss der technischen Ausrüstung des Melkstandes (Melktechnikhersteller und deren melktechnischen Besonderheiten, Automatiksysteme) auf die Milchflussparameter sein. In der vorliegenden Arbeit werden neue und erweiterte Kenntnisse zum Verhalten mittels LactoCorder gewonnener Milchflussparameter während der Laktation, über Laktationen sowie saisonal dargelegt. Dabei wird im Besonderen auf die Unterschiede zwischen den Ergebnissen mit und ohne Berücksichtigung der Gemelksmenge Wert gelegt. Neu ist dabei, dass nicht über die gesamte Laktation auf Milchmenge korrigiert wurde, sondern nur in den jeweils gebildeten Gruppen. Im Weiteren werden Erkenntnisse zu den Einflüssen im Zusammenhang verschiedener Melktechnik und Arbeitsroutinen auf die Milchflussparameter heraus gearbeitet, die über die bisherigen hinaus gehen. Ziel dabei ist es, den Kenntnisstand nicht nur zu erweitern, sondern auch für künftige erweiterte Managementsysteme, die ja Parameter der Milchflusskurve mehr oder weniger gut und in der Zukunft besser erfassen können, zu ermitteln und welche gewinnbaren Daten aus den Milchmengenmessgeräten zur Herdenbewirtschaftung genutzt werden können. Es sollen Aussagen getroffen werden, wie stark der Einfluss der Milchmenge auf die Parameter der Milchflusskurve ist und wann notwendige Korrekturen auf Milchmenge durchzuführen oder zu unterlassen sind, damit klare Aussagen möglich und nicht verwischt werden oder sich ins Gegenteil verkehren. Zudem soll aufgezeigt werden, welche Milchflussparameter zur Vorwarnung von Eutererkrankungen verwendbar sind. Dazu wird im ersten Teil der Arbeit untersucht, wie sich Milchflusskurven der Rassen Deutsche Holstein und Angler, in einem Testbetrieb monatlich über 2,5 Jahre gewonnen, in der Laktation und über Laktationen verändern. In einem zweiten Teil sollen die Auswirkungen melktechnischer Änderungen auf die Milchflusskurve dargestellt werden. - Veränderung der Milchflusskurven der Kühe nach einem Wechsel des Melktechnikanbieters - Einfluss der Melktechnik auf die Ausbildung der Milchflusskurve Dabei werden in großen Praxisbetrieben vor und nach dem Umbau bzw. technischen Veränderungen der Melktechnik Milchflusskurven aller melkenden Tiere erfasst und gegenübergestellt. Resultierend daraus wird nachgewiesen, ob es Unterschiede bezüglich des Milchabgabeverhaltens beim Melken von Kühen mit unterschiedlicher Melktechnik und bei Veränderungen der melktechnischen Einstellungen gibt. Der Wert der Untersuchung besteht darin, 9 dass die Möglichkeit genutzt werden konnte, in mehreren Betrieben mit entsprechend großen Tierzahlen vor und nach melktechnischen Veränderungen (Umbau, melktechnische Einstellungen) unter weitestgehend gleichen Umwelteinflüssen in einer Herde, Milchflusskurven aufzuzeichnen und gegenüber zu stellen. |