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Details für Kälberhaltung und Fütterung - Checkliste, wenn Probleme auftreten
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NameKälberhaltung und Fütterung - Checkliste, wenn Probleme auftreten
Beschreibung

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Workshop 8: Kälberhaltung und Fütterung - Checkliste, wenn Probleme auftreten
Herr Dr. H.J. Kunz
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Haltungscheck:
1. Infektionsmöglichkeit im Abkalbebereich:
Während und nach der Geburt finden die häufigsten Infektionen statt. Dabei gelangen
Kotpartikel über das Maul in den Darmtrakt. Bis zur ersten Biestmilchaufnahme findet eine
ungehinderte Erregervermehrung im Darm statt, die Auslöser für Frühdurchfälle sein kann.
Eine frühe Biestmilchgabe sorgt für die humorale Abwehrbereitschaft bei den Kälbern.
Gegen Kryptosporidien gibt es keinen Schutz über die Biestmilch. Die meisten Infektionen
finden direkt nach der Abkalbung statt. Auf Grund unterschiedlicher Inkubationszeiten der
Erreger treten Symptome mit unterschiedlicher zeitlicher Verzögerung auf. Weitere
Voraussetzungen für die Minimierung des Infektions-druckes während oder nach der
Abkalbung sind saubere Kühe (Euterspiegel, Schenkel, Euter) sowie sauberes Stroh.
2. Die Unterbringung in den ersten Lebenstagen/Lebenswochen muss den höchsten
hygienischen Anforderungen entsprechen:
Die beste Haltungsform für neu geborene Kälber ist das Einzeliglu. Das Kalb sollte nach dem
Ablecken durch die Kuh separat, möglichst in einem Außeniglu mit überdachtem und
eingestreutem Auslauf untergebracht werden (je länger, desto besser). Die Infektionsmöglichkeiten
sind hier am geringsten, die Luftqualität ist am besten und es ist immer
ein Rein-Raus-Verfahren.
3. Anschließende Haltung in einer Gruppenbucht:
Besteht die Möglichkeit, die Kälber nach Altersgruppen einzuteilen? (je geringer die Altersunterschiede
der Gruppe, desto besser)
4. Reinigung und Desinfektion:
Werden die Buchten nach jedem Gruppenwechsel nach dem Entmisten mit dem Hochdruckreiniger
gereinigt und nach dem Austrocknen desinfiziert?
5. Welche Desinfektionsmittel werden verwendet?
Die meisten wirken bakterizid+viruzid, nur Kresol-Präparate wirken auch gegen Endoparasiten!
6. Stimmen Tränketemperatur, Konzentration und Menge?
7. Wie wird verfahren, wenn es zum Durchfall gekommen ist?
Werden die betroffenen Kälber separiert? Bekommen sie ausreichend Flüssigkeit? (Der
Flüssigkeitsbedarf kann bei sehr starkem Durchfall bis zu 10 Liter pro Tag betragen.) Bekommen
die Kälber Elektrolyttränke? Bekommen sie zur Energieversorgung trotzdem Milch (sehr
wichtig)?
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Der Tierarzt möchte wissen:
1. Alter bei Beginn des Auftretens des Durchfalls.
2. Anteil der erkrankten Tiere.
3. Haben die erkrankten Tiere Fieber (> 39,5 °C) oder Untertemperatur (< 38,5 °C)?
4. Konsistenz und Aussehen des Durchfalls.
5. Wird noch Milch aufgenommen?
6. Wie wird getränkt (Trog, Eimer, Nuckeleimer, Ad-lib, programmgesteuerter Automat)
7. Tränketemperatur, Tränkekonzentration, Liter pro Tag und pro Mahlzeit
8. Haben die Tiere freien Zugang zu Wasser
9. Wird Heu oder Rauhfutter angeboten
10. Welche Muttertierimpfungen werden durchgeführt? (falls nicht der eigene Tierarzt gefragt
wird)
Fütterungscheck:
1. Hat eine kontrollierte erste Biestmilchaufnahme stattgefunden?
Kälber sollen möglichst 4 Liter Biestmilch während der ersten 7 Lebensstunden aufnehmen.
Eine Stickprobenartige Kontrolle ist über die Gesamteiweißbestimmung mit Hilfe von Refraktometermessungen
im Blutserum der Kälber möglich. Saugen die Kälber selbst, wird in
vielen Fällen nicht ausreichend Biestmilch aufgenommen.
2. Wird Wasser von Beginn an angeboten?
Kälber saufen auch bereits während der ersten Lebenstage zusätzlich zur Milch mehrere
Liter Wasser.
3. Werden die Kälber ausreichend mit Energie und Eiweiß versorgt?
Kälber haben einen Energiebedarf, der einer Menge von 6 l Vollmilch oder 6 l Milchaustauscher
mit 160 g MAT pro Liter entspricht. Besonders unter Außenklimahaltungsbedingungen
in der kaltnassen Jahreszeit darf der Bedarf der Kälber nicht unterschätzt werden.
4. Werden die Kälber rechtzeitig abgetränkt?
Ab der 6. Lebenswoche können die Kälber abgetränkt werden. Für die Abtränkphase sollte
die Tränkekonzentration bei MAT-Tränke auf 120 g pro Liter herunter genommen und die
Kälber bis zur 10. Lebenswoche auf 2 Liter abgetränkt werden. Mit 2 Litern kann die Milch
abgesetzt werden.
5. Auf die Tränkequalität achten!
Werden Milchaustauscher vertränkt, sollte darauf geachtet werden, dass der Anteil an
pflanzlichen Proteinträngern nicht über 10 Prozent und der Rohfasergehalt nicht über 0,1
Prozent liegt. Zu bevorzugen sind Milchaustauscher ohne pflanzliche Proteine. Der Rohaschegehalt
sollte bei diesen Produkten unter 10 Prozent liegen.

Dateigröße97.41 kB
Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 26.08.2009 09:03
Zugriffe432 Zugriffe
Zuletzt geändert 26.08.2009 09:04
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AutorDr. H.J. Kunz
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