Start Download Verzeichnis Planung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
Details für Planung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
ObjektWert
NamePlanung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
Beschreibung


29
Workshop: Planung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
Dr. H. Grimm, Prof. Dr. D. Ordolff
Bei der Durchführung der Arbeiten vor, während und nach dem Melken treten sehr
unterschiedliche Arbeitsabläufe, Arbeitspositionen oder auch psychische Belastungen auf. Im
Rahmen des Workshops werden am Beispiel der Auswahl von Melkständen Möglichkeiten zu
deren Optimierung angesprochen. Dabei werden zuerst mögliche Probleme mit den eigentlichen
Arbeiten beim Melken, danach die Vor- bzw. Nacharbeiten (Reinigen usw.) erläutert. Der
Schwerpunkt liegt auf Problemen bei der Durchführung der Arbeitsschritte, nicht auf den
Arbeitsschritten selbst. Anstatt umfassender Tabellen mit Maßen und Leistungen der einzelnen
Melkstandausführungen werden anhand von Faustzahlen gezielt einige Zusammenhänge
aufgezeigt und wichtige Gesichtspunkte bei der Planung erläutert.
Die Belegung des einzelnen Melkplatzes [Kühe / Platz / h] ist definiert als die Zahl Kühe, die auf
diesem Melkplatz im laufenden Melkbetrieb gemolken werden kann:
Melkstandtyp
Belegungsrate
[Kühe/Platz/h]
Einzelmelkstand 1:
60 / (tZU + tRA + tMHG + tAB)
 7
Gruppenmelkstand – mit automatischer Abnahme:
60 / (tW + tWARTE + m * tRA + tMHG*)
(tMHG* = längste tMHG der Gruppe)
 5 (4 - 6)
Karussellmelkstand 1:
60 / (tZU + tWARTE + tRA + tMHG** + tAB)
(tMHG** = längste tMHG der Herde)
 4 (3,5 - 5)
Swingover (Melkstand mit Wechselmelkzeugen):
60 / (tW + tWARTE* + m * tRA + tMHG*)
hier werden die Wartezeiten teilweise extrem lang, da die
Kuh zusätzlich auf das Ende des Milchentzugs auf der
anderen Seite warten muss!!!
 3,2 (3 - 4)
1) anstatt anteiliger "Gruppenwechselzeiten" werden die Zeiten für Zu- und Abgang einer Kuh verwendet!
tW = Gruppenwechselzeit;
tMHG = Zeit für Maschinenhauptgemelk; tRA = Zeit für Routinearbeiten je Kuh;
m = Anzahl Melkzeuge je Seite
Zwei Annahmen bzw. "Faustzahlen" nach ORDOLFF haben sich seit langem für die Planung von
Melkverfahren bewährt:
• ein Melker kann je Stunde 60 Kühe melken
• die Rüstzeiten dauern ungefähr 5 min je Tag und Melkplatz!

30
Die Obergrenze der Melkstandgröße für eine Melkperson (2x10) wird theoretisch aus
m = (tMHG - tW) / tRAv abgeleitet. Außer Vormelken und Anhängen der Melkzeuge ist dabei jedoch
nichts mehr an zusätzlichen Arbeiten zu erledigen. Sollen mehr Kühe als die errechneten
90 Kühe/h gemolken werden, können entweder zwei (oder mehr) Melkstände mit je einer
Melkperson eingerichtet werden oder es werden größere Melkstände vorgesehen, in denen zwei
(oder mehr) Melker ausgelastet sind. Dann ist aber zu berücksichtigen, dass die Belegungen je
Platz und h sinken, da mehr Routinearbeiten je Melkstandseite anfallen. Insgesamt sind also die
Plätze in einem großen Melkstand schlechter ausgenutzt als in zwei kleineren! In der folgenden
Tabelle wird deutlich, wie sich die Belegungsraten bei größeren Gruppen verringern.
Typ/Größe
Min./
Belegung
Max./
Belegung
Mittelwert/
Belegung
FGM / 2x4 36 / 4,5 52 / 6,5 43 / 5,4
FGM / 2x6 39 / 3,3 73 / 6,1 59 / 4,9
FGM / 2x8 70 / 4,4 88 / 5,5 75 / 4,7
FGM / 2x10 (2 P) 83 / 4,2 105 / 5,3 93 / 4,7
FGM / 2x12 (2 P) 110 / 4,6 128 / 5,3 116 / 4,8
SbS / 2x10 (2 P) 85 / 4,3 110 / 5,5 92 / 4,6
SbS / 2x12 (2 P) 90 / 3,8 120 / 5 99 / 4,2
(2 P) = 2 Personen beim Melken
In Karussellmelkständen (Rotolaktoren) bestimmen Zu- und Abgang der Kühe die Taktzeit des
Karussells. Sie sind die beschränkenden Faktoren für die Anzahl Kühe, die in einer Stunde
gemolken werden können! Die Umdrehungsdauer der Anlage ist bei fest eingestellter
Geschwindigkeit von der Kuh mit der längsten Melkdauer abhängig. Bei mittleren Milchflüssen sind
24 Melkzeuge für ein Melkkarussell als untere Grenze anzusehen - kleinere Karussells sind kritisch
zu betrachten, da sie zu oft angehalten werden müssen.
Vor- und Nacharbeiten zur Vorbereitung bzw. nach Abschluss der Melkarbeit bleiben oft
unberücksichtigt. Diese Arbeitsgänge sind sehr viel stärker vom Melkverfahren oder vom
Stallsystem abhängig als von z.B. der Herdengröße. Sie umfassen:
*1 Treiben der Kühe zum Sammelraum
*2 Vorbereitungsarbeiten, wie Anschließen aller Leitungen, Prüfen auf Dichtheit
*3 Waschen der Melkzeuge, Umrüsten der Anlage auf Reinigen, Klarspülen
*4 Reinigung des Melkstandes
*5 Reinigung der Gesamtanlage einschließlich der Kühlanlage

31
und dauern [min]:
Arbeitsgang Melkkarussell FGM Rohrmelkanlage
*1 10 4 -
*2 2 – 30 3 – 5 5
*3 12 – 18 8 – 16 13+
*4 9 – 30 5 – 11 -
*5 6 – 25 6 – 16 12
Gesamtrüstzeit [min] 40 – 100 30 – 50 30
+ Reinigung von Hand
Die Spannweiten gelten für kleine bis große Anlagen.

Dateigröße120.52 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 10:37
Zugriffe400 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 10:38
Homepage
AutorDr. H. Grimm, Prof. Dr. D. Ordolff
Download Anzeigen


Zurück