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Details für Zum richtigen Einstellen einer milchflussgesteuerten -Abnahmeautomatik beim Melken
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NameZum richtigen Einstellen einer milchflussgesteuerten -Abnahmeautomatik beim Melken
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Wissenschaftlichen Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V.
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Zum richtigen Einstellen einer
milchflussgesteuerten -Abnahmeautomatik beim Melken
AG Melken und Melktechnik
Das richtige Einstellen einer Abnahmeautomatik beim Melken von Kühen wird häufig genug als eine
komplizierte Geschichte dargestellt! Warum eigentlich? Gilt es doch eigentlich nur, Technik und Tier
richtig aufeinander abzustimmen.
Grundsätzlich werden zwei verschiedene Gruppen von Milchflussüberwachungen eingesetzt. Die erste
Gruppe umfasst Geräte die den Milchfluss direkt beim Melken erfassen und direkt das Unterschreiten
voreingestellter Grenzwerte anzeigen.
Die zweite Gruppe umfasst Geräte, die den Milchfluss einer Kuh über die Füllung eines feststehenden
Volumens errechnet, dann mit Einstellungen abgleichen und dann erst eine Reaktion anzeigen. Die Information
bezieht sich also nicht direkt auf den vorliegenden Milchfluss, sondern kommt mit einer
leichten Verzögerung zustande.
Die jeweiligen Funktionsweisen erklären auch die Unterschiede beim Melken zwischen den beiden
Techniken. So ist in der ersten Gruppe bei nachlassendem Milchfluss sofort das Aufblinken des
Leuchtmelders als Reaktion der Abnahmegeräte zu sehen wohingegen bei der zweiten Gruppe einige
Sekunden durch Rechenprozesse vergehen, bis der Leuchtmelder ausgelöst wird.
Für beide Gruppen wird die Überprüfung des Melkablaufes gleich gestaltet. Maßgebend hierfür ist das
Milchabgabeverhalten einer Kuh, d.h. ihr Milchflussprofil.
Arbeitsweise einer milchflussgesteuerten Abnahmeautomatik
Bei genauer Betrachtung des Milchflussprofils fällt sofort auf, dass bei nicht richtig stimulierten Kühen
schon in der ersten Melkminute der Milchfluss deutlich nachlässt (Bimodalität). Bei milchflussgesteuerten
Abnahmen stellt dies in sofern ein Risiko dar, weil ein solcher Einbruch das frühzeitige Melkende
bedeuten kann! Es darf es aber auf keinen Fall zu einem zu frühen Melkende kommen! Die alleinige
Forderung, nur richtig angerüstete Tiere zu melken reicht nicht aus, auch die Technik der Milchflussüberwachung
muss Sicherheiten bieten.
Daher wird beispielsweise bei einigen Fabrikaten direkt nach dem Drücken der Starttaste am Melksteuergerät
eine Überbrückungszeit, bzw. Sperrzeit gestartet, bei der die Milchflussüberwachung
ausgesetzt ist. Damit wird verhindert, dass milchflussgesteuerte Abnahmen bei einem Einbruch des
Milchflusses zu Melkbeginn, verursacht durch mangelnde Stimulation, nicht sofort das Melkzeug abnehmen.
Diese Überbrückungszeit ist oft variabel einstellbar, weil unterschiedliche Tierarten individuelle
Einstellungen verlangen:
Bei Kühen wird mit 60 bis 90 Sek., bei Schafen und Ziegen mit 30 bis 60 Sek. gearbeitet.
Nach Ablauf der Überbrückungszeit wird nun die Intensität des Milchflusses bei den meisten Fabrikaten
durch eine elektrische Widerstandsmessung kontrolliert. Dabei wird das Medium Milch als leitende
Verbindung zwischen zwei Elektroden benutzt. Variabel Widerstandseinstellungen ergeben dabei einen
Schwellenwert, der einem bestimmten Milchfluss, z. B. 300 Gramm pro Minute, entspricht. Diese Einstellungen
sind heute auf den elektronischen Steuerkarten der Abnahmegeräte fest vorgegeben. SoInformationen
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mit erleichtern sie ein schnelles Einstellen und sorgen für exakte Werte an jedem Melkplatz einer Anlage.
