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Details für Saubere Kühe - Empfehlungen zur Bonitur und Auswertung von Verschmutzungen bei Milchkühen
ObjektWert
NameSaubere Kühe - Empfehlungen zur Bonitur und Auswertung von Verschmutzungen bei Milchkühen
Beschreibung


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Workshop 6: Saubere Kühe - Empfehlungen zur Bonitur und Auswertung von Verschmutzungen
bei Milchkühen
Herr A. Pelzer
Landwirtschaftskammer NRW – Landwirtschaftszentrum Haus Düsse
Verschmutzungen bei Kühen geben wertvolle Hinweise auf mögliche Schwachstellen in
Fütterung, Haltung und Management. Wichtig ist, die Verschmutzungen Ursachen zu zuordnen.
Im Rahmen des Projektes „Cows and more – Was die Kühe uns sagen“ der Landwirtschaftskammer
NRW wurde ein spezieller Hygienescore entwickelt, mit dessen Hilfe Verschmutzungen
in Zusammenhang zu Einflüssen aus der Stallumwelt gestellt werden.
Abb.1 : Hygienescore in der Übersicht
Die Sauberkeit der Kühe wird dabei an sieben Körperpartien per Note beurteilt. Die Skala
reicht von „sauber“ (Note 1) bis hin zur „starken Klutenbildung“ (Note 6). Wie unterschiedlich
verschmutzt die Kühe sein können, zeigt beispielhaft die Bonitierung der Hinterhand in der
Bilderleiste.

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Das Ziel ist eine über alle Körperregionen hinweg saubere Kuh. Erfahrungsgemäß kann die
Streuung innerhalb einer Herde enorm sein. Aus diesem Grunde müssen immer mehrere
Tiere einer Herde bzw. Gruppe bewertet werden.
Alle Einzelwerte werden in einer Tabelle festgehalten. Bei der Auswertung können schon die
errechneten Mittelwerte über die einzelnen Körperregionen Schwachstellen aufzeigen. Der
Mittelwert über alle Körperregionen stellt den Herdenindex dar. Der Herdenindex kann zum
Vergleich zwischen mehreren Betrieben herangezogen werden und sollte unter 2,7 liegen.
Sieben Körperpartien im Blickpunkt
Die jeweiligen Verschmutzungen der sieben Körperpartien können Aufschluss über Defizite
in Haltung und Hygienemanagement geben.
Verschmutzungen der Hinterhand geben Hinweise darüber, ob Fehler bei der Einstreuhäufigkeit
und oder dem Einstreumaterial vorliegen. Mögliche Verschmutzungen können hier
aber auch durch eine falsche Boxeneinstellung auftreten.
Der Bauch- / Euterbereich zeigt Fehler bei der Laufflächenreinigung und beim Schiebereinsatz
auf, da die Kühe die Liegeboxen mit nassen und stark verschmutzten Klauen betreten
und sich dann darauf ablegen.
Verschmutzungen am Kreuz deuten auf einen nassen bzw. stark verschmutzten und häufig
zu langen Schwanzquast hin. Starke Verschmutzungen des Kreuzbereichs geben auch
Hinweise auf das Boxensystem, beispielsweise bei Kühen, die in Hochboxen mit zu knapp
bemessenen Liegeflächen gehalten werden. Ein weiterer Grund kann ein falsches Gefälle
planbefestigter Laufgänge sein.
Auch ein stark verschmutzter Schwanz gibt Hinweise auf das Boxensystem. Vor allem in
schlecht gepflegten Tiefboxen ist der Schwanz häufiger verschmutzt ist, da eine starke Muldenbildung
zu verstärktem Abkoten im Liegen führen kann. Natürlich können auch Stoffwechselprobleme
für eine stärkere Verschmutzung des Schwanzes verantwortlich sein.
Einseitige Verschmutzungen am Sitzbein geben Hinweise auf die Boxengestaltung. Handelt
es sich um Tiefboxen, können aufgrund der Muldenbildung und dadurch bedingtes Abkoten
im Liegen schneller Verschmutzungen an den Sitzbeinen auftreten. Sind beide Sitzbeine
verschmutzt, sind in der Regel Stoffwechselprobleme dafür verantwortlich.
Der Verschmutzungszustand der Unterbeine ist ein sicherer Indikator für das Laufflächen-
Management und die Laufflächengestaltung.

