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NameWeiche Laufflächen für Milchvieh bringen den notwendigen Kuhkomfort
Beschreibung


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Weiche Laufflächen für Milchvieh bringen den notwendigen
Kuhkomfort
Dr. Barbara Benz
Gummiwerk KRAIBURG, Tittmoning
Die gebaute Umwelt der Nutztiere unterliegt einer ständigen Entwicklung. Es gilt, abhängig von
aktuellen Rahmenbedingungen, stets den besten Kompromiss zwischen betriebswirtschaftlichen
und tierschützerischen Sachzwängen zu finden. Im Bereich der Milchviehhaltung ist der
Liegeboxenlaufstall das potenziell tiergerechteste Haltungskonzept. Es bietet dem "Fernwandertier"
Rind am meisten Bewegungsfreiheit und entspricht wichtigen ökonomischen Erfordernissen.
Allerdings unterscheidet sich der Laufstall gegenüber dem angestammten
Lebensraum des Rindes besonders durch den harten Boden. Er schädigt die Klauen und verursacht
bei einer wachsenden Anzahl Kühe Lahmheiten durch Klauenerkrankungen. Sie
zählen zu den schmerzhaftesten Erkrankungen überhaupt und verursachen 10-15%
Tierabgänge pro Jahr. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und Schweregrade sind Klauenschäden
damit zunehmend ein Problem des Tierschutzes und der Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung.
Um im Liegeboxenlaufstall mit einem gesunden Tierbestand anhaltend hohe Leistungen zu erzielen,
muss der Milchviehhalter seinen Kühen maximalen Komfort bieten. Ein Hauptaugenmerk
galt in den letzten Jahren dem Liegekomfort.
Ist der Liegebereich nicht optimal gestaltet, dann zeigt sich dies in zu kurzen Liegezeiten von
6-8 h, die sich deutlich produktionshemmend und wirtschaftlich ertragsmindernd auswirken. Nach
dem heutigen Stand der Technik ist guter Liegekomfort in Form von weichen Liegeboxenbelägen
und passenden Liegeboxenkonstruktionen realisierbar. Ausreichend lange Liegezeiten von 14 h
täglich wirken leistungsfördernd, sie bedingen
 eine bessere Blutzirkulation durch das Euter mit höherer Milchsynthese
 eine intensivere Speichelsynthese für stabile Pansen-pH-Werte
 eine Entlastung der Gliedmaßen
Investitionen in Liegekomfort sind daher sinnvoll und erweisen sich schnell als wirtschaftlich.
Mit immer größeren Tierbeständen und Stallungen wird neben dem Liegekomfort der Laufkomfort
immer wichtiger. Im Liegeboxenlaufstall mit den getrennten Funktionsbereichen Fressen, Trinken,
Melken und Liegen ist die Mobilität der Kühe maßgebend für die reibungslose Funktion dieses
Haltungssystems. Den Laufflächen als Verbindungswege zwischen den Funktionsbereichen
kommt dementsprechend eine große Bedeutung zu. Sie müssen gleichzeitig verfahrenstechnisch
befriedigen und den Kühen adäquaten Laufkomfort ermöglichen.

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Was ist Laufkomfort?
Laufkomfort zeigt sich im natürlichen Laufverhalten der Kühe. Voraussetzung für natürliches Laufverhalten
sind eine gute Klauengesundheit und ein rutschsicherer Untergrund, ähnlich den Bedingungen
im ursprünglichen Lebensraum des Rindes.
Die derzeitige Gestaltung der Laufbereiche im Stall genügt bisher offensichtlich eher den verfahrenstechnischen
Anforderungen als denen der Tiere, denn Lahmheiten und Tierabgänge aufgrund
von gravierenden Klauenschäden nehmen seit Jahren zu. Durchschnittlich 10% Abgänge
sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht alarmierend. EU-weit entstehen lahmheitsbedingte Kosten
und Verluste in Höhe von 1 Milliarde Euro. Nicht zuletzt sind Klauenschäden sehr schmerzhaft und
stellen ein ernst zunehmendes Tierschutzproblem dar.