Reißt beim Melken die leitende Verbindung in den Milchflusssensoren zwischen den Elektroden aufgrund
des aktuell zu geringen Milchzuflusses ab, wird dies von der Elektronik erkannt und als Milchmangel
gewertet. Deutlich sichtbar blinkt jetzt die Signalleuchte am Melkplatz im Sekundentakt und
signalisiert der Melkperson: "Hier befindet sich ein Tier in der Ausmelkphase". Wenn der Melker
noch Hilfestellung geben will, muss er in dieser Phase des Melkens zum Tier gehen. Ansonsten wird in
Kürze das Melkzeug automatisch vom Euter abgenommen.
Die Anzahl der Blinksignale zur Anzeige des bevorstehenden Melkende ist nach den Wünschen und
Erfordernissen des Melkpersonals oft individuell einstellbar. Da in dieser Phase aber kaum noch Milch
fließt, darf sie nicht zu lang eingestellt werden. Diese Zeit ist purer Stress für das Tier und hat negativen
Einfluss auf die Zitzenkondition.
Bei 2-mal täglichem Melken haben sich hierbei Zeiten von 5 bis max. 15 sec. bewährt.
Während der Milchmangelzeit kann es vorkommen, dass der Milchfluss kurzfristig wieder über den
eingestellten Schwellenwert ansteigt. Sofort erlischt das Blinksignal. Die Zeiten des bisher festgestellten
Milchmangels gehen aber nicht verloren! Die Elektronik ist mit einem Zeitspeicher versehen, der
die bisher ermittelte Milchmangelzeit bzw. Blinkdauer aufzeichnet. Fällt der Milchfluss im Anschluss
wieder ab, so wird die erneut anlaufende Milchmangelzeit zu der bereits registrierten Zeit
summiert.
Ist die auf der Steuerkarte vorgewählte Milchmangelzeit insgesamt erreicht, schaltet die Elektronik
des Melksteuergerätes auf Melkende.
Dabei wird die Vakuumversorgung zum Melkzeug im Milchflusssensor geschlossen und anschließend
der Abnahmezylinder des Melkplatzes auf die Funktion Melkzeugabziehen gesteuert.
Für eine schonende Abnahme kann die Abnahme zeitversetzt mit der Vakuumabsperrung angesteuert
werden. Diese Zeit wird Abnahmeverzögerung genannt. Damit wird gewährleistet, dass sich erst das
Vakuum innerhalb des Melkzeugs durch das Eindringen von atmosphärischer Umgebungsluft genügend
abbaut, bevor durch Zug des anziehenden Abnahmezylinders das Melkzeug sanft vom Euter abgenommen
wird. In dieser Phase leuchtet der Leuchtmelder andauernd ohne Unterbrechung und zeigt
somit an, die Kuh ist fertig, das Melken wurde beendet.
Die Melkperson wird folglich zeitaktuell über die laufenden Vorgänge informiert. Das kann das nahende
Melkende sein, aber auch Fehler, die während des Melkens auftreten und zum Beispiel zu einer „unlogischen
Melkzeit“ führen. In diesem Zusammenhang ist unsere Grundannahme, dass die Melkung
einer Kuh länger als 180 Sek. dauert. Kürzere Melkzeiten werden beispielsweise durch abgefallene
Melkzeuge und damit ein nicht ordnungsgemäßes Melkende verursacht oder entstehen bei Melkunwilligkeiten
der Kühe, d.h. es fließt keine Milch (z.B. Brunst). Im Fall einer solchen "unlogischen Melkzeit"
blinkt der Leuchtmelder in einer erhöhten Frequenz, die deutlich von den üblichen Signalen zu
unterscheiden ist. Diese erhöhte Frequenz bedeutet immer, dass hier direkt etwas kontrolliert werden
muss.
In Kombination mit einem „Kick Off Sensor“ wird das Abschlagen eines Melkzeuges genauso registriert.
