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Details für Lärm und Vibration im Melkstand
ObjektWert
NameLärm und Vibration im Melkstand
Beschreibung


Workshops – Seite 12
Workshop 6: Lärm und Vibration im Melkstand
Dr. Dusan Nosal
Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Tänikon, CH-8356 Ettenhausen
Problemstellung
Laut offiziellen Schätzungen (IDF-Bulletin 367/2001) verursachen in der Schweizer Milchwirtschaft
Euterentzündungen Schäden von jährlich 130 Mio. Franken. Lärm und Vibrationen im Melkstand
können sich als Störfaktoren auswirken und für Mensch und Tier unangenehm sein und die
Vakuumstabilität der Melkanlage und damit auch die Eutergesundheit negativ beeinflussen.
Ziel
Erkenntnisse über den Einfluss von Lärm und Vibrationen auf die Tiergesundheit und das
Wohlbefinden der Kühe und des Melkers liegen vor. Die Verträglichkeitsgrenzen in bezug auf Lärm
und Vibrationen sind bekannt.
Projektkonzept
1. Untersuchungen in 50 Schweizer Betrieben gemäss ausgearbeitetem Versuchsplan
durchführen. Dabei sollen alle auf dem Schweizer Markt vorhandenen Melkmaschinenfabrikate
und Melkstand-Typen, zuzüglich neun AMS-Betriebe, berücksichtigt werden.
2. Im Melkstand in Tänikon die Lärm- und Vibrationswerte stufenweise verändern und ihre
Auswirkungen auf das Verhalten, Wohlbefinden und die Leistung der Kühe und des
Melkers erfassen.
3. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau, FiBL (Pro-QProjekt)
Messungen und Erhebungen in 32 Bio-Betrieben durchführen.
4. In Zusammenarbeit mit der FAL-Völkenrode (Dr. K. Barth), LKV Sachsen (L. Dassler) und
LKV Brandenburg (Dr. M. Hammel, J. Wegner) in 13 Betrieben mit großen Melkständen
und Kuhzahlen Messungen durchführen.
Messmethodik
Luft- und Körperschall werden am Entstehungsort (Quelle = Emissionspunkt) und am Empfangsort
(Arbeitsplatz, Einwirkungsort = Immissionspunkt) gemessen. Luftschall wird mittels Mikrofon (in dB
(A)) und Körperschall mittels Sensoren (in m/s2) ermittelt. Mit Hilfe spezifischer Schallmessgeräte
(Real Time Analysen) erfolgt die Erhebung der einzelnen Messwerte bei verschiedenen
Frequenzen in der Regel zwischen 1 Hz und 20 kHz im Luft- und Körperschallbereich.
Die Messpunkte für Luftschall befinden sich in der Melkgrube und den Melkbuchten 1,2 m ab
Boden und jene für den Körperschall an Kotblechen und am Gerüst des Melkstandes.

Workshops – Seite 13
Die Pulsatoren werden als Quelle für die Bildung von Luft- und Körperschall vermutet. Daher
erfolgten alle erwähnten Messungen mit und ohne eingeschalteten Pulsatoren.
Schlussfolgerungen
Messungen in 38 als gut eingestuften Betrieben, zwölf Problembetrieben und neun AMS-Betrieben
bringen zum Ausdruck, dass Konstruktion, Installation und Montagequalität die Entstehung von
Lärm und Vibrationen wesentlich beeinflussen. In guten Betrieben wurde Lärm bis 70 dB (A) und
Vibrationen zwischen 0,1 und 0,2 m/s² gemessen. Problembetriebe weisen Lärmwerte von mehr
als 70 dB (A) und Vibrationen von über 0,3 m/s² auf. Die statistischen Auswertungen zeigen, dass
der größte Teil der Betriebe mit weniger als 200.000 Zellen/ml Vibrationen bis 0,3 ms2 und Lärm
bis 72 dB (A) ausweisen. Die Ursachen liegen in erster Linie bei der Konstruktion und Montage der
einzelnen funktionellen Teile der Melkanlage wie Vakuumpumpe, Regelventil, Pulsatoren,
Leitungssystem und Milchpumpe. Zudem können bauliche Gegebenheiten die Lärmwerte
beeinflussen. Die in der Praxis anzutreffenden Ursachen sind markenunabhängig.
eigene Notizen:

Dateigröße337.37 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 12:53
Zugriffe468 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 12:54
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AutorDr. Dusan Nosal
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