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Details für Silagebewertung
ObjektWert
NameSilagebewertung
Beschreibung

8. Jahrestagung – Poing (Grub) 17./18.10.2007
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Silagebewertung
Dr. Hubert Spiekers, Dr. Wolfgang Richter, Natalie Zimmermann, Georg Rößl
Ziel des Workshops ist es, die Grundkenntnisse zur Beurteilung der Silagequalität zu vermitteln
und an praktischen Silagen zu vertiefen. Neben der Futterqualität wird auch das Controlling am
Silo angesprochen und demonstriert. Für die Beratung im Hinblick auf Eutergesundheit sollte auch
die Silage betrachtet werden. Eine Optimierung der Silierstrategie geht hierbei über die Aufgaben
des Milcherzeugerberaters hinaus. Hier sollten Silageprofis einbezogen werden. Über Ziele und
Methoden der Silagebeurteilung sollten die erforderlichen Grundkenntnisse jedoch in der
gesamten Beratung einheitlich vorliegen und zur Anwendung kommen. Das aktuelle Wissen ist
dem Praxishandbuch Futterkonservierung 2006 zu entnehmen.
Futterqualität
Voraussetzung einer auf Eutergesundheit ausgerichteten Fütterung sind beste Silagen. Entscheidend
ist hierbei, dass die Qualität bis zur Futteraufnahme am Trog gewährleistet ist. Futterwert und
Futteraufnahme sind maßgebend für die Leistungsfähigkeit der Ration. Die Futterkonservierung
hat die Aufgabe, den unerwünschten Stoffabbau und -umbau möglichst gering zu halten, um die
gesetzten Ziele zu erreichen. Der Tabelle 6 sind die wichtigsten Kenngrößen der Futterqualität
beim Rind zu entnehmen.
Tabelle 6: Kenngrößen der Futterqualität von Silage beim Rind
Energiegehalt
Aufzucht und Mast: MJ ME (Megajoule Umsetzbare Energie)
Milchbildung: MJ NEL (Megajoule Netto-Energie-Laktation)
Proteinwert (Rohprotein)
nXP, nutzbares Rohprotein am Darm
RNB, ruminale Stickstoff-Bilanz
Strukturwirkung
Rohfaser oder NDForg, Häcksellänge, Vermahlung; Strukturwert (SW)
Kohlenhydratgehalte
Zucker, Stärke, beständige Stärke
Mineral- und Wirkstoffgehalte
Mengenelemente, Spurenelemente, Vitamine
Gärqualität
pH-Wert, Gärsäuren, NH3-N (Ammoniak-Stickstoff)
hygienische Beschaffenheit
Rohasche- bzw. Sandgehalt, Clostridiensporengehalt, Schimmelpilze, Hefen
aerobe Stabilität (Nacherwärmung)
NDForg - organische neutrale Detergenzienfaser
Neben dem Energiegehalt und dem Proteinwert sind Aspekte der Strukturwirkung, der Kohlenhydratversorgung,
der Wirkstoffversorgung und nicht zuletzt der Gärqualität, der Stabilität der
Silage und der hygienischen Beschaffenheit von Belang. Ziel- bzw. Orientierungswerte für die
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analytisch fassbaren Größen des Futterwertes sind der Tabelle 7 zu entnehmen. Die Werte
beziehen sich auf die Fütterung von Milchkühen.
Tabelle 7: Orientierungswerte für gute Gras- und Maissilagen in der Milcherzeugung
Parameter Einheit Grassilage Maissilage
Trockenmasse (TM) % 30 – 40 28 – 35 1)
Rohasche % i. d. TM < 10 < 4,5
Rohprotein % i. d. TM < 17 2) < 9
Rohfaser % i. d. TM 22 – 25 17 – 20
NDForg % i. d. TM 40 – 48 35 – 40
SW 2,6 – 2,9 1,5 – 1,7
Stärke % i. d. TM keine > 30
NEL MJ/kg TM ³ 6,4 bzw. ³ 6,0 3) ³ 6,5
nXP g/kg TM > 135 > 130
RNB g/kg TM < 6 - 7 bis – 9
1) In Abhängigkeit vom Kornanteil;
2) 15 % bei Ackergrassilage;
3) 1. Schnitt bzw. Folgeschnitte; NDForg – nach Aschekorrektur
Struktur und Teilchenlänge
Da die Grobfutter auch die Strukturwirkung (SW) der Ration bestimmen, sind die physikalischen
Eigenschaften Teilchengröße, Starrheit und das spezifische Gewicht zu beachten. Aus Sicht der
Silierbarkeit, Verdichtbarkeit und der Mischbarkeit empfehlen sich kurze Partikel. Zur Gewährleistung
der Strukturwirkung ist beim Wiederkäuer eine ausreichende Partikellänge erforderlich.
Für die Passage und die Futteraufnahme sind wiederum sehr kurze Partikel von Vorteil. Generell
ist daher ein Kompromiss zwischen den verschiedenen Anforderungen herbeizuführen. Zu
beachten sind hierbei auch eventuelle Nachzerkleinerungen bei der Entnahme oder Vermischung