Hierbei wird die Position der Absperrmembrane im Milchflusssensor ständig überwacht. Durch
einen plötzlichen Lufteinbruch bei einem abfallenden Melkzeug kommt es im Milchflusssensor jetzt zu
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einer stärkeren Bewegung der Abschaltmembrane. Das veranlasst die Elektronik, die Vakuumzufuhr
zum Melkzeug sofort zu unterbrechen, um den Lufteintrag in das Melksystem zu minimieren. Gleichzeitig
signalisiert auch hier der Leuchtmelder durch schnellere Blinkfrequenz: "Hier ist etwas passiert,
Kontrolle erforderlich."
So werden wichtige Informationen beim Melken direkt am Standplatz der Tiere durch den Leuchtmelder
am Melksteuergerät angezeigt. Sie helfen, den Melkablauf sicherer und effektiver zu gestalten.
Auch hier sind abweichende Signalisierungen in den Programmen der Hersteller vorhanden, die insgesamt
aber das gleiche Ziel verfolgen. Ratsam ist aber in jedem Fall Änderungen im Programmablauf
nur in Zusammenarbeit mit einem autorisierten Servicevertreter vorzunehmen und zu dokumentieren!
Milchflussabtastung bei Milchmengenmessungen
Milchmengenmessungen errechnen zum Teil die Milchflussintensitäten und sind daher etwas träger in
der Reaktionszeit. Hier muss erst ein Differenzvolumen durch den Milchzufluss gefüllt werden. Erst
mit dem Vorliegen der dazu benötigten Zeit kann der konkrete Milchfluss sehr exakt berechnet und danach
die Abnahme des Melkzeugs veranlasst werden.
Daher dürfen die Milchmengenmessgeräte etwas „schärfer“ (mit einem höheren Schwellenwert) eingestellt
werden, damit das Melkende nicht zu lange auf sich warten lässt.
Einstellungen der Abnahmeautomatik für 2-mal tägliches Melken
Bei einem 2-mal täglichen Melken wird ein gutes Ausmelken erwartet.
In den letzten Jahren haben die Kühe durch die Zucht auf bessere Euterqualitäten aber auch ein deutlich
besseres Melkverhalten erlangt. Dazu spielt sicherlich auch die abnehmende Nutzungsdauer der Kühe
eine weitere Rolle, ältere Kühe mit einem größeren Zisternenvolumen im Euter brauchen eben etwas
länger beim Melken, weil die letzten Melkminuten häufig mit einem geringen Milchfluss ablaufen und
die Viertel ungleichmäßig das Melken beenden. Gleichzeitig ist auch festgestellt worden, dass gerade
bei niedrigem Milchfluss die Belastung der Zitzen und des Eutergewebes am höchsten ist. Häufig ist
eine solche Einstellung dann auch die Ursache für einen erhöhten Zellgehalt in der Milch! Das sind
dann auch die Gründe, warum die Einstellung der Abnahme von 200 ml Milch pro Minute heute nicht
mehr akzeptiert wird! Moderne Milchrassen benötigen Schwellenwerte von mindestens 200 ml/min,
auch bei nur 2-maligem Melken pro Tag! Es kann sogar richtig sein, hier die Einstellung auf über 300
ml/min einzustellen. Das entscheidet sich durch eine Melkbeobachtung. Wer beim Melken feststellt,
dass das Melkzeug eigentlich bei zu niedigem oder keinem Milchfluss zu lange am Euter verweilt, der
sollte sowohl den Schwellenwert wie auch die Milchmangelzeit so einstellen, dass das Melkzeug nur so
kurz wie möglich am Euter verbleibt! Individuelle Milchflusskurven, ermittelt mit dem Lactocorder,
sind für die Schaltpunktfindung außerordentlich hilfreich.
Einstellungen der Abnahmeautomatik für 3-mal tägliches Melken
Bei 3-mal täglichem Melken kann und muss auf ein intensives Ausmelken verzichtet werden. Hier gilt
es die Verweildauer des Melkzeugs am Euter auf ein Minimum zu reduzieren. Andernfalls werden die
Zitzen und das Euter zu sehr durch Vakuumeinwirkung der Melkmaschine geschädigt.