Die vorliegende Arbeit umfasst eine kritische Analyse des Haltungssystems Laufstall. Hieraus
resultiert die Feststellung, dass die Kuh aufgrund ihres Körperbaus und der Klauenanatomie bei
wachsenden Leistungsansprüchen mit den derzeit gängigen Fußbodenausführungen im Liegeboxenlaufstall
überfordert ist. Das Ziel dieser Arbeit bestand deshalb darin, die anatomisch vorgegebenen
Grenzen der Anpassungsfähigkeit des Rindes an seine Haltungsumwelt, welche sich
sowohl in Etho- als auch in Technopathien äußern, zu respektieren und mit der Weiterentwicklung
des Liegeboxenlaufstalls verantwortungsvoll auf die Bedürfnisse des Rindes zu reagieren. Konkret
bedeutet dies, Laufflächen artgerecht zu gestalten, indem mit weichen Bodenbelägen die Eigenschaften
des Naturbodens als ursprünglicher Lebensraum im Stall imitiert werden.
Wenn Kühe wählen können, wählen sie weichen Untergrund
Um die Bedürfnisse des Rindes zu erkennen und im nächsten Schritt im Stallbau besser berücksichtigen
zu können, genügen verhältnismäßig einfache Beobachtungen der Tiere. Auf der Weide
fällt auf, dass selbst diejenigen Tiere, die im Stall lahmen, sich auf dem Weideboden problemlos
fortbewegen können. Auf dem Weg zur Weide wählen die Kühe praktisch ausnahmslos einen
weichen Untergrund in Form des Wegrandes oder, falls vorhanden, Gummibelägen.
Warum wählen Kühe weichen Boden?
Warum Kühe verformbaren Boden bevorzugen, lässt sich aus ihren anatomischen Voraussetzungen
und der Biomechanik der Fortbewegung erklären. Vorwärtsbewegung ist die Folge
einer Schwerpunktsverlagerung nach vorn durch den Schub der Hintergliedmaßen. Das Vorderbein
wird zur Stützung vorgeführt und fängt den Schub der Hinterhand auf. Um dies mit der notwendigen
geschmeidigen Nachgiebigkeit zu erreichen, fehlt den Vordergliedmaßen das Schlüsselbein
und sie sind dämpfend über eine sehnigmuskulöse Aufhängung des Schulterblattes mit dem
Rumpf verbunden. Eine ähnlich stoßdämpfende Anbindung der Hintergliedmaßen würde für den
Bewegungsimpuls einen unnötigen Kraftverlust bedeuten. Die Hinterhand ist daher mit dem

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Rumpfskelett fest verbunden. Für die Belastung der Klauen als Verbindung zum Boden bedeutet
dies grundsätzliche Unterschiede. Die ungedämpften hinteren Gliedmaßen sind deutlich stärker
belastet. Da zumeist die hinteren Klauen von Schäden betroffen sind, ist die These einer Überbelastung
aufgrund oben beschriebener Faktoren nachvollziehbar.
Hinzu kommen biomechanisch unterschiedliche Belastungen der Innen- und Außenklaue. Der
leicht schwankende Gang der Kuh führt dazu, dass bei der Gewichtsverlagerung auf eine Gliedmaße
die Außenklaue übermäßig belastet wird. Diese kann auf hartem Untergrund nicht einsinken
und trägt somit den Hauptteil der Last. Die ständig wiederkehrende Überbelastung führt zur Hornbildungsstimulation
und mit der resultierenden Größenzunahme zu einem Teufelskreis. Ob
Größenunterschiede zwischen dem Klauenbein der inneren und der äußeren Klaue die Situation
mit verschärfen, wird derzeit untersucht.
Was bewirken weiche Stallböden?
Auf weichem Stallboden verändert sich das Tierverhalten. Besonders auffällig ist das Laufverhalten.
Untersuchungen der Universität Hohenheim zeigten eine messbar höhere Aktivität der
Tiere. Diese legten pro Stunde durchschnittlich 30 Schritte mehr zurück, was bis zu 1000 Meter am
Tag bedeuten kann.
Vergleichende Messungen auf der Weide, auf Betonspaltenboden mit und ohne Gummiauflage
ergaben signifikante Unterschiede in den Schrittlängen. Auf der Weide maßen die Schritte durchschnittlich
81cm. Bei dieser Schrittlänge treten die Kühe mit dem Hinterfuß in den Abdruck des
Vorderfußes, wodurch sie die Möglichkeit haben, den Vorteil des visuell kontrollierten Fußens der
vorderen Klaue auf die hintere Klaue zu übertragen. Außerdem Fußen sie bei großen Schrittlängen
mit dem proximalen Abschnitt des Ballensegmentes, das hierfür über besonders weiches, stoßdämpfendes
Hörn verfügt.