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So gehen Sie vor
Erstellen Sie ein Tabellenblatt mit den sieben Körperregionen und 20 Spalten für die zu
bonitierenden Kühe. Sie können die Tiere im Fressgitter festsetzen, oder aber auch frei
durch die Herde gehen und Kühe bonitieren. In diesem Fall suchen Sie die Kühe zufällig aus
und gehen bei der Bewertung nicht auf besonders auffällige Tiere ein. Um möglichst aussagefähige
Ergebnisse zu bekommen, bonitieren sie mindestens 20 Tiere aus einer Gruppe
und tragen sie die Werte in die Tabelle ein. Die Bonitur wird nur von einer Körperseite durchgeführt.
Bei der Bonitur des Unterbeins wird aus der Position hinter der Kuh stehend nur der
Bereich ca. 15 cm ober- und unterhalb der Afterklauen bewertet.
Nach der Bonitur können Sie die Mittelwerte und den Herdenindex berechnen und gegebenenfalls
die Ursachen für die Verschmutzungen analysieren.
Bei der Anwendung des Hygienescores können Differenzen zwischen unterschiedlichen Beratern
auftreten. Aus diesem Grunde sollten die Berater in der Anwendung des Scores fachgerecht
eingewiesen werden und sich regelmäßig in ihren Bonituren aufeinander abstimmen.
Anwendungsbeispiel: Starke Verschmutzungen der Hinterhand
Problem:
Die Kühe zeigen starke Verfärbungen bis hin zu einer deutlichen Klutenbildung im Bereich
der Hinterhand, der Kot bleibt dort auf Dauer haften. Er ist z. T. angetrocknet und mit dem
Fell verbunden.
Die Selbstreinigung des Fells und die Gesundheit der Haut sind unzureichend. Derartige
Tiere sind häufiger in schlecht gepflegten Liegeboxen zu finden. Das Liegeverhalten verändert
sich. Die Milchqualität kann sich verschlechtern und die Melkarbeit ist erschwert.
Mögliche Ursachen:
- Mangelhafte Reinigungsintervalle oder die falsche Art der Reinigung der Liegeboxen sind
verantwortlich. Nicht zu empfehlen für die Reinigung der Liegeflächen bei Hochboxen
sind Aufsitzgeräte mit rotierender Bürste, oder auch scharfkantige Schieber oder
Schaufeln, da sie die organische Auflage der Liegeflächen zerstören.
- Die Tiere koten im Liegen oder Stehen in die Box, da die Einstellung von Bugschwelle,
Nackenrohr, Bügelhöhe und Boxenbreite nicht zueinander passen.