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Melkzeugabnahmen in Verbindung mit Nachmelktechniken
Werden Melksteuergeräte zusammen mit Nachmelktechniken eingesetzt, gilt es ebenfalls besondere
Einstellungen zu berücksichtigen.
Mit diesen Techniken wird bei nachlassenden Milchflüssen in der Abstiegsphase und Ausmelkphase
das Melkzeug belastet und leicht, wie früher vom Melker von Hand praktiziert, nach unten gedrückt.
So werden Räume im Zisternenbereich des Euters gestreckt und das Auslaufen der Milch in die Zitzenzisterne
erleichtert. Speziell bei älteren Kühen mit mehr als 2 Laktationen macht sich eine solche Technik
positiv bemerkbar. Sie beschleunigt den Ausmelkvorgang und erhöht damit die Anzahl gemolkener
Kühe pro Stunde in einem Melksystem. Aber nicht nur das! Durch die kürzere Melkzeit der Kuh
kommt es zu einer kürzeren Verweildauer des Melkzeugs am Euter und damit einer geringeren Gewebebelastung.
Die negativen Auswirkungen des Vakuums auf Euter und Zitzen werden somit reduziert.
Folglich wirkt sich dies positiv auf die Zitzenkondition und Eutergesundheit aus. Zudem bringt diese
Technik bei problematischen Tieren mehr Sicherheit hinsichtlich des Ausmelkens und das in einer kürzeren
Melkzeit! Auch dieser Aspekt fördert mittelfristig die Eutergesundheit.
Nachmelktechniken müssen reagieren, bevor der Zitzengummi beim Melken an der Zitze ganz nach
oben an die Euterbasis geklettert ist. Nur so lässt sich ein optimaler Milchfluss über eine möglichst lange
Zeit mit einem guten Ausmelken erreichen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass dazu die
Druckbelastung des Melkzeugs bei 800 bis 1.000 ml Milchfluss pro Minute beginnen muss. So wird
die noch melkmaschinenverfügbare Milch schnell und zügig ermolken, und der Milchfluss steigt kurzfristig
wieder etwas an. Wenn er danach wieder sinkt, bedeutet dies: "Das Euter ist leer!" Jetzt muss die
Abnahmeautomatik sofort reagieren!
Beachte aber immer, dass vor einer Verstellung der Schwellenwerte für die Abnahme die „Nachmelk-
Zugkraft“ auf das Melkzeug geprüft werden muss. Pneumatische und mechanische Baugruppen unterliegen
einem Verschleiß, der bei Nichtbeachtung zu Fehleinstellungen führt.
Für die Einstellung bedeutet das:
Der Schwellenwert für den Milchfluss muss deutlich höher und die Milchmangelzeit deutlich kürzer
gewählt werden als in einer Melkanlage ohne Nachmelktechnik!
Zu niedrige Schwellenwerte und zu lange Milchmangelzeiten würden sich negativ auf die Zitzenbeschaffenheit
auswirken und zu einem erheblichen Mastitisrisiko führen. Warum?
Die Nachmelktechnik optimiert das Milchflussprofil und sorgt dafür, dass die sonst lange Ausmelkphase
deutlich verkürzt wird. Werden die Zeiten nicht angepasst, arbeitet das Melkzeug über die gesamte
Dauer am Euter, obwohl am Ende gar kein Milchfluss mehr vorhanden ist. Die Druckverhältnisse in
Zitze und Euter führen hier zu schädlichen Gewebereizungen, was häufig schon deutlich durch entsprechende
Veränderungen an der Zitzenspitze von außen zu sehen ist. Damit wird das Eindringen von
krankmachenden Keimen in das Euter und in gereizte Drüsenbereiche innerhalb des Euters gefördert.
Gerade aber das soll verhindert werden!