Bei heutigen Verhältnissen im Stall bedeuten lange, schwungvolle Schritte ein erhöhtes Ausrutschrisiko,
auf das die Tiere mit Vorsicht und angepassten Schrittlängen von durchschnittlich 58cm
reagieren. Weiche Beläge auf dem Spaltenboden ermöglichten den selben Tieren Schrittlängen
von durchschnittlich 78cm, welche damit nahezu an die Weidesituation heranreichen und als Ausdruck
hoher Sicherheit zu bewerten sind.
Uneingeschränktes Brunstverhalten wirkt konzeptionsfördernd
Von großer Bedeutung im Zusammenhang mit dem Fruchtbarkeitsmanagement ist das Brunstverhalten
der Tiere. Fruchtbarkeitsprobleme stellen die zweitwichtigste Abgangsursache bei Milchvieh
dar, sind aber häufig nicht organisch bedingt. In diesem Zusammenhang kommt dem Stallboden
eine vermutlich bislang unterschätzte Bedeutung zu, denn die Beobachtungen zeigen, dass sich
das Brunstverhalten der Tiere auf weichem Boden deutlich verändert. Die Häufigkeit aber auch

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Heftigkeit und Dauer des Aufreitens als begleitender Bestandteil des Brunstverhaltens stieg signifikant
an (Abbildung Aufreiten). Wenn aufreitende Kühe hart landen oder sich beim Ausrutschen
verletzen, führt dies häufig zu Lahmheiten. Dieses Risiko ist auf weichem Boden minimiert.
Dreibeiniges Lecken erfordert hohe Standsicherheit
Die tiereigene Körperpflege in Form von dreibeinig schwanzwärts gerichtetem Sich Lecken
(kaudales Lecken) gilt als Indikator für die Bewertung von Stallfußböden. Auf weichem Boden
zeigten die Tiere in den Untersuchungen dieses Verhalten bis zu dreimal so oft und bewiesen
damit Vertrauen in den Untergrund.
Laufverhalten und Klauengesundheit beeinflussen sich wechselseitig
Klauenkranke Kühe gehen lahm und laufen wenig. Aber nicht nur die Klauengesundheit beeinflusst
das Laufverhalten, auch das Laufverhalten beeinflusst die Klauengesundheit. Die Fortbewegung
ist notwendig für die adäquate Durchblutung der Klauen. Beim Auftreten wird das Blut ausgepresst
und beim Entlasten angesaugt, man spricht von einer Druck-Saug-Pumpe. Langes Stehen ist Gift
für die Mikrozirkulation. Nicht nur, dass die Durchblutung zu wenig gefördert wird, es kommt
darüber hinaus zu Durchblutungsstörungen, weil die Lederhaut zwischen hartem Boden und
Klauenbein gequetscht wird.
Hornqualität hat eine Schlüsselrolle
Durchblutungsstörungen aufgrund von mangelnder Bewegung, mechanischer Quetschung oder
Zerstörung von Blutgefäßen sowie regelmäßig auftretende, gefäßschädigende Endo- und
Mycotoxine bedingen einen Versorgungsnotstand der verhornenden Zellschichten der Klaue. Es
wird nur minderwertiges Hörn gebildet und der Grundstein für Folgeerkrankungen ist gelegt. Im
Hörn sind Blutungen und Verfärbungen als Zeichen einer abgelaufenen Klauenrehe zu sehen.
Wie verändert sich die Klaue auf weichem Boden?
Im Gegensatz zum harten Boden bleibt auf weichem Untergrund der Tragrand der Klaue erhalten.
Der Tragrand hat die Aufgabe, einen Hauptteil des Tiergewichtes zu tragen. Er wird hierbei vom
distalen und proximalen Ballenabschnitt unterstützt, welche neben spezieller Hornqualität durch
besonders gestaltete Fettkissen über ergänzende Stoßdämpfungseigenschaften verfügen. Unter in
der Praxis nicht selten auftretendem gravierendem Energiemangel zur Hochlaktation werden diese
Fette jedoch umgebaut und funktionieren nur eingeschränkt als Stoßabsorber.
