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ObjektWert
NameDer LactoCorder in der Beratung - Einsatzbedingungen und Aussagemöglichkeiten
Beschreibung


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Der LactoCorder in der Beratung - Einsatzbedingungen und
Aussagemöglichkeiten -
Prof. Dr. agr. habil. F. Tröger; Dipl.agr.Ing. L. Daßler Sächsischer Landeskontrollverband e.V.,
Mit dem LactoCorder ist in der ersten Hälfte der neunziger Jahre ein mobil einsetzbares Milchmengenmessgerät
entwickelt worden, das der präzisen Erfassung, Datenspeicherung und Darstellbarkeit
von Milchflusskurven dient. Obwohl in erster Linie für die Milchleistungsprüfung geschaffen,
bietet der LactoCorder auch für die Milcherzeugerberatung völlig neue Möglichkeiten.
Der LactoCorder erfasst den Milchfluss als Einzel-Messwerte aller 0,7 s. Diese Einzelmesswerte
werden in 2,8 s – Folge über die ganze Melkdauer gespeichert. Daraus ergibt sich die Milchflusskurve
sowohl in Teilmengen- und Teilzeiten-Messwerten als auch als grafische Darstellung. Diese
präzise erfassten Milchflusskurven ermöglichen dem Spezialberater Aussagen zur Qualität der
Melkarbeit vom Anrüsten bis zu Nachmelken und Abnahme der Melkzeuge, zur Funktion der Melktechnik,
zu den erreichten Milchflüssen, zu Blindmelkzeiten und zu den Melkeigenschaften der
Kühe.
Die Ergebnisse der Messungen werden mittels spezieller Software im PC aufbereitet und können
für jede Einzelmessung (Kuh) in Teilzeiten und Teilmengen in einer Liste ausgedruckt werden.
Zusätzlich ermöglicht ein Auswertprogramm die Mittelwertbildung für die ganze Messreihe (Herde).
Auch die Milchflusskurve jeder Kuh ist darstell- und ausdruckbar.
Für die LactoCordernutzung als Diagnosegerät in der Beratung sind folgende Einsatzbedingungen
wichtig:
 Gleichzeitiger Einsatz möglichst vieler LactoCorder in der Melkzeit zur Erfassung eines
„Herdenquerschnitts“: alle Laktationsstadien und Laktationszahlen in herdenspezifischen
Anteilen
 Melktechnisch exakte Einbindung der LactoCorder in den Milchweg: zusätzlich notwendig
werdende Steigungen und Schlauchverlängerungen so gering wie möglich halten
 Technisch einwandfreie Funktion der Melkanlage sichern (Prüfung nach DIN/ISO vorher
zweckmäßig)
 Exakte Erfassung aller melktechnischen Parameter der Anlage
 Exakte Dokumentation der Melkroutine
 Protokollierung von Besonderheiten aller erfassten Melkvorgänge wie starker Lufteinbruch,
Melkzeug abgeschlagen, Melkereingriff, Inaktivierung der Melkautomatik durch Schaltung
„Hand“, Kuh rindert

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 Beherrschung der Auswertungssoftware bis hin zur Mittelwertberechnung und zur
Löschung von Fehlmessungen
 Zugang zu einem Datenpool für den Ergebnisvergleich mit vergleichbarer Melktechnik,
Herdenleistung und Melkroutine
 Sehr gute Fachkenntnisse des Beraters zu Melktechnik, Melkverfahren und Laktationsphysiologie
für das Ableiten von Beratungsempfehlungen.
Beim LactoCorder-Einsatz durch Melkberater können bei automatischem LactoCorder-Start und
ohne Milchprobenahme je Berater maximal bedient werden:
 bei Rohrmelkanlagen in Anbindhaltung: bis 3 LactoCorder
 im Tandem-Melkstand bis 4 LactoCorder
 im Fischgrät- und Side-by-Side-Melkstand bis 10 LactoCorder
 im Innenmelker-Karussell bis 10 LactoCorder
 im Außenmelker-Karussell bis 6 LactoCorder.
In Melkständen sollten durch einen Berater gegenüberliegende LactoCordergruppen bedient
werden. Im Melkkarussell ist es zweckmäßig, die LactoCorder in geschlossener Reihe anzuordnen.
Die LactoCorder-Messungen bieten Aussagemöglichkeiten zu:
 Stimulationserfolg anhand der Messgrößen Anstiegsdauer (tAN) und Anteil an zweigipfligen
Milchflusskurven (Bimodalitätsfällen, BIMO %),
 erreichten Milchflüssen, insbesondere höchste Milchflüsse (HMF)
 Lufteinbrüchen und ihren Ursachen wie ungünstige Zitzengummiwahl oder zu starker Zug
vom Melkzeug
 Abschaltschwellenhöhe und ggf. zum Nachmelken Umschaltschwellenhöhe im Milchfluss
 Wirkung der automatischen Nachmelktechnik oder eines handunterstützten maschinellen
Nachmelkens hinsichtlich Nachgemelksgröße (MNG) und Nachgemelksdauer (tMNG)
 Richtigkeit der Einstellung technisch bedingter Verzögerungszeiten beim Abschalten
 Blindmelkzeiten – technisch und Melker-bedingte (tMBG und tMBG2)
 Melkbarkeit der Herde im Vergleich zu anderen Herden unter gleichen Bedingungen
 Melkcharakteristik der Einzelkühe (HMF, durchschnittliches Minutenhauptgemelk DMHG
und Abstiegsdauer tAB) mit wesentlich präziserer Aussage als lediglich bei Angabe der
„Melkbarkeit in kg/min“
 Eignung der Kühe für teilautomatisiertes oder vollautomatisiertes Melken
 Qualität der Melkroutine der Melker
 Melkerleistung und Durchsatz bei Melkständen
2. Jahrestagung – Berlin, 12./13.09.2000
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 Melk-Leistungsvergleich mit vergleichbaren Herden an gleicher Melktechnik
 messbarem Erfolg von Veränderungen bis hin zum Umbau der Melktechnik und/oder bei
veränderter Melkroutine.
Im Beratungsfall ist vertiefte Ursachenforschung und Abklärung angezeigt, wenn in der zusammenfassenden
Herdenauswertung eines oder mehrere der nachstehenden Ergebnisse zutreffen:
 bei > 10 % der Melkakte eindeutige Bimodalitäten im Milchfluss
 mittlerer HMF < 2,5 kg/min
 mittlere tAB > 2,5 min
 mittlere tMBG1 (vor dem MNG) > 1 min
 mittlere tMBG2 (nach dem MNG) > 0,5 min
 mittleres MNG < 0,3 kg je Kuh und Melkakt
Bei Milchflusskurven sind die Erscheinungsformen und ihre Ursachen außerordentlich vielgestaltig.
Sie sind nur exakt deutbar, wenn alle wirkenden technischen, biologischen und menschlichen Einflussfaktoren
bekannt sind.
Eine sehr gute und ausführliche Anleitung zur Nutzung der LactoCorder in der Beratung und zur
Auswertung der Milchflusskurven bietet die Broschüre „Melkberatung mit Milchflusskurven“, an der
die Autoren mitgearbeitet haben. Sie ist zu beziehen bei der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht
Grub, Prof. Dürrwächter-Platz 1, 85586 Poing, Tel. 089-99141-110 oder –111,

Dateigröße89.11 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 09:23
Zugriffe308 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 09:26
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AutorProf. Dr. agr. habil. F. Tröger; Dipl.agr.Ing. L. Daßler Sächsischer Landeskontrollverband e.V.,
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