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Empfehlung zur Einstellung der Schwellen- und Abnahmewerte
Bei 2 x täglichem Melken sollte der Schwellenwert für die Nachmelktechnik bei ca. 800 bis 1.200 ml
eingestellt werden. Gleichzeitig muss die Abnahme der Melkzeuge auf eine Schwelle von mind. 250 ml
erhöht und die Blinkzeit auf max. 5 sec. reduziert werden!
Bei 3 x täglichem Melken sollte der Schwellenwert für die Nachmelktechnik aufgrund der geringeren
Milchmenge im Euter und des dann ehr einsetzenden Kletterns der Melkbecher noch etwas höher auf
dann 1.000 bis 1.500 ml eingestellt werden. Zudem ist auch jetzt die Abnahmeschwelle aufgrund des
häufigeren Melkens pro Tag und der Vermeidung eines zu intensiven Ausmelkens auf Werte von größer
300 ml mit ebenfalls max. 5 sec. Blinkdauer einzustellen!
Firmenspezifische Bedingungen sind dabei jedoch stets zu beachten!
Was kann beim Melken gesehen werden?
Milchflussgesteuerte Abnahmen werden in der Grundeinstellung meist mit einem Schwellenwert von
250 ml/min ausgeliefert. Kombiniert wird dieser Schwellenwert mit einer Blinkzeit/Milchmangelzeit
von 15 sec. In der Regel können milchbetonte Rassen so ohne Probleme gemolken werden. Soll der Effekt
der Abnahme überprüft werden, so ist eine Melkbeobachtung zwingend notwendig!
Generell gilt: Die Melkroutine muss stimmen!
1. Ausreichendes Anrüsten der Tiere.
2. Das Melkzeug nur an trockene Zitzen ansetzen; ein zu frühes Klettern der Zitzengummis an den
Zitzen führt zu einem schlechten Ausmelken der Tiere.
3. Das Melkzeug muss während des Melkens richtig positioniert sein, so dass keine negativen
Kräfte über die langen Schläuche auf das Melkzeug einwirken. Die Melkzeugmasse soll
gleichmäßig auf alle Viertel verteilt sein.
4. Die Einstellung einer Abnahme ist nicht auf das Melken problematischer Tiere auszurichten,
sondern an normal melkende Tiere anzupassen!
In jedem Bestand gibt es ungünstige Euterformen oder auch schlecht melkende Tiere. Diese können einen
Anteil von 5 bis 10% am Gesamtbestand haben. Wir empfehlen solche Tiere in der Stellung "manuell"
zu melken und zudem am Melkende durch die Melkperson individuell zu kontrollieren. Wird die
Einstellung der Abnahme gezielt auf eine Problemgruppe vorgenommen, besteht die Gefahr, dass innerhalb
von wenigen Wochen der gesamte Bestand an normal melkenden Kühen vermolken wird, weil
die Verweilzeit des Melkzeugs am Euter für diese Tiere zu lang ist.
Wenn nun eine Überprüfung stattfindet, so sollte in der Ausmelkphase und direkt bei der Abnahme der
Melkzeuge eine Kontrolle des Euters erfolgen. Änderungen niemals von nur einem beobachteten Tier
abhängig machen! Es muss ein repräsentativer Querschnitt des gesamten Bestandes gesehen und bewertet
werden. Dazu sind sowohl junge Tiere, frisch abgekalbte wie aber auch altlaktierende und ältere
Tiere zu kontrollieren.
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Als erstes ist festzustellen ob überhaupt noch Milch zum Zeitpunkt der Abnahme fließt.
Melkt vielleicht nur noch ein Euterviertel oder hat der Milchfluss komplett ausgesetzt?
Wie lange dauert es in dieser Phase, bis der Leuchtmelder durch Signale (Blinken u.Ä.) den Ausmelkbereich
signalisiert wird?
Hat man beim Melken das Gefühl, dass die Reaktionen der Melksteuergeräte nicht mit dem aktuellen
Milchfluss beim Melken in Einklang zu bringen ist (zu frühes Abnehmen oder zu späte Reaktionen auf
nachlassenden Milchfluss) so ist zuerst die Technik genauestens zu prüfen. Eine falsche Position der
Sensoren oder Beläge bei fehlerhafter Reinigung in den Milchflusssensoren können in diesem Zusammenhang
für Falschmessungen verantwortlich sein.
