| Beschreibung | Workshops – Seite 14 Workshop 7: Herdenmanagement in Iden Thomas Engelhard, Herr Zarwel, Gabriele Andert und Dr. Bernd Fischer (Workshop mit mehreren Stationen) Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau, Zentrum für Tierhaltung und Technik, Lindenstr. 18, 39606 Iden Herdenmanagement in Iden - Fütterungsmanagement und -controlling im Stall Die Milchviehherde der LLFG Sachsen-Anhalt in Iden wird genutzt, um Aufgaben der Ausbildungsund Versuchsdurchführungen sowie als Produktionsherde mit wirtschaftlichen Zielstellungen zu erfüllen. Die 400 Milchkühe werden dreimal täglich gemolken. Die Herdenleistung lag in den letzten Jahren über 11.000 kg je Kuh und Jahr (MLP, A+B-Kühe), die Reproduktionsrate konnte in dieser Zeit auf weniger als 30 % reduziert werden. Die Herde wird im Gruppenfütterungssystem mit kompletten Mischrationen (Voll-TMR) versorgt. Als wesentliche Einflussgröße für das Erreichen der hohen Leistung und für die Verbesserung der Tiergesundheit wird das Fütterungsmanagement angesehen. Das Fütterungsmanagement setzt sich als Komplex aus folgendenden Elementen zusammen. • Vorgabe = Rationsrechnung auf Basis von Analysenwerten und Bedarfsnormen • Umsetzung = Fütterung (Zusammenstellen, Mischen der Ration) • Kontrolle = Controllingmaßnahmen an Futtermitteln und Tieren • Reaktion = Konstanz oder Veränderung der Fütterung (Ration, Tierzuordnung, Behandlungen) Im Workshop werden ausgewählte Kontrollmaßnahmen an Tieren demonstriert. Dabei wird die Festlegung auf bestimmte Maßnahmen und auf Termine der Umsetzung begründet sowie definierte Reaktion auf mögliche Situationen erklärt. Es wird auf die Beurteilung der Körperkondition nach dem Notensystem body condition scoring (BCS) eingegangen. Diese wird ständig an allen Kühen der Milchviehherde zum Termin der monatlichen Milchkontrolle vorgenommen, um zusammen mit den MLP-Daten die Versorgungslage von Einzeltieren und Fütterungsgruppen einzuschätzen, um ggf. reagieren zu können (Rationszusammensetzung für Fütterungsgruppen, Zuordnung von Tieren zu Fütterungsgruppen). Dies betrifft ebenso die trockenstehenden Kühe der Herde. Das BCS ist auch Bestandteil der Tierkontrollen im Frischmelkerbereich. Hier wird versucht, die Stoffwechsellage, die Gesundheit und Fitness sowie die Energiebilanz der Tiere über weitere Kontrollkriterien (Körpertemperatur, Verhalten, Haarkleid, Hungergrube, MLP-Daten) zu beurteilen und Hinweise für das weitere Vorgehen (Fütterung, Besamung, notwendige Behandlungen) zu erlangen.
Workshops – Seite 15 Um zu prüfen, ob die Rationen ausreichend strukturwirksam und die Fütterung wiederkäuergerecht sind, werden neben den täglichen Routinen (Wiederkauen, Kotkonsistenz), die in alleiniger Anwendung nicht sicher genug erscheinen, weitere ergänzende Kontrollen der Reaktion der Kühe auf die Fütterung vorgenommen. Insbesondere sind dies regelmäßige Entnahmen von Proben aus Spontanharn, in denen Messungen des pH-Wertes vorgenommen werden. Diese geben weiteren Aufschluss über den Säuren-Basen-Haushalt der Tiere. Ergänzt werden kann dies durch genauere Kotbeurteilungen (Waschung, Siebung). In der nachfolgenden Tabelle sind die Controllingmaßnahmen zusammengestellt, die in der Milchvieherde in der Routine umgesetzt werden. Kontrollobjekt Kontrollzeitpunkt Kontrollkriterium Maßnahme Herde täglich Tankmilchmenge, Milchinhalte (Stichproben) Rationszusammensetzung, Futtermenge Gruppen Futteraufnahme (Futtervorlage, Futterrest, Fressverhalten) Einzeltiere, (Gruppenmittel) Wiederkauverhalten, Kotkonsistenz Monatlich MLP-Daten (Harnstoffbericht), Körperkondition (BCS) Gruppenzuordnung, Rationszusammensetzung Futterwechsel, Stichproben Harn-pH-Wert (z. T. erweiterte Analyse) Stichproben, Problemabklärung Stoffwechselanalytik bis 6. Lakt.tag („Repro“) Täglich Körpertemperatur bis 60. Lakt.tag (Frischmelker) zum 60. LT, wöchentlich Allgemeinzustand (Haarkleid, Augen, Bewegung), Futteraufnahme (Fressverhalten, Hungergrube), Körperkondition (BCS) Rationszusammensetzung, Umstellung oder Verbleib in der Gruppe, Maßnahmen und Behandlungen am Einzeltier Trockenstehund Vorbereitungsphase 14-tägig Probleme zur letzten Kalbung Futtermittel Täglich Trockenmassegehalt (Grobfutter) Rationszusammensetzung Stichproben, Futtermittelwechsel (insbesondere Grobfutter) Futtermittelanalyse Problemabklärung erweiterte Futtermittelanalyse Restriktionen oder Ausschluss von Fütterung Täglich sensorische Qualität
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