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Details für System Happel - Physiologische Melktechnik
ObjektWert
NameSystem Happel - Physiologische Melktechnik
Beschreibung

System Happel - Physiologische Melktechnik
Edgard Schmidt, Milchhygiene-Dienst Nord, Werksvertretung System Happel
Der natürliche Milchentzug
In Urzeiten hatte der Mensch das Kalb vom Muttertier genommen, und versucht über das Ausmassieren
der Milch dem Kalbsaugen so nahe wie möglich zu kommen. Sie ersetzten das angenehme
Saugen des Kalbes durch eine, diesem Milchentzug ähnliche, Melkweise. Bei einem
Kalb sind beim Saugen die eigentliche Saugphase und die Entlastungsphase durch Absenken des
Vakuums an der Zitze deutlich getrennt.
Der maschinelle Milchentzug
Bereits in den Jahren 1902 wurde in Großbritanien und 1903 in den USA das herkömmliche
Melken über Vakuum an der Zitzenspitze erfunden. In der Saugphase wird das Zitzengummi über
Vakuum im Becherzwischenraum auseinandergezogen. In der Entlastungsphase wird das Vakuum
in diesem Raum auf Atmosphäre abgesenkt. Das hat ein Zusammendrücken des Zitzengummis
unterhalb der Zitze zur Folge. Jedoch bleibt auch in dieser Phase das Vakuum an der Zitze bestehen.
Somit wird sowohl in der Saugphase, wie auch in der "Entlastungsphase" mit Dauervakuum
an der Zitzenspitze gemolken.
Dieses hat ein Überdehnen des gesamten Zitzengewebes bis zu 70 % zur Folge – was schon eine
erhebliche Belastung darstellt.
Zusätzlich wird durch das ständige Saugen Blut und Gewebsflüssigkeit in die Zitzenspitze gezogen.
Die Zitze wird regelrecht aufgepumpt. Dadurch wird ein Schmerz erzeugt, der die
Oxitocinausschüttung verhindert oder blockiert. Das Ausmelken wird erschwert, und die Zitzengewebeschädigungen
sind vorprogrammiert.
System Happel, Melkzeug S90
Mit diesem Melkzeug wird nach jeder Saugphase das Vakuum an der Zitzenspitze unterbrochen
und gegen Atmosphäre abgesenkt. Dadurch hat die Zitze nach jeder Saugphase die Möglichkeit,
sich zu entspannen. Das vorher in die Zitzenspitze gezogene Blut kann zurückfließen. Damit
dieses in der kurzen Entlastungsphase auch geschieht, wird Überdruck von ca. 20 Kpa über den
kurzen Pulsschlauch in den Becherzwischenraum gepresst. Dadurch legt sich das Zitzengummi
bis zum Zitzenansatz um die Zitze und massiert so das angesaugte Blut zurück.

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Somit kann, unabhängig vom Milchfluss, gewährleistet werden, dass kein Blutstau in der Zitzenspitze
entsteht. Es entsteht kein Druckschmerz für das Tier, was bisher die Oxitocinausschüttung
behinderte. Die Tiere stehen ruhig und werden problemlos leergemolken.
Durch das Absenken des Vakuums an der Zitzenspitze entspannt sie sich nach jeder Saugphase
und wird so nicht von dem zusammen- fallenden Zitzengummi erfasst. Die allgemein bekannten
Verhärtungen des Zitzengewebes und Verhornungen des Schließmuskels können somit
weitestgehends vermieden werden.
Zudem wird durch die Druckluftmassage der Zitze - nach jeder Saugphase – eine extrem gute
Durchblutung des Zitzengewebes erreicht.
Durch diese natürliche, dem Kalbsaugen entnommene Melkweise, ist das Melken für die Tiere
angenehm, da kein Blutstau entsteht. Sie werden leergemolken, was eine Grundvoraussetzung für
eine gute Eutergesundheit ist. Zusätzlich wird durch die Schonung des Zitzengewebes und die
bessere Durchblutung eine deutliche Reduzierung der Euterentzündungen erreicht.

Dateigröße68.23 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 27.07.2009 09:01
Zugriffe478 Zugriffe
Zuletzt geändert 27.07.2009 09:15
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AutorEdgard Schmidt
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