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ObjektWert
NameKritische Betrachtungen zu Hygienemaßnahmen beim Melken
Beschreibung


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Kritische Betrachtungen zu Hygienemaßnahmen beim Melken
Frau I. Model und Herr Dr. M. Spohr
Die wachsende Größe der Milchviehherden, die steigende Leistung der Einzelkuh und der hohe
arbeitswirtschaftliche Druck verlangen, die tägliche Routine im Milchviehstall so zu gestaltet, dass
mit geringem Aufwand Eutergesundheit und gute Milchqualität gesichert werden. Dabei zieht sich
die Einhaltung der Hygiene wie ein roter Faden durch alle Tätigkeiten.
Hygienemaßnahmen haben die Aufgabe, schädigende Umweltfaktoren auszuschalten und
nützliche so zu fördern, dass die Gesundheit der Kuh und damit die Leistungsfähigkeit erhalten
bleibt.
Aus dieser Aufgabenstellung muss abgeleitet werden, dass Hygiene nicht nur Reinigung und
Desinfektion beinhaltet, sondern folgende Umweltfaktoren in die Beurteilung einzubeziehen sind:
1. Komplex Futter (Ration, Qualität, Bereitstellung, Fressplatzgestaltung …)
2. Tränke (Wassermenge, Tränkengestaltung, Anzahl, Wasserqualität …)
3. Liegeflächen (Größe, Gestaltung, Material, Einstreu, Sauberkeit, ...)
4. Laufflächen (Gestaltung, Material, Verschmutzung, Länge ...)
5. Stallwetter (Luftbewegung, Temperatur, Feuchtigkeit, Schadgase …)
6. Licht (Helligkeit, Dauer …)
7. Lärmpegel (im Melkstand, im Stall …)
8. Melkhygiene, die im Workshop ausführlicher behandelt wird.
Ziel der Melkhygiene ist es die Übertragung von pathogenen Keimen von einem Euter auf das der
nächsten Kuh während des Melkens zu verhindern und das Euter nicht unnötigen mechanischen
Belastungen auszusetzen.
Dabei werden folgende Schwerpunkte zu diskutieren und fachlich zu begründen sein.
1. Melkreihenfolge einhalten
- eutergesunde Tiere und Frischabkalber zuerst melken;
- subklinisch und klinisch Euterkranke sowie andere erkrankte Tiere zuletzt melken; Milch
von diesen Tieren nicht an Kälber füttern.
2. Melktechnik vor Beginn prüfen
- Vakuumhöhe,
- Zitzengummis, Schläuche, Luftbohrung,
- Reinigungserfolg.

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3. Vormelken und Prüfen im VM-Gefäß
- Euter und Milch auf Krankheitszeichen prüfen (Schwellung, Verletzung, Flocken) .
- veränderte Milch oder Euter durch Schalm-Mastitistest prüfen, ggf. durch Viertelgemelksprobe
im Labor abklären.
- schnelle Therapie sichert eine schnelle Heilung
4. Euter sinnvoll reinigen
- durch feuchte, keimfreie Textiltücher (Einmalanwendung - ein Desinfektionseffekt kann
aus Zeitgründen nicht erwartet werden);
- keine Tropfnässe zulassen;
- effektive, kostensparende Methode wählen;
- Predipping und verschiedene Methoden sind zu diskutieren;
- ein Kostennachweis zeigt, dass Papier wesentlich höhere Kosten als das in einer
Waschmaschine gereinigte Textiltuch verursacht.
5. mit der Melktechnik richtig umgehen
- keine Lufteinbrüche,
- Melkzeuge nicht verdrehen,
- kein Blindmelken,
- kein Abreißen des MZ vom Euter,
- maschinellen Nachmelkbeginn entsprechend der Herde einstellen (600 - 1000 g/min.),
- automatische Abnahme entsprechend der Herde einstellen (200 - 300 g/min.),
- manueller Kontrollgriff nach Abnahme nicht unterlassen.
6. Zitzen pflegen und desinfizieren
- sinnvolle Methode anwenden;
- über Inhaltsstoffe im Dippmittel informieren;
- geprüfte Dippmittel verwenden;
- je mehr die Zitzen beansprucht werden (Dreimalmelken), um so mehr muss auf
ausreichende Pflege der Zitzen geachtet werden;
- nach Gebrauch Tauchbecher reinigen.
7. In gefährdeten Herden Melkzeugzwischendesinfektion durchführen
- als Desinfektionswirkstoff Peressigsäure 1000 mg/kg (ppm) verwenden; (Konzentration
kontrollieren)
- Lösung nur mit kaltem Wasser ansetzen;
- Einwirkzeit der Desinfektionslösung mindestens 40 besser 60 Sekunden sichern;
- nur Plaste oder Edelstahlbehälter nutzen;
- bei Tauchdesinfektion Lösung nach 1-2 Stunden erneuern;
- Sicherheitsvorschriften beachten (Dosierstation).

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Der Erfolg wird in erster Linie dadurch erreicht, dass alle diesem Ziel dienenden Maßnahmen
regelmäßig und fachlich richtig durchgeführt werden.
Einmal festgelegte Hygienemaßnahmen sollten zur täglichen Routine gehören. Es darf nicht so
gearbeitet werden, dass die Tiere in Arbeitsspitzen durch Hygienemängel zusätzlichen
Belastungen ausgesetzt werden.
Aufgabe der Beratung ist es neben der Empfehlung dieser Routine auch zu entscheiden, welche
Methoden und welche Mittel für die spezifische Herde am besten geeignet sind.
Neben dem Wissen über chemische Wirkstoffe soll der Workshop insbesondere auch über
Methoden berichten, die in der AG Hygiene erarbeitet wurden, um die Wirkung der
Hygienemaßnahmen nachzuweisen. Insbesondere wird eine Methode zum Nachweis der
Zitzenkanalbesiedlung und damit zur Wirkung der Dippmittel vorgestellt. Außerdem wird über die
Methode zum Prüfen der Wirkung der Melkzeugzwischendesinfektion und der Kontrolle der
Stallstreumittel zu berichten zu berichten sein.
Anschrift der Autoren:
Ingrid Model Dr. Martin Spohr
Eutergesundheitsdienst Baden-Würtemberg
Hauptstr. 39 Schaflandstr. 3/3
07580 Paitzdorf 70736 Fellbach

EIGENE NOTITZEN

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Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 03.08.2009 14:47
Zugriffe595 Zugriffe
Zuletzt geändert 03.08.2009 14:48
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AutorI. Model & Dr. M. Spohr
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