Um so wichtiger ist die Rolle des Tragrandes. Auf weichem Untergrund überragt der Tragrand die
Klauengrundfläche, so dass diese die Lastaufnahme nur unterstützt, wenn die Klaue in weichen
Untergrund einsinkt. Eine solche Klauenform ist als funktionell zu bezeichnen. Unter natürlichen

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Verhältnissen schilfert sich das Hörn des Ballen- und Sohlenhorns ab, dieser Mechanismus stellt
einen Bestandteil der natürlichen Wachstumsregulation dar und ist auf der Weide genauso zu beobachten
wie im Stall, der mit weichen Laufbereichen ausgestattet ist.
Wie verändert sich die Klauengesundheit aufweichen Böden?
Die funktionelle Klauenform und damit verbunden funktionelle Belastung der Klaue resultiert in
deutlich besserer Klauengesundheit. Mechanisch-traumatische Schäden gingen bei detaillierter
Auswertung der Befunde in 5 Testbetrieben nach 6 Monaten auf weichen Belägen um 80% zurück!
Welche Faktoren bedingen bessere Klauengesundheit aufweichen Böden?
Weicher Boden führt zur gleichmäßigen Verteilung des Gewichtes auf beide Klauenhälften. Bei voll
ausgebildetem, überstehendem Tragrand übernimmt dieser die Hauptlast. Wird die Klauengrundfläche
beim Einsinken mitbelastet, so passiert dies aufgrund des formschlüssigen Bodenkontaktes
gleichmäßig über die gesamte verfügbare Fläche.
Welche Rolle spielt der Klauenabrieb?
Im Zusammenhang mit weichem Untergrund taucht häufig die Frage nach dem fehlenden Hornabrieb
auf. Dieser Aspekt darf grundsätzlich nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist der
Nettozuwachs, wobei Abrieb nur ein Einflussfaktor ist. Wichtig ist der Einfluss des Haltungssystems,
im Zusammenhang mit den Belastungsreizen durch harte Böden kommt es zur bereits
erwähnten, übermäßigen Hornbildung (Belastungshypertrophie), vergleichbar mit Hornschwielen
an den Händen bei starker Belastung. Diese vermehrte Hornbildung betrifft in erster Linie die
hintere Außenklaue und verschärft dort die Problematik der Überbelastung. Auch auf die Erkrankungen
Klauenrehe und Klauenfäule reagiert die Klaue mit vermehrter Hornbildung, so dass
sich letztendlich der Einfluss des Hornabriebes relativiert. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auf
weichem Boden netto nur wenige Millimeter mehr Klauenwachstum resultieren. Bei oben erläuterter,
gleichmäßiger Belastung entsteht hieraus keine schädliche Überbelastung. Und nur im
Zusammenhang mit der Klauen- und Gliedmaßengesundheit ist Klauenwachstum relevant.
Rutschsicherheit des Bodens
Wie die bisherige Erfahrung gezeigt hat, zeigt sich der Vorteil weicher Böden sowohl im
Tierverhalten als auch in der Tiergesundheit.
Bedarfsdeckendes Tierverhalten ist nur möglich, wenn die Tiere sich angstfrei bewegen können.
Erste Voraussetzung hierfür ist eine ausreichende Rutschsicherheit des Bodens. Weiterhin ist gute
Klauengesundheit bedeutsam, denn schmerzhafte Klauen stellen eine massiver Beeinträchtigung
des Wohlbefindens dar, welche sich sofort im Verhalten widerspiegelt.

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Weiche Gummibeläge haben sich bewährt
Im Praxiseinsatz erprobt und bewährt haben sich speziell für den Laufbereich entwickelte,
profilierte und dadurch weiche Gummimatten, welche auch langfristig formbeständig sind. Die
Weichheit dieser speziell für den Laufbereich entwickelten Gummibeläge wird durch ein
Noppenprofil an der Unterseite der Matten erreicht (Bild Klaue auf Gummimatte). Durch die auf das
Tiergewicht abgestimmte Weichheit sinkt die Klaue um einige Millimeter ein. Die verbesserte
Rutschsicherheit bedingt in diesem Fall keine klauenschädigende mechanische Belastung, wie
dies bei grobprofilierten und teilweise sehr rauen Betonflächen häufig als Nebeneffekt zur Rutschsicherheit
zu konstatieren ist.
