| Beschreibung | 10. Jahrestagung – Dresden-Pillnitz 16./17.09.2009 Seite 41 Workshop 3b: Messungen unter Melkbedingungen (Dynamische Messungen) Herr Dr. M. Spohr Eutergesundheitsdienst Baden-Württemberg Herr E. Schütte Melk- und Herdenmanagement Zusammenfassung Mit Einführung des maschinellen Milchentzuges sind Techniken, Geräte und Verfahren entwickelt worden, um die Melktechnik und den maschinellen Milchentzug zu messen und zu beurteilen. Zu Beginn dieser Entwicklung beschränkten sich die Messungen auf Einzelkomponenten der Melkanlage wie Vakuumpumpe und Pulsation. Im Laufe der Zeit wurden Messtechnik und die Messverfahren auf die gesamte Melkanlage ausgedehnt. Zunächst handelte es sich um so genannte statische Messungen, also Messungen in Abwesenheit von Flüssigkeiten und ohne den Zeitfaktor zu berücksichtigen, auch Trockenmessungen (Prüfung, die an einer Melkanlage ohne Flüssigkeit durchgeführt wird2) genannt. In den 80iger und 90iger Jahren begann man damit, die Messung der Melktechnik auf den Bereich während des Melkens auszudehnen. Als eines der Standartwerke kann sicherlich die in den Niederlanden entstandene und veröffentlichte Zusammenstellung über nasse Messungen und den darin enthaltenen „Trajekt“ Messungen angesehen werden. Zwangsläufig fand mit dieser Entwicklung auch eine Veränderung der Messtechnik und der Messmethodik statt. Die Messgeräte entwickelten sich von einfachen Pulsprüfgeräten mit einem Sensor und geringer Auflösung hin zu Messgeräten mit mehreren Messstellen und höheren Auflösungen. Die dynamischen Messungen, auch Messungen unter Melkbedingungen genannt, zur Prüfung und Bewertung der Melktechnik und Melkvorgänge (technische Abläufe beim Milchentzug) haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die statischen Messungen (DIN - ISO Messungen) bilden die Grundlage zur Bewertung der Melkanlagen und der Einzelkomponenten. Die Messungen unter Melkbedingungen sind eine zusätzliche Methode für die Diagnostik in Melkanlagen. Aufgrund der Entwicklung der Milchproduktion mit der Leistungssteigerung der Tiere und der daraus resultierenden Auswirkung auf den maschinellen Milchentzug, gewinnen die dynamischen Messungen weitere Bedeutung. Diese Auswirkung lassen sich nicht mit statischen Messmethoden darstellen. 2 ISO 3918 2007: Punkt - 2.12.1 10. Jahrestagung – Dresden-Pillnitz 16./17.09.2009 Seite 42 Im Wesentlichen erstrecken sich die dynamischen Messungen (während des Melkens) auf die Darstellung der Druckverläufe an verschiedenen Stellen der Melkanlage, wobei der Schwerpunkt im Bereich des Melkzeugs liegt. Mögliche Messpunkte Weitere Messungen und Datenerfassung im Bereich der relevanten Rahmenbedingungen und einwirkenden Parameter sind beispielsweise die Erfassung des Milchflussverlaufs. Zur besseren Verständigung werden an dieser Stelle einige Begriffsdefinitionen zitiert: (DIN ISO 3918:2007-06) Trockenmessung Prüfung, die an einer Melkanlage ohne Flüssigkeit durchgeführt wird Nassmessung Prüfung, die an einer Melkanlage unter simulierter Melkung durchgeführt wird Messung beim Melken Prüfung, die an einer Melkanlage während der Melkung von lebenden Tieren durchgeführt wird Messung beim Reinigen Prüfung, die an einer Melkanlage während der Reinigung durchgeführt wird 10. Jahrestagung – Dresden-Pillnitz 16./17.09.2009 Seite 43 Weitere Definitionen und Beschreibungen des Verfahrens: Messen und Prüfen unter Melkbedingungen (Nassmessung- Dynamische Messungen) Erfassen von Druckverhältnissen in verschiedenen Bereichen der Melkanlage und deren Wechselwirkung mit erforderlicher (hoher) Messrate Erfassen weiterer Parameter und Ereignisse je nach Fragestellung Messverfahren und Messmethoden stellen Ansprüche an die Messtechnik, die im folgenden erwähnt werden: Weitere Vorgaben aus der DIN ISO 5707 die in dem Bereich der dynamischen Messungen in Melkanlagen zugeordnet werden können. Leistungsanforderungen: DIN ISO 5707:2007-06 Vakuum in der Melkeinheit Im Benutzerhandbuch für die Melkeinheit muss folgendes für festgelegte Milchflüsse (von denen mindestens einer aus Tabelle 1 auszuwählen ist) angegeben sein: a) das gewünschte mittlere Vakuum an der Zitzenspitze und/oder das gewünschte mittlere Vakuum an der Zitzenspitze während Phase b und Phase d der Aufzeichnung des Vakuums im Pulsraum; b) das entsprechende Nennvakuum in der Melkleitung; dieses Nennvakuum muss auf dem mittleren, nach 8.6 von ISO 6690:2007 gemessenen, Vakuumabfall beruhen. 10. Jahrestagung – Dresden-Pillnitz 16./17.09.2009 Seite 44 Prüfbedingungen Anforderungen Messgeräte und Zubehör DIN-ISO 6690: 2007 8.6 Messung des Vakuums im Melkzeug 8.6.1 Die Melkeinheit ist nach Anhang A zu installieren und der Anschluss an die Anlage ist nach A.3 zu beschreiben. 8.6.2 Das Vakuum in der Melkleitung an der Zitzenspitze und im Pulsraum bei einem festgelegten Flüssigkeitsdurchfluss nach 8.7 von ISO 5707:2007, der gleichmäßig auf alle Zitzenbecher eines Melkzeugs aufgeteilt ist, ist aufzuzeichnen 8.6.3 Das Betriebsvakuum in der Melkleitung, das mittlere Vakuum an der Zitzenspitze und während der Phasen b und d (siehe Bild 6 von ISO 3918:2007) das mittlere Vakuum an der Zitzenspitze nach A.8 sind zu berechnen. Der Umgang mit dieser Messtechnik sollte geübt werden, die Ergebnisse zu interpretieren erfordert einige Erfahrung. EIGENE NOTITZEN |