im Mischwagen.
Bei der Maissilage sind aus Sicht der Tierernährung zur Steigerung der Strukturwirkung Häcksellängen
von 15 − 20 mm machbar, wobei ein etwaiger Rückgang in der Futteraufnahme zu
beachten ist. Voraussetzung einer längeren Häcksellänge ist neben der ausreichenden Zerkleinerung
der Körner eine genügende Verdichtung. Mit der Häcksellänge nimmt die Verdichtbarkeit
der Silage ab.
Zur Silierung ergeben sich folgende Empfehlungen:
TM-Gehalt: 28 − 35 % bei Mais; 30 − 40 % bei Gras
Gleichmäßige Zerkleinerung; Häcksellänge: 4 − 7 mm bei Mais; < 4 cm bei Gras
Ausreichende Zerkleinerung der Körner
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Gärqualität
Die Gärqualität der Silagen lässt sich ebenfalls analytisch ermitteln. Wichtige Punkte sind der pHWert
und die Gehalte an Gärsäuren. Die Anforderungen der Silagen an die Gärqualität sind aus
der Tabelle 8 ersichtlich. Das Ziel ist eine weitgehend buttersäurefreie Silage mit geringem Abbau
an Protein, hierdurch werden ein geringer Stoffabbau während der Silierung und eine hohe Aufnahme
an Futter gewährleistet. Stark überhöhte Gehalte an Gärsäuren können zu einer Minderung
der Futteraufnahme führen. Ebenfalls von Nachteil im Hinblick auf die Futteraufnahme sind verschiedene
Abbauprodukte des Futterproteins. Bei den Gehalten an Essig- und Propionsäure ist
aus dem Blickwinkel des Stoffabbaues ein niedriger Gehalt anzustreben. Für die aerobe Stabilität
sind Gehalte zwischen 2 und 3 % der Trockenmasse von Vorteil. Generell ist eine aerobe Stabilität
von mindestens drei Tagen anzustreben. In der Praxis sind hier Vorschub und Verdichtung
besonders zu beachten.
Tabelle 8: Orientierungswerte für die anzustrebende Gärqualität
Zielgröße Einheit Orientierungswert
pH-Wert, von 20 .... 45 % TM 4,0 ... 5,0
Buttersäuregehalt g/kg TM < 3
Essig- und Propionsäuregehalt g/kg TM 20 – 30
Aerobe Stabilität Tage > 3
Der Ausgangskeimgehalt mit Schadorganismen, der Gärverlauf, die Verdichtung und die Silobewirtschaftung
entscheiden über die hygienische Beschaffenheit und die Stabilität der Silagen.
Zur Verbesserung dieser Größen gibt es zahlreiche Ansatzpunkte vom Pflanzenbau über die
Futterernte und Siliertechnik bis zum Einsatz von Siliermitteln.
Controlling
Beim Controlling geht es um die Steuerung der Silagequalität bis zum Trog. Eine Steuerung
erfordert konkrete Messpunkte, denn nur was man misst kann gezielt beeinflusst werden. Die
wichtigsten Punkte im Controlling bei der Silage sind aus der Tabelle 9 ersichtlich.
Tabelle 9: Maßnahmen zum Controlling bei Silagen
Ertragsmessung, TM-Bestimmung
Silokartei (Silierprotokoll)
Futterwertanalyse
Am Anschnitt:
Temperaturmessung
Sensorik
TM-Gehalt, pH-Wert
Futterverzehr
Leistung und Gesundheit der Tiere
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Bei der Ernte sollte der Ertrag an Trockenmasse bestimmt werden. Entsprechende Technik am
Häcksler ist heute verfügbar. Der Futterwert ist standardmäßig mit Futteranalysen zu fassen. Zur
Vermeidung der Nacherwärmung ist die Dichte von großer Bedeutung und sollte zur Beurteilung
des Verfahrens gemessen werden.
Am Anschnitt können etwaige Veränderungen sensorisch und über die Messung der Temperatur,
der TM-Gehalte und der pH-Werte beurteilt werden. Verändertes Material senkt schnell den Futterverzehr
und kann Leistung und Gesundheit beeinträchtigen. Sichtlich verändertes Material
(Verpilzung, muffiger Geruch etc.) gehört nicht in den Trog.
Anschrift des Autors:
Dr. Hubert Spiekers
Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft
Prof.-Dürrwaechter-Platz 3
85586 Poing

EIGENE NOTITZEN

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Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 03.08.2009 14:55
Zugriffe1712 Zugriffe
Zuletzt geändert 03.08.2009 14:56
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AutorDr. Hubert Spiekers
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