Gummibeläge sind für perforierte und planbefestigte Laufflächen erhältlich. Für den Spaltenboden
werden sie vom Hersteller auf jede Geometrie individuell zugeschnitten (Abbildung KURA S). Die
Montage ist sehr einfach, die Befestigung der Matten erfolgt mit speziellen Befestigungselementen.
Damit eine zusätzliche Reinigung des Spaltenbodens, wie sie in der Praxis häufig praktiziert wird,
nicht erschwert wird, sind die Befestigungen mit der Mattenoberfläche bündig. Messungen der
Laufflächenverschmutzungen sowie Beobachtungen auf Praxisbetrieben haben allerdings gezeigt,
dass die Tiere bei verbessertem Laufkomfort wesentlich aktiver sind. Dabei treten sie, der Funktion
des Spaltenbodens entsprechend, mehr Kot durch und tragen so selbst vermehrt zur Sauberkeit
des Spaltenbodens bei.
Auch für planbefestigte Laufflächen gibt es eine professionelle Lösung. Die ebenfalls weichen
Einzelmatten werden auf den planen Laufgängen praktisch fugenlos, ähnlich einem Puzzle ineinander
verzahnt. Hierdurch werden die Vorteile der montagefreundlichen Einzelmatten mit denen
von Endlossystemen kombiniert. Wichtig für die Funktion der Entmistungsanlage ist eine ebene
Oberfläche. Nur dann wird eine gute Reinigung erzielt. Damit der Schieber reibungslos funktioniert,
gilt den Mattenstößen ein Hauptaugenmerk. Zahlreiche Anwendungstests in verschiedensten
Praxisbetrieben in Deutschland und der Schweiz und mit unterschiedlichen Entmistungssystemen
haben bestätigt, dass die Fugen der aneinandergepuzzelten Einzelmatten fast nicht mehr zu
sehen und zu spüren sind. Die Installation weicher Beläge auf planbefestigten Laufflächen ist
dabei einfach und geht schnell. Die Sanierung zu glatter Betonflächen oder sonstiger klauenschädigender
Bauausführungen ist daher auch im laufenden Betrieb möglich.

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Fazit
Auch wenn Klauenerkrankungen multifaktoriell bedingt sind, darf die Haltung keineswegs eine zusätzliche
Belastung darstellen. Wenn sich die Kühe im Stall wie auf der Weide bedarfsdeckend
und physiologisch korrekt fortbewegen können, ist die Gefahr für Klauenschäden als gering einzustufen.
Weiche Beläge vermögen die positiven Eigenschaften des Naturbodens zu imitieren. Das
uneingeschränkte Laufen begünstigt eine ausreichende Blut- und Nährstoffversorgung der
lebenden Epidermis und schafft damit gute Voraussetzungen für die Bildung gesunden Horns als
Basis für gesunde Klauen. Mit der Auflage weicher Gummibeläge ist die notwendige und sinnvolle
Anpassung des Haltungssystems an die Bedürfnisse der Kuh hinsichtlich Verhalten und Klauenfunktion
möglich - und nur eine gesunde Kuh ist über mehrere Jahre produktiv und wirtschaftlich.
Weiche Böden sind klauenfreundlich und rutschsicher, sie vermögen den Teufelskreis schädlicher
Wechselwirkungen zwischen Tiergesundheit und Tierverhalten zu durchbrechen und fördern
Gesundheit, Langlebigkeit und Wohlbefinden der Milchkuh. Nach den Ergebnissen der vorliegenden
Arbeit ist es möglich, Kühe intensiv und trotzdem tier- bzw. leistungsgerecht zu halten,
ohne sie in ihrer Anpassungsfähigkeit zu überfordern. Gesundheitliche Schäden sowie Verhaltensbeeinträchtigungen
und viel zu häufige Tierabgänge sind vermeidbar. Adäquater Laufkomfort im
Liegeboxenlaufstall vereint auf ideale Weise die Interessen des Tierschutzes mit denen einer zukunftsorientierten
und wirtschaftlichen Milchviehhaltung. Inzwischen konnte ein breites Interesse
und Verständnis für den neu zu etablierenden Begriff "Laufkomfort" geweckt werden und die
Akzeptanz der neu entwickelten Laufflächenbeläge in der landwirtschaftlichen Praxis ist bereits
überaus groß.

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Erstelleradmin
Erstellt am 03.08.2009 09:44
Zugriffe934 Zugriffe
Zuletzt geändert 03.08.2009 09:45
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AutorDr. Barbara Benz
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