Nach der Überprüfung der Technik folgt eine Kontrolle direkt am Tier. Eine optische Kontrolle der
Zitze gibt hier viele wichtige Informationen: Eine nahezu unveränderte Zitze lässt vermuten, dass der
Melkablauf ohne Probleme verlaufen ist. Ist hier das Tier trotzdem nicht richtig ausgemolken, so muss
die Einstellung der Abnahmegeräte geprüft werden. Eine Anpassung des Schwellenwertes wird Abhilfe
schaffen.
Ist ein deutlicher Ring an der Euterbasis zu erkennen und auch zu fühlen, wurde in diesem Zusammenhang
der Milchfluss durch zu frühes Klettern des Zitzengummis an der Zitze „abgeklemmt“. Das Problem
eines schlechten Ausmelkens ist in diesem Fall nicht an der Abnahmeautomatik zu suchen,
sondern in der Melkzeugzusammenstellung. Entscheidend ist, wie viele Kühe der Herde davon betroffen
sind. Da ein Zitzengummi immer ein Kompromiss für die gesamte Herde darstellt, kann das im
Einzelfall immer mal wieder auftreten. Der Anteil der Tiere sollte allerdings unter 5-10% der Tiere einer
Herde liegen.
Ab wann spricht man eigentlich von einem unzureichenden Ausmelken und wie viel Tiere eines
Bestandes sollten geprüft werden?
Aus internationalen Empfehlungen sind zur Überprüfung des Ausmelkgrades (G. Mein) folgende Maßstäbe
anzulegen:
für 2-mal tägliches Melken:
• Aus jeder Zitze einer Kuh sollten nicht mehr als 3 volle Milchstrahlen zu ermelken sein. Die durch
Handmelken ermittelte Milchmenge sollte 250ml pro Kuh nicht überschreiten.
• Bei einer Herdengröße bis 100 Kühe sind mind. 20 Kühe oder 80 Euterviertel zu prüfen. Dabei sollten
nicht mehr als 20% der Euterviertel eine Restmilchmenge von mehr als 100 ml aufweisen.
für 3-mal tägliches Melken:
• Die durch Handmelken ermittelte Milchmenge sollte 500ml pro Kuh nicht überschreiten.
• Bei einer Herdengröße bis 100 Kühe sind mind. 20 Kühe oder 80 Euterviertel zu prüfen. Dabei sollten
nicht mehr als 20% der Euterviertel eine Restmilchmenge von mehr als 200 ml aufweisen.
Festzuhalten bleibt, dass die Grundlage für ein gutes Melkergebnis immer eine richtig auf das Melken
vorbereitete Kuh bildet! Eine gute Milchflussüberwachung kann zwar Melkfehler nicht komplett ausbügeln,
sie kann aber Sicherheiten einbauen, damit das Melken noch vergleichsweise erfolgreich
durchgeführt wird.
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Wichtig ist weiterhin, dass dem sich ständig durch züchterische Bemühungen nach höherer Leistung
und besserer Euterqualität veränderndem Tiermaterial insofern Rechnung getragen wird, dass die bei
Einbau der Melkanlage gefundene Einstellung in den Folgejahren immer wieder an die neuen Verhältnisse
angepasst wird.
Die Technik ist heute bei den meisten Fabrikaten variabel einstellbar und kann damit auch jederzeit auf
die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse kommender Kuhgenerationen angepasst werden! Wir
brauchen es daher nur zu tun!
Genaue Kenntnisse der Programmabläufe und die Spezifik der Programme der einzelnen Hersteller und
auch deren Typenvielfalt sind die Voraussetzung für eine optimales Zusammenspiel von Tier, Maschine
und Melker und damit von ertrag und Eutergesundheit.

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Erstellt am 26.10.2009 08:38
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Zuletzt geändert 13.05.2011 10:47
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