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- Einstreumaterialien sollen die Liegeflächen und somit auch die Kühe trocken halten.
Allerdings sollten sie auch in der Lage sein, das Fell durch eine bestimmte Struktur zu
reinigen. Feuchtes Stroh hat diese Eigenschaft nicht mehr, Sägemehl hingegen hat eine
gute reinigende Wirkung.
- Auch zu geringe Boxeneinstreu und stark verschmutzte Laufgänge können die Ursache
für stark verschmutzte Hinterhände sein.
Lösungsansätze:
Management:
Es muss eine ebene trockene, hygroskopische Liegefläche geschaffen werden. Die Einstreu
muss in der Lage sein Feuchtigkeit aufzunehmen. Denn eine trockene Haut nimmt weniger
Schmutz auf als eine nasse Haut. Wichtig ist eine geeignete Einstreu zu wählen.
- Sägemehl hat eine hohe mechanische Reinigungswirkung. Aber die TS-Gehalte
schwanken deutlich und sind immer geringer als beim Stroh. Die Keimbelastung im
Sägemehl kann in Abhängigkeit vom Ausgangsstoff hoch sein.
- Stroh hat eine höhere Wasseraufnahmefähigkeit, weist aber je nach Struktur und Schnittlänge
eine ungünstigere mechanische Reinigungswirkung auf.
- Der Einsatz von Gärresten (separiert) wird derzeit noch untersucht. Die TS-Schwankungen
sind groß, daher ist es schwierig diese Einstreu in den Liegeboxen trocken und
hygienisch zu halten. Zurzeit sind Gärrreste als Einstreu nur bedingt zu empfehlen.
- Kalk sollte nur unterhalb der Einstreu zu finden sein. Als alleinige Einstreu für die Liegefläche
ist er keine Lösung, da er ansonsten zu erhöhten Verschmutzungen der Kühe
führt.
Haltung:
Die Boxenbreite und die Boxenbügel müssen aufeinander abgestimmt sein. Die Breite sollte
max. 1,20 m (1,15) betragen, zudem ist eine ausreichende Freiheit im Hüfthöckerbereich
wichtig.
Das Nackenrohr sollte mind. eine Höhe von 1,25 m haben. Die Bugschwelle sollte 8 - 13 cm
hoch sein, damit die Kühe die Vorderbeine strecken können.
Ein falscher Lösungsansatz wäre hier, das Nackenrohr nach hinten zu versetzen. Mit dieser
Maßnahme bleiben die Boxen zwar sauberer, allerdings hat dies Auswirkungen auf das
Wohlbefinden der Kühe.
Als Faustzahl gilt, dass der Anteil von Boxen mit frischem Kot unter 15 % liegen sollte. Der
Anteil der Spaltenlieger sollte 1 % nicht überschreiten.

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Workshop 7: Beurteilung von Futtermitteln, Rationen und Attesten – Möglichkeiten
und Grenzen
Herr Dr. W. Richardt
LKS – Landwirtschaftliche Kommunikations- und Servicegesellschaft Lichtenwalde
Die Fähigkeit Futtermittel, Rationen und Atteste zu beurteilen ist ein unerlässliches Handwerkszeug
sowohl für den Berater als auch für den Betriebsleiter.
Die Beurteilung von Futtermitteln erfolgt im Allgemeinen hinsichtlich des Futterwertes und
der Einsatzwürdigkeit in Rationen. Im Einzelne bedeutet dies:
- Beurteilung wertbestimmender Inhaltsstoffe (Fasergehalt, Rohproteingehalt, Energiegehalt,
usw.)
- Beurteilung hinsichtlich der Futteraufnahme(störung)
- Beurteilung der hygienischen Qualität (Geht vom Futtermittel im weitesten Sinne eine
Gefahr für die Tiergesundheit und Produktqualität aus?)
- werden gesetzliche Vorschriften verletzt (Fütterungs- und Verschneidungsverbot, Anzeigepflicht)
- technologische Aspekte (z. B. Riesel- und Dosierfähigkeit bei Minorkomponenten)
- Ökonomische Beurteilung (Preiswürdigkeit)
- Beurteilung der aeroben und anaeroben Lagerfähigkeit
- Beurteilung im Rahmen der betrieblichen Anbauplanung
Abb. 1: Kennzahlen der Futtermittelqualität
all gemei ngültig allgemeingültig
verzehrsbestimmende
Eigenschaften
hygi enische Eigenschaften
- Verdaul ichkei t der org. Substanz - Rohprotein - Energie - Hefen und Schimmelpi lze
- Gärqual i tät (z. B. Essigsäure) - Zucker und Stärke - nut zbares Rohprotein - Bakterien
- Häckselqual it ät - Gerüstsubstanzen - Mykotoxine und Endot oxine
- Hefen- und Schimmelpi lze - Rohfet t - Verschmutzung (Rohasche)
- Gerüstsubstanzen (z. B. NDF) - Mineralstoffe - Rückstände (Schwermetalle)
- antinutrit ive Stoffe - Vi tamine - biogene Amine
Futterqualität
wer tbestimmende Inhaltsstoffe
Rationstyp abhängig

