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ObjektWert
NameLärm und Vibrationen als Stressfaktoren in Melkständen- Stress für Kühe
Beschreibung


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Lärm und Vibrationen als Stressfaktoren in Melkständen-
Stress für Kühe
Dr. Dusan Nosal
Agroscope FAT Tänikon, Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und
Landtechnik, CH-8356 Ettenhausen,
Erwin Bilgery
BITEC-Engineering, Rütistrasse 15, CH-8590 Romanshorn
Nur in einem Umfeld, in dem die Kuh sich wohl fühlt, kann sie ihr Leistungspotenzial voll
ausschöpfen. Der Melkstand ist ein Teil dieses Umfeldes. Der Betreiber eines neuen Melkstandes
stellt oftmals nicht nur Vorteile fest, sondern macht Beobachtungen, die auf ungünstige
Verhältnisse hinweisen:
- Kühe gehen nicht freiwillig in den Melkstand.
- Sie koten vor dem Betreten des Melkstandes bzw. während des Melkens.
- Sie sind während des Melkens unruhig und schlagen die Melkeinheiten (ME) ab.
- Das Melkverhalten der Kühe verändert sich auffällig (rückläufige Melkleistung, verlängerte
Melkzeiten, lassen sich nicht ausmelken)
- Der Melker fühlt sich während und nach dem Melken unwohl und gestresst.
Messungen und Untersuchungen zeigen, dass ein bisher wenig beachtetes Phänomen – Luftschall
(Lärm) und Körperschall (Vibrationen) – Ursache für dieses veränderte Verhalten sein kann (Nosal
et al. 2004).
Diese Phänomene können für Mensch und Tier unangenehm sein, die Vakuumstabilität der
Melkanlage, die Leistungen und das Wohlbefinden negativ beeinflussen.
Untersuchte Betriebe
Bei der Auswahl der zu untersuchenden Betriebe wurde versucht, möglichst alle auf dem
Schweizer Markt vorhandenen Marken und die verschiedenen Melkstand-Typen (Side by Side,
Fischgräten, Tandem) zu berücksichtigen. Die 50 untersuchten Betriebe teilten sich in zwölf
sanierte und 38 nicht sanierte auf.

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Verursacher von Lärm, Vibrationen und Rauschen im Vakuumsystem
Verursacher von Lärm, Vibrationen und Rauschen sind:
- Montage der Vakuumpumpe und Verbindungen mit dem Vakuumsystem,
- Installation/Montage des Leitungssystems,
- Montage des Regelventils,
- Bauart und Befestigung der Pulsatoren,
- Einsaugöffnung der zentralen Luftzufuhr in der Nähe der Melkbucht.
Die Untersuchungen in mehr als 50 Betrieben bringen zum Ausdruck, dass die in der Praxis
anzutreffenden Ursachen markenunabhängig sind.
Resultate
Die statistische Auswertung aller Betriebe bringt zum Ausdruck, dass die Vibrationen zwölfmal
größeren Einfluss auf die Zellzahl als der Lärm haben. Der größte Teil der Betriebe mit weniger als
200.000 Zellen/ml weist Vibrationen bis 0,3 m/s2 und Lärm bis 72 dB (A) aus. Es gab aber auch
Betriebe mit weniger als 200 000 Zellen/ml, in denen Werte von 0,6 m/s2 bzw. 78 dB (A) gemessen
wurden (Nosal et al. 2004). Diese Feststellung gehört zu den zahlreichen Phänomenen im Bereich
der Milchgewinnung, die man nur damit erklären kann, dass der Melker den entscheidenden
Einfluss ausübt und durch seine Arbeit und sein Verhalten technische Fehler kompensieren kann.
In Zusammenarbeit mit dem Landwirt und der Melkmaschinenfirma konnten wir in zwölf Betrieben
Installationsänderungen durchführen und die Melkanlage sanieren. Die Installationsänderungen
bezogen sich auf die unter "Verursacher von Lärm, Vibrationen und Rauschen im Vakuumsystem"
beschriebenen Situationen und waren in jedem Betrieb sehr unterschiedlich. Durch die Sanierung
liessen sich die Werte von Lärm und Vibrationen erheblich reduzieren. Die Auswirkung dieser
Reduktionen auf die Zellzahl (Eutergesundheit) ist bei Vibrationen in Abbildung 1 und beim Lärm in
Abbildung 2 dargestellt. Nach statistischen Auswertungen ist in Bezug auf die Reduktion der
Zellzahlen pro ml die Vibration dreimal wichtiger als Lärm. Es besteht eine positive Korrelation
zwischen dem Rückgang der Vibration und der Zellzahl (Nosal et al. 2004).
Abbildung 1: Vibration und Zellzahl

18
0
0.2
0.4
0.6
0.8
1
1.2
6 5 11 7 49 50 46 20 31 30 4 33
Betriebe
Vibrationen m/s2
0
100'000
200'000
300'000
400'000
500'000
600'000
Zellzahl pro ml
Vibrationen vor Sanierung Vibrationen nach Sanierung
Zellzahl vor Sanierung Zellzahl nach Sanierung
Abbildung 2: Lärm und Zellzahl
50
55
60
65
70
75
80
85
20 49 31 7 11 4 6 30 50 5 33 46
Betriebe
Lärm dB (A)
0
100'000
200'000
300'000
400'000
500'000
600'000
Zellzahl pro ml
Lärm vor Sanierung dB (A) Lärm nach
Sanierung dB (A)
Zellzahl
vor
Sanierung
Zellzahl
nach
Sanierung

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Schlussfolgerungen
Die Melkmaschinenfirmen investieren beträchtliche Summen Geld in die Entwicklung von neuen
Produkten und bringen fast jedes Jahr einige Neuerungen auf den Markt. Wie unsere
Untersuchungen zum Ausdruck bringen, kommen in der Praxis Konstruktions- und Installationsfehler
vor, die nicht nur die Vorteile der Neuentwicklungen zunichte machen, sondern die Eutergesundheit,
das Wohlbefinden und die Leistung der Kühe und des Melkers negativ beeinflussen. Wir
schlagen vor, dass die Melkmaschinenfirmen unsere „Empfehlungen für Installation und Montage
von vibrations- und lärmarmen Melkanlagen“ in ihre internen Richtlinien einbauen. Dies würde
keine zusätzliche Kosten verursachen, aber einer Menge von Problemen vorbeugen. Zudem
lassen sich damit die Eutergesundheit, das Wohlbefinden und die Leistung der Kühe und des
Melkers verbessern und einen wirtschaftlichen Erfolg erreichen.
Es ist notwendig, dass der Bauherr eines Melkstandes und sein Architekt schon in der
Planungsphase Kontakt mit der Melkmaschinenfirma aufnehmen. Damit können viele Installationsund
Montagefehler bei der Melkanlage vermieden und Kosten bei der Montage und dem jährlichen
Service der Melkanlage eingespart werden. Die gewünschten Werte von < 0,3 m/s2 bei den
Vibrationen und < 70 dB (A) beim Lärm sind erreichbar und der Landwirt sollte sie im Kaufvertrag
der Melkanlage festhalten.
Literatur
Nosal D. et al., 2004. Lärm und Vibrationen als Stressfaktoren beim Melken. FAT-Bericht nr. 625.

Dateigröße156.81 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 10:33
Zugriffe335 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 10:35
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AutorDr. Dusan Nosal & Erwin Bilgery
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