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Details für Planung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
ObjektWert
NamePlanung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
Beschreibung


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Workshop: Planung / Dimensionierung von Melkständen im Hinblick auf die Arbeitswirtschaft
Gudrun Wingeyer – Methauer AGRO AG
In unserem Betrieb werden 1.840 Kühe (davon ca. 1.550 melkende) und 1.900 Stück Jungvieh aus
ausschließlich eigener Nachzucht gehalten. Die Herde kennzeichnet sich durch eine Milchleistung
(verkaufte Milch mit 4% Fett) von aktuell 8.764 kg. Laut Milchleistungsprüfung liegt die
fettkorrigierte Milchleistung bei 9.126 kg / Kuh.
Die Aufstallung der Kühe erfolgt im Laufstall (Typ 1930er Anlage) auf Spaltenboden mit neu
gestalteten Liegeplätzen in einer Gruppengröße von 100 Kühen. Jungkühe werden in separaten
Gruppen ohne Kontakt mit älteren Kühen gehalten und ordnen sich im Melkablauf vor den Kühen
ein.
Entwicklung der Melktechnik im Betrieb
In den Jahren von 1990 – 1997 wurde mehrfach in Melktechnik investiert. Es erfolgte ein
kontinuierlicher Abbau von Arbeitskräften von 28 auf 16 notwendige AK pro Tag (ohne Treiber).
Gleichzeitig reduzierte sich der Tierbestand von 4.000 Kühen auf 1.850 Kühe.
In genannten Zeitraum erfolgte eine Steigerung der Gemelke / AK um 32 %.
- bis 1990 2 Melkkarusselle (Impulsa, je 40 Plätze) 243 Gemelke / AK
manuelles Nachmelken und Abnehmen, 6 Melker / Karusell
- Dez. 1991 1. Karussell durch Technik von AlfaLaval umgerüstet 229 Gemelke / AK
Abnahmeautomatik, kein Nachmelken, keine MZZD, 5 Melker / Karusell
- Nov. 1992 2. Karussell durch Technik von Impulsa modernisiert 181 Gemelke / AK
MZZD (dreiteilige Durchzugwanne)
- Dez. 1993 1. Karussell (AlfaLaval) mit Servicearm zum Nachmelken 201 Gemelke / AK
und Airwash nachgerüstet, 200 Kühe 3x gemolken, 4 Melker
- Juni 1994 Impulsatechnik komplett gegen AlfaLAval ausgetauscht 234 Gemelke / AK
400 Kühe 3x gemolken, 4 Melker
- Dez. 1994 Nachrüstung mit automatischen Treibern
- Nov. 1997 in jedem Karussell werden 650 Kühe 3x gemolken 320 Gemelke / AK
Durchsatzprobleme sind Melkbarkeit (ca. 120 min / Tag und Karussell), Euterform und Zutritt der
Tiere aufs Karussell (ca. 20 min / Tag und Karussell).

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Im Jahr 2000 erfolgte eine grundlegende Neugestaltung innerhalb der Milchviehanlage mit dem
Ziel der deutlichen Senkung der Lohnkosten und der Verbesserung des Kuhkomforts. Die
Hauptmaßnahmen bestanden in der Zusammenführung der 2 Herden und der Melkung des
Gesamtbestandes über 1 Melkkarussell.
Anforderungen an neue Melktechnik:
- 4.200 Gemelke am Tag durch 3x melken von Teil der Herde
- mögliche Melkzeit beträgt max. 19,75 Stunden (Spülung, Reinigung, Pausen, Leerfahren)
® 213 Gemelke / Stunde notwendig
- Reduktion unter 16 Melker
- Nutzung der vorhandenen Bauhülle
- gewissenhafte und stressfreie Melkarbeit
- Wohlbefinden der Tiere
Überlegungen zum Durchsatz und Melkdauer:
- Erfassung der Dauer des Gesamtgemelks der Herde durch Milchflusskurven ® Bewertung
der Streuung (2,8 min bis 16,2 min)
- Betrachtung der Taktzeit, Umlaufzeit des Karussells und der Maschinenhaftzeit je Kuh ®
Realisierbarkeit des Durchsatzes
 Melkkarussel mit 48 Plätzen (side by side) von DeLaval
Nachteile der gewählten Technik und Maßnahmen:
- Euter schlechter erreichbar und schlechter zu sehen
- Nachmelkarm kann nicht mehr genutzt werden
- Kuh muss Karussell rückwärts verlassen
- Melker sieht angesetzte Kühe nach 3 Plätzen nicht mehr ® zusätzliche Kontrolllampen im
Nachmelkbereich zeigen an, wenn MZ bei Milchmindermenge abgenommen hat
(Abgetreten, technisches Problem)
- Steuerung des Melkablaufes (Halt) durch Sensoren (Kuh fehlt am Eingang, Kuh melkt vor
Ausgang, Kuh geht nicht raus, Stopp bei letzter Kuh der Gruppe)

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Ein durchschnittlicher Durchsatz von 210 Tieren / Stunde (Minimalforderung) wurde mit der
Technikumstellung nicht erreicht. Das Hauptproblem bestand im zu langsamen Betreten des
Melkkarussells (236 x Stopp von > 60 sec.), wodurch auf ein unzureichendes Wohlbefinden der
Kühe im Melkstand geschlossen wurde. Darauf hin wurden folgende Fragestellungen untersucht:
- Umgang mit den Tieren?
- Trittsicherheit im Eintrieb, Abtrieb und auf dem MK schlecht?
- Tiere mit Klauen- und Gelenksproblemen zu langsam?
- Futterzeiten liegen falsch?
- Airwashdüsen zu laut?
- Metallplattform macht Bewegen und eventuelles Ausrutschen anderer Kühe relativ
laut?
- Vibrationen, Kriechströme u. ä.
Als Maßnahmen wurden auf dem Karussell und im Eingangsbereich Gummimatten verlegt und die
Steuerung am Eingang verbessert, so dass das Karussell bei Eintritt der Kuh automatisch wieder
anfährt.
Im Mai 2004 erfolgte die Umstellung von dreimal auf zweimal Melken. Der aktuelle Durchsatz je
Stunde liegt nach aktuellen Messungen (Juli 2005) zwischen 180 – 190 Tieren. Die Zeitverluste in
24 Stunden ergeben wie folgt:
- 20:50 min Zutritt der Kühe
- 63:00 min Langmelker
- 26:00 min sonstiges
Außerdem führen arbeitsorganisatorische Mängel in jeder Schicht zu erheblichen Zeitverlusten von
zusätzlich durchschnittlich 55 min (Leerfahren zu Pausen, Gruppenwechsel).
Um mit der vorhandenen Melktechnik die theoretisch möglichen 240 Kühe je Stunde zu melken ist
dringend eine Verbesserung der Arbeitsorganisation und eine bessere Selektion von Langmelkern
erforderlich.
Theoretisch ist sogar die Einsparung einer Arbeitskraft möglich, wenn eine technisch zuverlässige
Lösung für das Dippen und das exakte Ausrichten der Melkzeuge für die Melkzeugzwischendesinfektion
bestehen würde.

Dateigröße119.05 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 10:48
Zugriffe364 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 10:49
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AutorGudrun Wingeyer
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