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In Abbildung 1 sind einige Kenzahlen der Futtermittelqualität dargestellt. Es soll in diesem
Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass einige Kennzahlen allgemeingültigen
Charakter haben, während andere Kennzahlen nur im Zusammenhang mit dem Rationstyp
interpretiert werden können. So sind z. B. extrem rohfaserarme (<22%) und energiereiche
Grassilagen nicht per se als wünschenswert für alle Rationstypen anzusehen. Bei einem
hohen Anteil an energiereicher Maissilage in der Ration erleichtern Grassilagen mit mittlerem
Rohfasergehalt (24-26%) erheblich die Rationsgestaltung. Dies wird häufig vernachlässigt.
Zur Beurteilung von Einzelfuttermitteln, Mischfuttermitteln und Mischrationen steht ein umfangreiches
Instrumentarium zur Verfügung (sensorische Beurteilung, chemischphysikalische
Untersuchungen, usw.). Einige können unmittelbar vor Ort durchgeführt
werden, andere müssen in ein entsprechendes Labor geschickt werden. Der Untersuchungsumfang
und –methoden ergeben sich in Abhängigkeit vom Ziel der Untersuchung
(Rationsberechnung, Ernährungsschaden, Produktqualität, usw.), dem Futtermittel und der
Tierart. Dies gilt ebenso für die Interpretation des Ergebnisses. Bei der Untersuchung und
Beurteilung von Futtermitteln sollten nachfolgende Grundsätze beachtet werden:
- Das Ziel der Untersuchung muss klar sein (Futterwert für Rationsberechnung, Ernährungsstörung,
usw.).
- Festlegung eines geeigneten Untersuchungsumfangs (Parameter und Methoden).
- Festlegung von notwendigen Zusatzinformationen (Lagerort, Probenahmezeitpunkt,
sensorische Auffälligkeiten, klinischer Vorbericht, usw.) für die bessere Interpretation der
Ergebnisse.
- Es wird nichts untersucht, wofür es keinen Grenzwert oder eine Bedarfsangabe gibt.
- Für die Probenahme ist der Einsender verantwortlich. Die Probenahme kann auch
delegiert werden (unabhängige Probenehmer).
- Die eingesendete Probe sollte entsprechend dem Untersuchungsziel repräsentativ sein.
- Das Untersuchungsergebnis bezieht sich auf die eingesendete Probe.
- Das Labor sollte akkreditiert sein (DIN EN ISO/IEC 17025) und für die entsprechenden
Methoden regelmäßig (erfolgreich) an Ringuntersuchungen teil nehmen.
- Die Untersuchung sollte entsprechend dem Regelwerk des VDLUFA erfolgen.

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Die Grenzen der Futtermittelbeurteilung ergeben sich aus Fehlern und Grenzen der:
- Probenahme (repräsentiert die betrachtete/eingesendete Charge die Grundgesamtheit)
- Zeitpunkt der Probenahme
- Toleranzen der Untersuchungsmethode
- zeitlicher Verlauf von Ernährungsstörungen bzw. Verderbprozessen
- Vielzahl möglicher Einflussfaktoren (Management, Umwelt, Tier)
- fehlende wissenschaftliche Erkenntnis über Zusammenhänge
Sollten die oben genannten Grundsätze eingehalten werden, ist die kontinuierliche Beurteilung
von Futtermitteln und Rationen ein gutes und unerlässliches Managementinstrument.
EIGENE NOTITZEN

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Dateityppdf (Dateityp: application/pdf)
Erstelleradmin
Erstellt am 26.08.2009 09:36
Zugriffe372 Zugriffe
Zuletzt geändert 26.08.2009 09:37
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AutorA. Pelzer
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